Für eine zweite Zufahrt zur früheren Mutterkirche des Goldenen Grunds setzt sich der Freundeskreis Berger Kirche ein. Auch an den Kosten der Renovierungsarbeiten wird er sich beteiligen.
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Für eine zweite Zufahrt zur früheren Mutterkirche des Goldenen Grunds setzt sich der Freundeskreis Berger Kirche ein. Auch an den Kosten der Renovierungsarbeiten wird er sich beteiligen.

Mitgliederversammlung

Brechen: Eine gefahrlose Fahrt zur Berger Kirche

  • VonUrsula Königstein
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Erneuter Vorstoß des Freundeskreises - Neue Kostenschätzungen für zweite Zufahrt

Brechen -Seit langem bemüht sich der Freundeskreis Berger Kirche um eine zweite Zufahrt zu dem alten Gotteshaus auf einer Anhöhe bei Niederbrechen. Nachdem das Vorhaben vor vielen Jahren schon einmal an der ablehnenden Haltung der damaligen Gemeindevertretung von Brechen gescheitert war, wurde im vergangenen Jahr eine neue Initiative gestartet, um das Vorhaben endlich zu verwirklichen. An den Kosten der Bauarbeiten für die Zufahrt würde sich der Freundeskreis mit einem stattlichen fünfstelligen Betrag beteiligen. In der Mitgliederversammlung in der Werschauer Kirche wurde beschlossen, die Mittel dafür in einer Rücklage bereitzustellen. Auch die seit längerem notwendigen Renovierungsarbeiten an der Berger Kirche will der Freundeskreis, der sich ausschließlich aus Spenden finanziert, unterstützen.

Wie der Vorsitzende Kurt Schneider, der einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, ausführte, habe sich der Vorstand vor gut einem Jahr wegen der zweiten verkehrsmäßigen Anbindung der Berger Kirche erneut an die Gemeinde gewandt. Bei einem Ortstermin mit dem Bürgermeister und dem Leiter des gemeindlichen Bauamts sei die geplante Wegeführung vorgestellt worden. Das Bauamt habe die Kosten auf rund 350 000 bis 500 000 Euro geschätzt. Daraufhin habe der Gemeindevorstand entschieden, die Maßnahme vorerst nicht weiter zu verfolgen.

Zwei vom Freundeskreis in Auftrag gegebene und von mehreren Fachleuten überprüfte Kostenschätzungen seien, so Schneider, zu anderen Ergebnissen gekommen. Eines der Gutachten gehe von Kosten von rund 175 900 Euro aus, das zweite eines Werschauer Unternehmers von einer Bausumme von etwa 144 400 Euro. Beide Schätzungen lägen dem Bauamt der Gemeinde Brechen vor. In einem Schreiben an alle Fraktionen der Gemeindevertretung im Zusammenhang mit der jüngsten Kommunalwahl setzte sich der Vorstand des Freundeskreises dafür ein, die Mittel für die Planung der zweiten Zufahrt im Haushaltsplan für 2022 auszuweisen, damit die Maßnahme endlich auf den Weg gebracht werden könne.

Gefährliche Situationen

Die Klagen über die Gefährlichkeit der engen, steilen und kurvenreichen Zu- und Abfahrt zu Berger Kirche und damit auch zum Friedhof von Werschau nehmen ständig zu, wie der Freundeskreis in dem Schreiben an die Fraktionen darlegt. Insbesondere bei Gegenverkehr komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Oft werde nur knapp ein Absturz über die steile Böschung vermieden.

Im Interesse der Bürger von Brechen und der vielen auswärtigen Besucher auf Bergen müsse dringend und kurzfristig eine vernünftige Lösung gefunden werden.

Durch einen geringen Grunderwerb könne, so der Freundeskreis, der bereits ab der Schnellbahnbrücke teilweise befestigte Weg bis zur Berger Kirche ausgebaut werden. Eine Asphaltierung wäre auch für die Landwirtschaft von Vorteil, und der Weg könne zudem als Radweg über Linter oder Lindenholzhausen nach Limburg genutzt werden. Ohnehin müsse das Steilstück des Schotterwegs unweit der Bahnbrücke nach jedem Starkregen wegen der Ausspülungen von der Gemeinde wieder planiert werden.

Für Werschau sei vor der Gebietsreform ein neuer Friedhof geplant gewesen und die entsprechenden Flächen bereitgestellt worden. Jetzt könne die Gemeinde ohne vorherigen Grunderwerb 25 Bauplätze verkaufen. Ein neuer Friedhof mit Leichenhalle wäre sicherlich teurer geworden als eine vernünftige Zu- und Abfahrt zur Berger Kirche, gab der Freundeskreis hinsichtlich der Finanzierung zu bedenken.

Ebenfalls seit einigen Jahren lässt die Reparatur der Schäden am Dach im Bereich des des Turms und des Langhauses des 1000-jährigen Gotteshauses auf Bergen auf sich warten, die bei Ortsterminen mit dem zuständigen Architekten, Vertretern des Bistums Limburg und des Denkmalamts Anfang 2017 und im Oktober 2019 aufgenommen worden waren. Trotz mehrerer Erinnerungen und Rückfragen gebe es noch immer keine Informationen darüber, ob und wann mit den Arbeiten begonnen werde, stellte Kurt Schneider fest. Auf Beschluss der Versammlung wird sich der Freundeskreis mit einem stattlichen Betrag an den Kosten beteiligen. Die notwendigen Unterhaltungsarbeiten auf Bergen werden wie stets von den freiwilligen Helfern fortgeführt.

Konzert mit Peter Reimer

Dem Vorstand des Freundeskreises Berger Kirche gehören in den kommenden zwei Jahren neben Kurt Schneider der ebenfalls wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Ulrich Schmidt und der im Amt bestätigte Kassierer Joachim Becker, sein neuer Stellvertreter Wolfgang Frank als Nachfolger von Josef Jeck sowie der neue Schriftführer Peter Kraus, der Annemarie Schwenk ablöst, die nun als stellvertretende Schriftführerin fungiert. Kraft Amtes gehören Pfarrer Ernst-Martin Benner und Britta Schmidt vom Pfarrgemeinderat St. Georg dazu.

Sollte es die Corona-Situation erlauben, wird es auch wieder Veranstaltungen auf Bergen geben, natürlich unter den geltenden Schutzregeln. Für Sonntag, 5. September, ist ein Konzert mit dem Bad Camberger Gitarristen Peter Reimer geplant, das bei entsprechender Witterung im Freien sein wird. Der MGV "Liederblüte" Oberweyer wird am Sonntag, 3. Oktober, zu Gast sein.

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