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Brechen: Eine Kläranlage entsteht nahezu neu

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Optisch wird das Gelände der Kläranlage in Niederbrechen vom Faulbehälter und Gasbehälter bestimmt.
Optisch wird das Gelände der Kläranlage in Niederbrechen vom Faulbehälter und Gasbehälter bestimmt. © Klaus-Dieter Häring

Abwasserverband investiert 27,7 Millionen Euro - Besuch in der Anlage

Niederbrechen -Dass am Klärwerk am Ortsrand von Niederbrechen Baumaßnahmen im Gange sind, war lange Zeit an den großen Kränen auszumachen. Diese sind zwar mittlerweile abgebaut worden, die Arbeiten aber noch nicht beendet. Trotzdem wurde jetzt einer großen Delegation von Mitgliedern von Gemeindevertretungen und Gemeindevorständen der an den Sanierungsmaßnahmen und Erweiterungen der Kläranlage beteiligten Gemeinden die Möglichkeit geboten, sich über den Stand der Maßnahmen ein Bild zu machen.

Diese kamen aus den Gemeinden Brechen, Hünfelden, Villmar mit dem Ortsteil Weyer, Selters mit dem Ortsteil Münster und Weilmünster mit dem Ortsteil Wolfenhausen. Sie alle bilden den Abwasserverband Goldener Grund, dem die Hünfeldener Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) vorsteht.

Ihr zur Seite steht Verbandsgeschäftsführer Matthias Fink, der einen kleinen Einblick in die Vorgeschichte der Erneuerung gab. "Wir bauen eine neue Kläranlage und packen alles an was anzupacken ist", sagte er. Notwendig wurde der radikale Schnitt durch das Alter der Kläranlage an gleicher Stelle. Diese ist seit 1983 in Betrieb und nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik.

In zwei Abschnitten wurde das Projekt Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Niederbrechen im Mai 2020 mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Dieser umfasst mehrere Bauwerke im Zulaufbereich der Kläranlage und für die Schlammbehandlung. In vielen Bereichen wurde der bestehende Beton saniert und die Anlagen außerdem mit neuer Maschinentechnik ausgerüstet. Weiterhin wurden die Trafostation, die Rechenanlage und die Schlammentwässerung vollständig neu gebaut. Die zugehörigen Elektro- und Schaltanlagen wurden ebenfalls komplett erneuert. Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen und in Betrieb.

Belebungsbecken ist acht Meter tief

Der größere, zweite Bauabschnitt umfasst den Neubau der kompletten biologischen Reinigungsstufe mit zwei Belebungsbecken und zwei Nachklärbecken, einem Vorklärbecken, dem Neubau eines Faulbehälters, eines Gasbehälters, eines Technikgebäudes zur Aufnahme verschiedener notwendigen Maschinen wie Pumpen, Gebläse und Heizung. Außerdem müssen auf dem Gelände nahezu alle verbindenden Rohrleitungen und Elektro- und Steuerkabel neu verlegt werden.

Das größte neue Bauwerk ist das zweigeteilte Belebungsbecken. Dieses ist rund 31 Meter breit, 46 Meter lang und fast acht Meter tief. Dafür wurden zunächst der Weg östlich der Anlage und ein großer Kanal aus dem Baufeld verlegt. Mehrere Monate dauerte es, bis die Bauwerke im Rohbau fertig waren. Alleine für die Bodenplatte des Belebungsbeckens wurden rund 900 Kubikmeter Beton und 200 Tonnen Stahl verarbeitet. Weitere Baumaßnahmen folgten.

Wenn keine größeren Probleme auftreten sollen Vorklärung, Belebung und Faulung noch im laufenden Jahr in Betrieb gehen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass im kommenden Jahr die beiden neuen Nachklärbecken errichtet werden können und das Betriebsgebäude umgebaut wird. Die Maßnahme kann dann 2024, nach rund vier Jahren Bauzeit, abgeschlossen werden. Bei den Herstellungskosten von geplanten 27,7 Millionen Euro ist man zuversichtlich diese einhalten zu können. "Wir hoffen das wir unter dem Betrag von 30 Millionen Euro bleiben. Wir sind guter Dinge diese nicht zu überschreiten", sagte Fink.

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