Bürgermeister Frank Groos (links) und Imker Stefan Becker ließen die ersten Bienen ausschwärmen, damit die ihre neue Umgebung auf der Blühwiese in Niederbrechen erkunden können.
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Bürgermeister Frank Groos (links) und Imker Stefan Becker ließen die ersten Bienen ausschwärmen, damit die ihre neue Umgebung auf der Blühwiese in Niederbrechen erkunden können.

Die Bienen kommen

Brechen: Gemeinde bekommt viele fleißige Helfer

  • vonTobias Ketter
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Schafsberg-Imkerei siedelt zehn Bienenvölker um - Bürgermeister sucht passenden Namen für den Honig

Niederbrechen -Bunte Blumen und Apfelbäume können in den Sommermonaten auf der Blühwiese in Niederbrechen bestaunt werden. Viele Insekten finden dort Nahrung und fühlen sich heimisch. Nun hat die Gemeinde Brechen an Ort und Stelle neue "Mitarbeiter" hinzugewonnen. Es handelt sich um insgesamt 500 000 Bienen, die in den kommenden Wochen und Monaten fleißig die Pflanzen in der Kommune bestäuben sowie Honig herstellen.

Die Bienen stammen von der Schafsberg-Imkerei in Limburg. Vor wenigen Tagen waren sie noch auf dem Schirlinger Feld nahe der Kreisstadt unterwegs. Nun wurden die ersten Bienen von Imker Stefan Becker nach Niederbrechen gebracht. "Insgesamt werden zehn Bienenvölker mit jeweils 50 000 Bienen in Zukunft hier leben", sagt er mit Blick auf die Blühwiese. Die Tiere seien sehr friedlich, so dass sich die Bürger nicht vor Stichen fürchten müssten.

Bereits im vergangenen Jahr traf sich die Verwaltung der Gemeinde Brechen mit der Schafsberg-Imkerei, um das Projekt in die Wege zu leiten. "Die Kooperation mit der Imkerei ist etwas ganz Neues für unsere Kommune", sagt Frank Groos, Bürgermeister von Brechen. Die Idee stamme von der Freien Wählergemeinschaft Brechen (FWG), die einen Antrag dazu im Gemeindeparlament vorgebracht habe.

Späher kundschaften die Gegend aus

Groos ließ es sich nicht nehmen, einen der Bienenkästen eigenhändig zu öffnen, so dass die ersten Tiere ausschwärmen konnten. "Zunächst schicken die Bienenvölker einige Späher los, die jetzt die Gegend auskundschaften", erklärt Becker. Nach etwa drei Tagen werde sich die Bienenpopulation in der Umgebung deutlich bemerkbar machen. "Die Insekten haben einen Flug-Radius von rund drei Kilometern, so dass nicht nur die Blühwiese von ihnen bestäubt wird", sagt der Imker. Auch die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen und zahlreiche Gärten in der Kommune profitieren also von den neuen "Mitarbeitern".

Bereits im Mai wird zum ersten Mal Honig geschleudert. "Es handelt sich dabei um den sogenannten Frühlingsblütenhonig, der dann von den Bürgern in der Schafsberg-Imkerei gekauft werden kann", berichtet Becker. Mitte Juli folgt dann das Schleudern des Sommerblütenhonigs. Wie der Honig letztlich schmecken wird, weiß der Imker allerdings noch nicht. Honig sei nicht gleich Honig, sagt Becker. Der Geschmack hänge von dem Standort und den dort herrschenden Gegebenheiten ab.

Bereits regionale Abnehmer gefunden

"Es gibt bereits einige gewerbliche Abnehmer in der Region, die den Honig ihren Kunden in Zukunft anbieten werden", freut sich der Bürgermeister von Brechen. Die Gemeinde möchte auch ein "öffentliches Honigschleudern" durchführen. "Dabei soll unter anderem den Mädchen und Jungen der Kindertagesstätten gezeigt werden, wie der Prozess funktioniert", so Groos.

Wie der regional produzierte Honig heißen soll, ist noch nicht klar. Laut dem Verwaltungschef könnte er den Namen "Brecher Gold" tragen. "Das würde auch gut zu unser immer weiter wachsenden Kooperation mit den anderen Gemeinden im Goldenen Grund passen", sagt er. Die Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, der Gemeindeverwaltung weitere Namensvorschläge zu nennen. Die Kommune möchte einen Namensfindungs-Wettbewerb durchführen. "Dem Gewinner winkt ein Frühstücksgutschein für zwei Personen vom Café Blütezeit", sagt Frank Groos.

Der Bürgermeister freut sich sehr darüber, dass seine Kommune nun "um eine große und fleißig Abteilung reicher ist". Auch Imker Stefan Becker ist zufrieden. "Die Kooperation mit der Gemeinde lief wirklich problemlos", sagt er. Auch in Oberbrechen sollen schon bald einige Bienenvölker eine neue Heimat finden. "Ein privater Imker aus dem Ortsteil wird auf der Blühfläche auf dem Friedhof Bienen ansiedeln", berichtet Groos.

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