Gesperrt: Der Radweg 8 ist an dieser Stelle nicht passierbar. Radfahrer müssen einen Umweg in Kauf nehmen.
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Gesperrt: Der Radweg 8 ist an dieser Stelle nicht passierbar. Radfahrer müssen einen Umweg in Kauf nehmen.

Radweg gesperrt

Brechen: Umleitung wegen Unfallgefahr und Vandalismus

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Radweg am Emsbach gesperrt - Baumaßnahme kostet rund 90 000 Euro

Oberbrechen -Radfahren ist gesund, umweltfreundlich und liegt derzeit voll im Trend. Kein Wunder also, dass die Radwege der Region besonders bei schönem Wetter von vielen Menschen genutzt werden. Auch der Radfernweg 8, der im Landkreis Limburg-Weilburg von Hadamar über die Domstadt, Brechen und Selters bis nach Bad Camberg führt, wird täglich von zahlreichen Sportlern befahren. Zwischen den Ortschaften Oberbrechen und Niederselters ist momentan allerdings ein rund 100 Meter langer Streckenabschnitt gesperrt. Deshalb wurde eine Umleitung eingerichtet. Doch wieso müssen die Radfahrer den Umweg in Kauf nehmen und wann wird die Strecke wieder freigegeben? Bürgermeister Frank Groos (parteilos) klärt auf.

"Es geht um einen Teilabschnitt zwischen einem Kleingartengebiet in der Gemarkung Oberbrechen und dem Emsbach", sagt Groos. Der Bereich sei abgesperrt worden, da der Emsbach einen Teil des Radweges unterspült habe und es bereits einige Längsrisse im Asphalt gebe. Aufgrund dieses Zustandes steige die Unfallgefahr. "Weil die Gemeinde für die Verkehrssicherung verantwortlich ist, mussten wir den Abschnitt absperren", erklärt der Bürgermeister.

Kosten von 90 000 Euro

Die nötigen Bauarbeiten auf dem Radweg zwischen Oberbrechen und Niederselters sind nicht günstig. Rund 90 000 Euro kostet laut dem Verwaltungschef die erforderliche Maßnahme. "Wir dürfen als Gemeinde nicht einfach am Gewässer etwas bauen, ohne das mit der Fachbehörde abzustimmen", sagt er. Deshalb habe die Kommune bereits mit der Unteren Wasserbehörde gesprochen. Dabei sei festgestellt worden, dass spezielle Wasserbausteine eingesetzt werden müssten, was einen "nicht unerheblichen Aufwand" bedeute.

"Da wir keine 90 000 Euro im laufenden Haushaltsjahr aufwenden können und dürfen, sind die Mittel im Haushaltsentwurf 2022 angemeldet", so Groos. Wenn der Haushalt für das kommende Jahr letztlich so beschlossen werde, könne die Baumaßnahme nach entsprechender Ausschreibung und Vergabe in 2022 umgesetzt werden.

Unvernunft von Bürgern

Die eingerichtete Umleitung ist etwas 150 Meter länger als der gesperrte Streckenabschnitt. Sie ist größtenteils asphaltiert. "Lediglich ein Abschnitt von etwa 100 bis 120 Meter ist als wassergebundene Decke ausgebaut", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Brechen. Es gebe auf der Umleitung keine beschwerliche Schotterpassage und auch keinen beschwerlichen Anstieg, wie von einem Radfahrer bei der Gemeindeverwaltung angemerkt worden sei. Den Angaben des Ordnungsamts zufolge habe man die Streckenführung der Umleitung mit dem regionalen Verkehrsdienst und der Polizei abgestimmt. Die Absperrung sei darüber hinaus so platziert worden, dass die Gartenbesitzer ihre Grundstücke auch weiterhin erreichen können, berichtet Bürgermeister Groos.

Ursprünglich sollte die Absperrung des Streckenabschnitts deutlich "kleinteiliger" ausfallen, so dass die Sportler den Teil des Radwegs auch weiterhin hätten nutzen können. Doch die Unvernunft einiger Bürger verhinderte dieses Vorhaben. Laut Bürgermeister Groos habe die Gemeinde unmittelbar nachdem die Schäden entdeckt wurden zunächst die "kleinteiligere Absperrung" aufgestellt. "Leider haben einige Nutzer des Radweges dann immer wieder das Absperrmaterial in den Emsbach geworfen und die Beleuchtung der Absperrbaken abgetreten und ebenfalls in der Landschaft sowie im Gewässer verteilt", sagt der Verwaltungschef von Brechen. "Für ein solches Verhalten fehlen mir die Worte."

Zunächst habe die Kommune die Absperrung immer wieder erneuert. "Wir mussten dann aber feststellen, dass das unmögliche und unverantwortliche Entfernen und Zerstören kein Ende gefunden hat", so Groos. Dadurch seien Kosten in vierstelliger Höhe entstanden. Weil der Bauhof nicht Woche für Woche die Baken aus der Emsbach fischen wollte, haben die Verantwortlichen dem Treiben ein Ende gesetzt und große Findlinge sowie Bauzäune so installiert, dass die entsprechende Passage nun nicht mehr befahrbar ist. "Das hätten wir uns anders gewünscht, aber durch einige unvernünftige Mitmenschen waren wir dazu gezwungen, den Bereich komplett abzusperren", teilt der Verwaltungschef mit.

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