Mit Sorge verfolgt Erhard Pitschel das Geschehen an der B 8-Zufahrt in Oberbrechen am Aldi.
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Mit Sorge verfolgt Erhard Pitschel das Geschehen an der B 8-Zufahrt in Oberbrechen am Aldi.

Verkehrssicherheit

B8 bei Brechen: Lebensgefahr an Kreuzung? Anwohner warnt eindringlich

  • vonRobin Klöppel
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„Ein großes Wunder, dass da nicht mehr passiert“: Nicht nur Erhard Pitschel hält die Abfahrt in Brechen zur Kapellenstraße für gefährlich. 

Oberbrechen – Erhard Pitschel hat endgültig die Nase voll, was die Kreuzung an der B 8 in Oberbrechen zur Kapellenstraße Richtung Aldi und Wohngebiet betrifft. Seit Jahren moniert er schon bei den Behörden, wie brandgefährlich die Kreuzung ist. Dort müssten Oberbrecher Anwohner und Aldi-Kunden aus dem Stand auf eine Bundesstraße auffahren müssen, auf der andere Fahrzeuge mit dort erlaubten bis zu 100 Kilometer pro Stunde und teilweise mehr vorbeibrausen würden.

"Hinzu kommt, dass die Kreuzung schlecht einsehbar ist und die rasenden Fahrzeuge für enormen Lärm für die Anwohner suchen", so der Anwohner. An den Wochenenden möge er sich, wie Pitschel sagt, gar nicht mehr auf seine Terrasse setze, weil unter anderem Motorradfahrer wie die Wilden auf der B 8 mit unerträglichem Lärm vorbeiheizen würden.

B8-Kreuzung bei Brechen: Wegen Pflanzen schlechte Sicht

Was für den 79-jährigen Rentner aber noch schwerer wiegt, ist die seiner Meinung nach bestehende Lebensgefahr an der Kreuzung. Wenn der Pflanzenbewuchs am Straßenrand nicht zurückgeschnitten sei, sehe man dort an der Kreuzung extrem wenig. Vor fünf Jahren sei dort, wie Pitschel sich erinnert, folglich ein Verkehrsunfall mit zwei Toten passiert.

Er fragt sich, warum man das Ortsschild nicht einfach vor die Kreuzung verlege, dass dort Tempo 50 das Limit sei. Dort 100 zu erlauben, sei unverantwortlich. Zumindest auf 80 müsste man dort seiner Meinung nach die Grenze setzen. Wenn aus der Einfahrt plötzlich ein Auto langsam herausfahre und da einer mit 100 angebrettert komme, der habe, wenn er ein geübter Fahrer sei, mindestens 40 Meter Bremsweg, rechnet Pitschel vor.

Gefährliche B8-Kreuzung sorgt bei Anwohner für Unmut

Und zwei Mal die Woche, wenn der Aldi neue Angebote habe, sei das Verkehrsaufkommen besonders hoch. Es werde sich künftig noch einmal verstärken, weil die Gemeinde Brechen im Bereich "Merkel" zusätzliche Bauplätze plane. Gerade ältere Menschen könnten die Geschwindigkeit der nahenden Fahrzeuge auf der B 8 sehr schwer abschätzen, denkt Pitschel.

Sehr oft hört er in seiner Wohnung Motorengeheul und Bremsengequietsche. Teilweise würden sogar Fahrzeuge auf der Bundesstraße dort noch auf der linken Seite fahren, um andere zu überholen. "Es ist ein großes Wunder, dass da nicht noch viel mehr passiert ist", meint Erhard Pitschel.

Der Rentner versichert, dass er nicht an die Öffentlichkeit gehen würde, wenn das nicht wirklich eine brandgefährliche Stelle sei und er bei den Behörden nicht schon alles versucht hätte. Bei Bürgermeister Frank Groos (parteilos) rennt Pitschel offene Türen ein. "Ich sehe das ganz genauso", erklärt Groos auf Nachfrage. Die Kreuzung sei nach seiner Einschätzung eine Gefahrenquelle. Der Bürgermeister: "Hier sollte die Geschwindigkeit keinesfalls 100 betragen, sondern unbedingt reduziert werden, so wie es übrigens schon einmal war". Frank Groos hält maximal 70 oder höchstens 80 Kilometer pro Stunde dort für angemessen. "Ich hatte das auch mehrfach bei den zuständigen Behörden vorgetragen, zuletzt in einer Verkehrsschau."

Gefahrloses Abbiegen

Dabei anwesend gewesen seien auch Vertreter von Hessen Mobil, der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und der Polizei. Nach deren Ansicht rechtfertige die Kreuzung keine Geschwindigkeitsreduzierung, was er definitiv anders sehe, betont Groos. Von daher könne er die öffentliche Thematisierung des Themas durch Erhard Pitschel nur begrüßen. Auch das Problem mit den zu lauten und schnellen Motorradfahrern hat Groos bereits bei der Polizei Limburg angesprochen. Hier seien bereits die ersten Kontrollen durchgeführt worden.

Jan Kieserg, Pressesprecher des Kreises, macht aber keine Hoffnung, dass sich zeitnah an dem Kreuzungsbereich etwas für die Bürger zum Positiven ändert. In der jüngsten Verkehrsschau sei festgestellt worden, dass ein gefahrloses Abbiegen auf die B 8 sichergestellt sei. Der Standort der Ortstafel sei auch als zutreffend erachtet worden. Zwischen Wohnbebauung in Oberbrechen und der B 8 an dieser Stelle bestehe kein funktionaler Zusammenhang, der beispielsweise durch auf die B 8 führende Grundstücksausfahrten gegeben wäre. Änderungen an der Verkehrssituation habe es seit der letzten Bewertung 2014 nicht gegeben. Kieserg abschließend: "Nach Rücksprache mit der Polizei handelt es sich in diesem Bereich um keinen Unfallschwerpunkt. Für das Jahr 2020 liegen bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Unfallmeldungen vor". (Von ROBIN KLÖPPEL)

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