Vor dem Einladen: Die vielen Hilfsgüter stapelten sich in Kisten.
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Vor dem Einladen: Die vielen Hilfsgüter stapelten sich in Kisten.

Einsatz nach der Unwetterkatastrophe

Brechen: Ein gutes Gefühl, in der Not helfen zu können

Schule im Emsbachtal, Feuerwehr und Menschen aus der Region organisieren Spendenkonvoi

Niederbrechen -Danke, danke, danke - das waren die häufigsten Worte, als die über 60 Helfer aus Niederbrechen am Donnerstag vergangener Woche in Eschweiler (NRW) ankamen. Die Anwohner waren sichtbar gerührt. Doch wie kam es überhaupt dazu?

Zerstörte Dörfer, beschädigte Häuser, Menschen, die alles verloren haben - nach den schlimmen Bildern der Unwetterkatastrophe verspürte Anne-Kristin Weber, Lehrerin an der Schule im Emsbachtal und Koordinatorin der Aktion, den dringenden Wunsch, helfen zu wollen. Nach kurzer Rücksprache mit ihrem Schulleiter Bernd Steioff, startete Anne-Kristin Weber mit einer unüberbietbaren Willenskraft eine beispielhafte Hilfsaktion.

Aus diesem Willen heraus und in Kooperation mit dem ihr bekannten Fahrlehrer Joachim Groh wurde alsbald eine Hilfsaktion mit über 60 Freiwilligen, darunter engagierte Lehrkräfte der Schulen in Niederbrechen, Niederselters und Dauborn, deren Freunde, Familienmitglieder und Bekannten sowie Eltern und weiteren hilfsbereiten Menschen, die dem Aufruf in den sozialen Netzwerken gefolgt sind. Auch eine Gruppe aus Feuerwehrmännern aus Hünfelden, Bad Camberg und Selters hat sich der Aktion angeschlossen und vor Ort tatkräftig angepackt.

Nach langer Suche, vielen, vielen Telefonaten und E-Mails konnte Anne-Kristin Weber letztlich Kontakt zu einer konkreten Person des Krisenstabs Eschweiler herstellen, die die Hilfsaktion vor Ort gut koordinierte. Weber war es sehr wichtig, nicht auf eigene Faust in das Katastrophengebiet zu fahren, sondern gezielt dort zu helfen, wo auch Hilfe gebraucht wird und willkommen ist.

Stauraum reichte nicht aus

In Absprache mit der Kontaktperson wurde dann eine aktuelle Bedarfsliste erstellt und es konnten sogar noch Spenden eingesammelt werden. Trotz der Kurzfristigkeit reichte der Stauraum des Reisebusses der Firma Hochfellner nicht aus. Sogar ein zusätzlicher Transporter der Firma Stähler und der Feuerwehreinsatzwagen waren neben den über 60 Personen randvoll mit Sachspenden von Babyprodukten über haltbare Lebensmittel bis hin zu Artikeln des täglichen Hygienebedarfs gefüllt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Spender.

Ein besonderer Dank gilt der Firma Hochfellner für die kostenlose Überlassung des Reisebusses, der Firma Stähler für die Bereitstellung des Kleintransporters, ohne den die vielen Sachspenden nicht nach Eschweiler hätten transportiert werden können, sowie der Bäckerei Roth, der Metzgerei Bleul, dem Getränkevertrieb Raab und dem Getränkevertrieb Trinks, die sich um das leibliche Wohl der fleißigen Helfer gekümmert haben. Sehr hilfreich war auch die Begleitung durch die Feuerwehrkameraden aus Bad Camberg, Hünfelden und Selters, die die Hilfstruppe ab dem Schulhof der Schule im Emsbachtal am vergangenen Donnerstag begleiteten und Geleit gaben und bei der Beseitigung der Schäden in Nordrhein-Westfalen halfen.

Lobenswert zu erwähnen ist außerdem Joachim Groh, der sich sofort bereit erklärte, einen Bus zu organisieren und diesen unentgeltlich in das Katastrophengebiet zu fahren, wobei die Straßenverhältnisse dort sehr anspruchsvoll waren. Vor Ort erwies er sich dann noch als kundiger Staplerfahrer, der dort dringend zum Be- und Entladen von schweren Hilfsgütern benötigt wurde.

Von allen fleißigen Helfern wurden in Eschweiler Spenden sortiert und zeitgleich auch an viele Bedürftige verteilt. In Stolberg hingegen wurden Menschenketten gebildet, um "Hand in Hand" ein Gesundheitszentrum, ein Kaufhaus, ein Sägewerk sowie weitere private Keller zu entschlammen und leerzuräumen.

Am Ende des Tages fuhren die Helfer mit vielen Eindrücken und dem guten Gefühl, Menschen in Not unterstützt zu haben, nach Hause. Sie waren sehr beeindruckt von der Fürsorglichkeit der Betroffenen, die sich trotz ihrer Not ungefragt um das leibliche Wohl der Helfer kümmerten. Wie die Initiatorin Anne-Kristin Weber am Tagesende feststellte, hat sich der enorme Zeitaufwand für die Planung und Organisation der Hilfaktion gelohnt. Da man nun die Kontaktdaten zu den Hilfsbedürftigen habe und auch in einigen Wochen noch Hilfe dringend benötigt werden wird, überlegt man schon eine weitere Hilfsaktion.

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