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Michael Dasbach (vorne, 2. v. l.) von der First-Responder-Gruppe nahm die Spenden der Vereine und der Löschgruppe Girkenroth entgegen.

Blitzschnelle Lebensretter

Sie sind in drei bis vier Minuten am Unfallort und können erste, oft lebensrettende Maßnahmen einleiten. Die Ersthelfer der First-Responder-Gruppe kommen in Girkenroth, Guckheim, Salz, Weltersburg und Willmenrod zum Einsatz.

Im Rahmen der Feierlichkeiten rund um die Indienststellung des neuen Feuerwehrfahrzeugs der Löschgruppe Girkenroth stellte sich die First-Responder-Gruppe (FRG) Weltersburg der Öffentlichkeit vor. Die Gruppe besteht derzeit aus zwölf medizinisch, rettungs- oder sanitätsdienstlich ausgebildeten Helfern. Sie sind allesamt Mitglieder der Feuerwehr. Alarmiert werden sie über Leitstelle in Montabaur. In lebensbedrohlichen Situationen in der Region überbrücken sie den Zeitraum bis zum Eintreffen der Rettungsdienste. Zum Einsatz kommen sie in Girkenroth, Guckheim, Salz, Weltersburg und Willmenrod, wo sie auch beheimatet sind. Deshalb können sie innerhalb von drei bis vier Minuten am Einsatzort sein.

In einer Präsentation machten sie deutlich, wie ihre Arbeit aussieht, welche Ausrüstung sie haben und in welchen Fällen sie zum Einsatz kommen. Gerne standen sie den Interessenten Rede und Antwort. Überdies boten sie an, den Blutdruck und EKG zu messen oder auch den Blutzuckerwert festzustellen.

Ortsbürgermeisterin Claudia Schmidt überreichte gemeinsam mit Gemeinderatsmitglied Gudrun Schmidt einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro. Hierbei handelt es sich um einen Teil des Erlöses aus dem alle zwei Jahre stattfindenden Weihnachtsmarkt, der von den örtlichen Vereinen ausgerichtet wird. „Es ist ein Glücksfall, dass eine solche Gruppe in der Nachbargemeinde zu finden ist“, hob Claudia Schmidt das ehrenamtliche Engagement der zwölf Mitglieder hervor. Auch Ehemann Joachim Schmidt, der als Wehrführer der Löschgruppe Girkenroth fungiert, freute sich, dass die First-Responder-Gruppe Weltersburg gekommen war. „Wir haben gestern schon kräftig gefeiert und so die Kasse gut gefüllt“, berichtete er und überreichte aus dem Erlös der Veranstaltung ebenfalls eine großzügige Spende an Einsatzleiter Michael Dasbach.

Dieser machte deutlich, dass die Arbeit der Gruppe auf Spendengelder angewiesen ist. In früheren Jahren sei es „Gemans Schwester“ (Krankenschwester aus der Gemeinde) gewesen, die Hilfe in der Nachbarschaft geleistet hätte. Die First-Responder-Idee sei vor rund 50 Jahren in Amerika entstanden. Im Westerwaldkreis sind die Weltersburger neben Herschbach bei Selters erst die zweite Gruppe unter dem Dach einer Feuerwehr. Weitere First-Responder-Gruppen unterhält das DRK unter anderem in Augst, Montabaur und Nentershausen. „Dies machte die Genehmigung am Anfang problematisch, da man einer Feuerwehr diese Aufgabe nicht so richtig zutrauen wollte“, sagte Dasbach.

Dass sie mittlerweile ernst genommen werden, machen jedoch die

90 Alarmierungen

deutlich, die seit der Gründung vor eineinhalb Jahren eingegangen seien. „Eigentlich ist von uns immer jemand zu Hause“, berichtete Dasbach weiter. Lediglich in neun Fällen mussten sie bisher passen.

Im Laufe der Zeit konnten die Ersthelfer ihre Ausrüstung erweitern. Diese besteht im Wesentlichen aus zwei Notfallrucksäcken und einem Defibrillator mit zusätzlichem Display zur Darstellung eines EKG. Zum Eigenschutz der Einsatzkräfte verfügen die First-Responder darüber hinaus über zwei Kohlenmonoxid-Warngeräte. Die Ausrüstung steht immer einsatzbereit im Feuerwehrgerätehaus in Weltersburg.

Mehr Infos gibt es im Internet

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