Das Personal im Brechener Rathaus wird minimal aufgestockt um etwas über eine Stelle.
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Das Personal im Brechener Rathaus wird minimal aufgestockt um etwas über eine Stelle.

Die Entlastung kommt

Brechen: Die schlanke Verwaltung wird minimal größer

  • vonPetra Hackert
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Die Gemeindeverwaltung stockt im kommenden Jahr ihr Personal auf.

Brechen -Die Gemeinde Brechen ist stolz darauf, mit einem knappen Personalschlüssel auszukommen. 6500 Einwohner, drei Ortsteile, 16 Mitarbeiter im Rathaus. Die letzte Zahl wird größer, wenn man sich den gesamten Stellenplan anschaut: 61,59 Stellen, die (auch in Teilzeit) von etwa 85 Mitarbeitern ausgefüllt werden.

Dazu gehören 32,9 Stellen in den Kitas. Diese Aufgabe ist mit der Übernahme der kirchlichen Kindertagesstätten in Gemeinde-Regie hinzugekommen. Dazu kommen Arbeitnehmer außerhalb des Sozial- und Erziehungsdienstes (Verwaltung, Hausmeister, Bauhof, Wasserversorgung, Reinigungskräfte), das macht 27,69 Stellen aus.

Demnächst wird es im Rathaus eine Stelle mehr geben, 1,23, um genau zu sein. Das passiert nach reiflicher Überlegung, denn die Gemeindevertreter sind Sparen gewöhnt. Doch es sei nötig, sagte Bürgermeister Frank Groos (parteilos) in der Sitzung des Parlaments und trat mit Herzblut dafür ein. Mehr noch: "Wir müssen handeln", sagte der Rathaus-Chef.

Die Nachfolge

einarbeiten

Am Ende der Diskussion stand folgende Aufstockung: Aus den 1,77 Stellen im Bauamt werden zwei. Für die Verwaltung kommt noch eine weitere Stelle dazu, die im Hauptamt und/oder in der Finanzverwaltung eingesetzt werden kann, unter Umständen auch zu jeweils 50 Prozent. Befristet wird eine zweite Stelle für das Bürgermeister-Vorzimmer geschaffen, um eine Einarbeitungsmöglichkeit in der Nachfolge der jetzigen Sekretärin zu schaffen.

Frank Groos erklärte den Bedarf: Allein die Zunahme an Beschäftigten durch die Übernahme der Kitas habe der Personalverwaltung, die im übrigen nach wie vor nebenbei geleistet werde, enormen Mehraufwand beschert. "Das, was wir hier gut gemacht haben, fällt uns selbst auf die Füße", sagte Groos. "Wir dürfen unsere Mitarbeiter nicht verheizen." Die aktuelle Lage im Hauptamt sei mit früheren Aufgaben nicht vergleichbar. "Gerade der Bereich Digitalisierung, Personalamt, der Bereich Öffentlichkeitsarbeit und auch die immer höheren Anforderungen für das Feuerwehrwesen erfordern Unterstützung. Dadurch könnte auch das Ehrenamt entlastet werden, wie es in anderen Kommunen bereits umgesetzt wurde."

Durch eine Neustrukturierung könne auch in der Finanzabteilung ein kleiner Schritt zur Entlastung der Mitarbeiter getan werden, so Groos. Auch sie stehe durch die steigenden Anforderungen an Haushaltsplanung, Steuerrecht sowie der bevorstehenden Einführung der elektronischen Rechnung vor immer größeren Herausforderungen.

Für Markus Roth (BWG) stand es außer Frage, dass nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch die Fürsorgepflicht den Mitarbeitern gegenüber zähle. "Da gibt es nur eine klare Entscheidung", plädierte Roth für eine Erhöhung. Dies sogar so, wie ursprünglich vom Bürgermeister vorgeschlagen, um zwei Stellen. Sebastian Frei (CDU) mahnte zu Sparsamkeit und nur einer Stelle mehr. "Das hilft der Gemeinde schon ein ganzes Stück weiter", wie er in den Vorgesprächen erfahren habe. "Ich kann damit leben", sagte Bürgermeister Groos. Lieber wäre ihm etwas mehr. "Wir sollten die Verwaltung zukunftsfähig machen", riet Sebastian Steul (FDP). "Wie gehe ich mit dem Mitarbeiterstab um?", fragte Gerd Roos (FWG). Am Schluss stimmten für eine Aufstockung von zwei Stellen acht Mandatsträger von FWG, BWG und FDP, 13 (CDU und SPD) waren dagegen, fünf Mandatsträger enthielten sich. Die eine zusätzliche Stelle sowie die Erhöhung um 0,23 auf eine weitere Vollzeit-Stelle im Stadtbauamt wiederum fand die einstimmige Zustimmung der 26 Mandatsträger.

Nur eine geringe

Fluktuation

Übrigens: Trotz offenkundig hoher Arbeitsbelastung gibt es im Rathaus wenig Fluktuation und nach Angaben des Bürgermeisters einen äußerst niedrigen Krankenstand. Groos: "Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten schon seit vielen Jahren, häufig sogar Jahrzehnten, für die Gemeinde Brechen." Die Ergänzungen zum Stellenplan 2021 brächten eine Entlastung, für die er der Gemeindevertretung sehr dankbar sei. "Damit haben wir aber nach wie vor eine sehr schlanke Verwaltung."

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