Jan Gerrit Engelmann möchte als Priesterlicher Leiter die Katholiken aus Brechen und Villmar wieder einen.
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Jan Gerrit Engelmann möchte als Priesterlicher Leiter die Katholiken aus Brechen und Villmar wieder einen.

Einführung ins Amt

Brechen: "Das Gemeinsame in den Vordergrund stellen"

  • VonRobin Klöppel
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Jan Gerrit Engelmann ist neuer Priesterlicher Leiter der Pfarrei Heilig Geist Goldener Grund/Lahn

Niederbrechen -Jan Gerrit Engelmann ist am Sonntagnachmittag als neuer Priesterlicher Leiter der Pfarrei Heilig Geist Goldener Grund/Lahn eingeführt worden, die insgesamt neun Kirchorte in Brechen, Villmar, Runkel und Hünfelden sowie die Berger Kirche und das Johanneshaus in Steeden umfasst. Bezirksdekan Andreas Fuchs übergab dem 36-Jährigen im Auftrag von Bischof Dr. Georg Bätzing in der Pfarrkirche St. Maximin die Ernennungsurkunde.

Sein Vorgänger, Ernst-Martin Benner, hatte nach zehn Jahren in Brechen nach Konflikten vor allem mit Gläubigen aus Villmar bei der Neugestaltung der Pfarrei neuen Typs seinen Verzicht auf das Amt erklärt und ist mittlerweile in Biebertal im Kreis Gießen als neuer Pfarrer tätig.

Pfarrer Michael Vogt, der auch in der Pfarrei Heilig Geist wirkte, war vom Bistum gegen seinen Wunsch nach Montabaur versetzt worden. Jan Gerrit Engelmann sagte gestern im Gespräch mit der NNP, dass es nicht nur in der Pfarrei Heilig Geist Konflikte bei der Zusammenlegung von Pfarreien zu einem größeren neuen Ganzen gegeben habe. Engelmann weiß: "Das waren alles eigenständige Pfarreien mit einem großen Engagement." Viele hätten im eigenen Ort einen eigenen Pfarrer gehabt. So sei für viele Gläubige die Pfarrei neuen Typus ein Schreckgespenst.

Engelmann ist überzeugt davon, dass die Menschen über den gemeinsamen Glauben wieder zusammenfinden könnten. Und der neue Priesterliche Leiter betonte auch, dass gemeinsame Pfarrei nicht bedeute, dass die unterschiedlichen gewachsenen Aktivitäten der aktiven Gläubigen in den einzelnen Orten unterbunden werden sollten. In seiner Predigt sagte Engelmann, dass es doch schön sei, dass Menschen unterschiedlich, Pfarreien vielfältig seien. Und doch müssten alle das gemeinsame Ziel haben, Christus in den Mittelpunkt zu stellen. Als er im Bistum gesessen und von den Problemen in der Pfarrei Heilig Geist gehört habe, habe er ein Bild von Jesus mit ausgebreiteten Armen an der Wand hängen gesehen. Da sei ihm sofort klar gewesen, dass er dieses Stellenangebot annehmen müsse. "Es ist sicher von Vorteil, dass ich von außen komme", betonte er.

In allen Orten präsent sein

Engelmann muss, wie er weiß, einige Konflikte lösen und Verletzungen heilen. Mit einem negativen Gefühl der Angst werde er aber nicht in die Gespräche gehen. Für ihn stehe nicht das Negative im Mittelpunkt, sondern es seien die Menschen und der Glauben. Und Engelmann ist sich sicher: Wenn er offen auf alle zugehe, könne künftig das Gemeinsame in der Pfarrei wieder im Vordergrund stehen.

Der Priesterliche Leiter erklärte: "Natürlich kann ich nur in einem Ort wohnen, aber ich möchte von Niederbrechen aus für Gottesdienste in allen Orten der Pfarrei gleichermaßen präsent sein und somit ein Pfarrer für alle sein". Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat seien aktuell beschlussfähig. Jedoch seien fast die Hälfte der Aktiven durch die Meinungsverschiedenheiten zurückgetreten und momentan nicht wie gewünscht sämtliche Kirchorte in den Gremien präsent. Der neue Pfarrer möchte das wieder ändern, damit in den Gremien wieder ein repräsentatives Meinungsbild der Gemeinde entstehen kann. Jan Gerrit Engelmann verspricht: "Ich werde die nächsten Wochen viele Gespräche führen und mir ein eigenes Bild machen". Der neue Priesterliche Leiter wird nun anstelle von Vogt in der Pfarrei von den indischen Patern Abraham Santhosh und Kurian Chacko unterstützt. Wie die genaue Aufgabenverteilung sein werde, müsse noch geklärt werden, sagte Engelmann. Der neue Pfarrer will jetzt erst einmal nach und nach alle Orte der Pfarrei besuchen und nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit den interessierten Gläubigen ins Gespräch kommen. Gemeindereferentin Maria Horsel sagte im Einführungsgottesdienst, dass sie sich freue, dass der Pfarrer Ja zu der neuen Stelle gesagt habe. Es gebe einige Schwierigkeiten und Verletzungen aufzuarbeiten, um den Aufbruch ins Morgen zu schaffen. "Dass alles braucht Zeit", glaubt Horsel. Doch sie denke, dass es gelingen könne. Denn in allen Orten gebe es Menschen, die guten Willens seien. Sie forderte alle Gemeindemitglieder auf, "es noch einmal miteinander zu versuchen". Man müsse nur ehrlich miteinander umgehen und Gott wieder "in unsere Mitte holen". Dass eine Wüste wieder zu blühen beginnen könne, habe sie vor Jahren in Israel selbst erlebt. Engelmann zitierte die Worte des Bischofs Bätzing von dessen Amtseinführung 2016: "So, jetzt habt ihr mich". Engelmann ergänzte aber: "Ich habe sie jetzt aber auch". Jan Gerrit Engelmann stammt aus Oestrich-Winkel im Rheingau und war als Kaplan zunächst in Hofheim und Kriftel aktiv, von wo er dann in die Pfarrei St.Laurentius in Nentershausen wechselte. Dort war er erst Kaplan und dann priesterlicher Mitarbeiter, bis er vom Bistum die neue Stelle in der Pfarrei Heilig Geist angeboten bekam.

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