Die alte Aufnahme, entstanden um 1898, zeigt den Blick auf Niederbrechen von den Wingerten.
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Die alte Aufnahme, entstanden um 1898, zeigt den Blick auf Niederbrechen von den Wingerten.

Vergessene Plätze

Brechen: Hier wurden auch Kinder aus dem Ruhrgebiet unterrichtet

Alte Schule an der Kirche blickt auf eine turbulente Zeit zurück

Brechen -Im Jahr 1586 wird zum ersten Mal urkundlich eine Schule in Niederbrechen erwähnt. Damals überließ der Landesherr Kurfürst und Erzbischof von Trier Johann VII. von Schönenburg das ehemalige Burghaus neben der Kirche der Gemeinde zur Einrichtung einer Schule. Dabei handelte es sich allerdings noch nicht um das Schulgebäude, an das sich viele Niederbrechener noch erinnern werden.

Das alte Gebäude war mit der Zeit viel zu klein und auch mit einem Erweiterungsbau konnte man der steigenden Zahl der Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend Platz bieten, so dass ab 1810 zeitweise auch Unterricht im alten Rathaus gegeben werden musste.

Um 1820 gab es in Niederbrechen laut der Schulchronik bereits circa 190 Schülerinnen und Schüler. 1822 wurde das alte Schulhaus schließlich abgetragen und an der gleichen Stelle ein neues Schulhaus errichtet, das neben den Schulsälen auch die Wohnung für den ersten Lehrer und eine Stube mit Kammer für den zweiten beherbergte.

Insgesamt gab es drei Schulsäle. Unten war der Schulsaal für die jüngsten Schüler, im kleinen Zeichensaal waren die mittleren Jahrgänge und im zweiten Stock des Gebäudes die älteren. Der Speicher führte über das ganze Haus. Unter dem Gebäude befand sich ein massiver Gewölbekeller, der noch von dem alten Gebäude stammte. Neben dem Gebäude war eine Baumschule angelegt. Als 1879 wegen weiter steigender Schülerzahlen sogar eine vierte Schulstelle eingerichtet werden musste, wurde erneut das alte Rathaus für den Unterricht genutzt.

Schließlich entschloss sich die Gemeinde, weitere vier Klassenräume und Lehrerdienstwohnungen an der heutigen Villmarer Straße zu bauen, die 1881 eingeweiht wurden. Die Wohnungen wurden dann nach und nach ihrem eigentlichen Zweck entfremdet und für den Schulbetrieb verwendet.

Umfangreiche Renovierungsarbeiten

1932 erfolgte eine umfassende Renovierung der Schulsäle in der alten Schule an der Kirche. Die Öfen in diesem Gebäude waren unwirtschaftlich und sorgten nur für eine unzureichende Wärmezufuhr, was immer wieder zu Erkrankungen von Schülern und Lehrern führte.

1935 waren es bereits mehr als 400 Schülerinnen und Schüler. Während des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Situation, denn es wurden viele Kinder nach Niederbrechen gebracht, weil Bombenangriffe besonders im Ruhrgebiet den Schulbesuch dort unmöglich machten.

Es waren über 60 Kinder, die durch den Caritasverband bei hiesigen Familien untergebracht wurden. Durch diese stieg die Schülerzahl auf fast 500 Kinder. 1953 ersetzte man die über 100 Jahre alte Toilettenanlage. In den 1960er Jahren schließlich hat man die Schule an der Villmarer Straße erheblich erweitert und auch eine Turnhalle errichtet, so dass die alte Schule an der Kirche nicht mehr benötigt wurde.

Das Gebäude wurde 1968 abgetragen und an der Stelle ein Parkplatz für die Besucher von Kirche und Friedhof angelegt sowie der Friedhof erweitert. Die Fenster der alten Schule wurden zum Verkauf angeboten. Eines dieser Fenster befindet sich inzwischen im Heimatmuseum der Gemeinde Brechen in der alten Schule in Oberbrechen. Dort sind auch einige Fotos von Schulklassen der alten Schule an der Kirche zu sehen. red

Links von der heutigen Kirche stand bis 1967 die alte Schule, die dann abgerissen wurde. Heute ist da ein Parkplatz.

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