Partyservice-Chefin Elke Urban-Schmitt mit (von links) Heinz-Werner Zimmermann, Klaus Rudloff, Karl-Heinz Jung, Karl-Heinz Henecker, Peter Schönbach und Klaus Hannappel.
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Partyservice-Chefin Elke Urban-Schmitt mit (von links) Heinz-Werner Zimmermann, Klaus Rudloff, Karl-Heinz Jung, Karl-Heinz Henecker, Peter Schönbach und Klaus Hannappel.

Tolle Aktion in Brechen

Den "Scharfen Sieben" haben es Gewürze angetan

  • VonRobin Klöppel
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Das ehrgeizige Ziel: In der Adventszeit mehr als 1000 Knödel verkaufen

Oberbrechen -Die "Scharfen Sieben" sind ein Freundeskreis erfahrener Männer, deren erste Mitgliedergeneration sich bereits 2006 über einen Kochkurs der Kreisvolkshochschule (VHS) in Oberbrechen zusammenfand. Wie jedes Jahr wollen die nach dem Tod von Walter Königstein aktuell nur noch sechs Mitglieder auch 2021 wieder gegen Ende des Jahres selbstgekochtes Essen für einen sozialen Zweck verkaufen. Diesmal tun sie das aber nicht auf dem Weihnachtsmarkt, sondern am Sonntag, 12. Dezember, von 11.30 bis 13 Uhr als To-Go-Angebot beim Partyservice Schmitt. Damit die "Scharfen Sieben" planen können, gibt es das Essen - entweder Gulasch, Knödel und Rotkraut oder Pilzpfanne mit Knödel und Dip - nur gegen Vorbestellung.

Klaus Rudloff berichtet: "Bei uns im normalen Leben gibt es noch das alte Rollenverständnis, es kochen meist die Frauen". Doch an ihren ungefähr sechs gemeinsamen Kochtagen pro Jahr in den Räumen des Partyservice Schmitt kochen er, Heinz-Werner Zimmermann, Karl-Heinz Jung, Karl-Heinz Henecker, Peter Schönbach und Klaus Hannappel stets mit großer Begeisterung höchstpersönlich.

Eigentlich sollte das, was damals die VHS in der Grundschule anbot, ein Kochkurs für Kinder sein. Doch dann interessierten sich für das Thema eher die älteren Semester, Männer, die sich aus dem Dorf schon seit der Kindheit kannten.

Der Anfang in

der Schulküche

Der Kochkurs mit dem leider mittlerweile verstorbenen ehemaligen Partyservice-Chef Frank Schmitt hat ihnen trotz, wie Rudloff noch weiß, nicht gerade optimalen Rahmenbedingungen in der Schulküche derart viel Spaß gemacht, dass der harte Kern zusammenblieb und sich "Die scharfen Sieben" nannte. Denn sie waren zu siebt und würzten die Gerichte auch gerne gut.

Weitere Kochkurse fanden dann in Schmitts Wohnhaus ohne die VHS statt. Wie Peter Schönbach sagt, kochen die Männer nun bei Schmitts Sohn Robin als neuem Lehrmeister. Robin Schmitt versteht viel vom Kochhandwerk, gehört der deutschen Jugendnationalmannschaft an. Immer gibt es eine Hauptspeise und ein Dessert.

Die "Scharfen Sieben" dürfen bei Schmitt Rezeptwünsche äußern. Das Essen sei vielfältig, oft saisonal. Es werde auch mal gegrillt. Robin Schmitt und seine Mutter Elke stellen den "Scharfen Sieben" die Räume gerne zur Verfügung.

"Wir sind sowas wie das Aushängeschild des Partyservices", meint Rudloff. Denn die Männer seien im Dorf bekannt, auch weil sie jedes Jahr vor Weihnachten Essen für einen sozialen Zweck verkauften. Sie hätten mit dieser Aktion den Weihnachtsmarkt belebt, berichtet Rudloff. Warum sie dieses Jahr lieber eine eigene Veranstaltung aus dem Verkauf machen, hat mit den Hygienebestimmungen in der Corona-Zeit zu tun, aber auch damit, dass sie mit Vorbestellungen in Sachen Zutaten besser planen können. Denn bei dem Weihnachtsmarkt ist es, wie Rudloff sich zurückerinnert, hin und wieder vorgekommen, dass schlechtes Wetter gewesen sein und die "Scharfen Sieben" dann auf vielen der Knödel sitzengeblieben seien.

Dass sie jedes Jahr zu ihren Gerichten immer frisch selbst hergestellte Knödel anbieten, hat bei dem Verkauf mittlerweile schon über zehnjährige Geschichte. Das Engagement der "Scharfen Sieben" ist gut für Oberbrechen. So hat die Gruppe mit einer Spendensammlung maßgeblich dazu beigetragen, dass eine neue Weihnachtsbeleuchtung fürs Dorf angeschafft werden konnte. 35 Sterne hätten, so Rudoff, durch Spenden von Bürgern gekauft werden können. Vor dem 1. Advent würden sie wieder aufgehängt.

20 Flaschen Wein

an einem Abend

Dieses Jahr haben die "Scharfen Sieben" den Ehrgeiz, wieder über 1000 Knödel zu verkaufen. Von daher können auch gerne Hungrige aus dem Oberbrecher Umland bestellen. Für einen Knödel brauchen die "Scharfen Sieben" ein Brötchen. Um die Knödel zu formen, brauchen sie keine Waage. Das Gewicht der Knödel bewegt sich am Ende auch so stets zwischen 90 und 140 Gramm. Um die große Zahl an Essen bewältigen zu können, haben die "Scharfen Sieben" an diesem Mittag ihre Frauen und die Mitarbeiter des Partyservices als Unterstützung. Dafür werden die Frauen einmal im Jahr zu einer Grillparty eingeladen.

Die "Scharfen Sieben" machen auch gerne schöne Tagesausflüge zusammen. Das Beste sind aber die Zusammenkünfte zum Kochen, wo sich gemütlich zusammengesetzt, über vieles geplaudert, gut gegessen und getrunken wird. Zimmermann verrät: "Zu unseren Glanzzeiten haben wir an einem Abend auch schon mal 20 Flaschen Wein geschafft." Der Gemeinschaftssinn stehe bei der Gruppe im Vordergrund. Was vom Gewinn dieses Jahr Gutes für den Ort getan wird, ist noch offen. Rudloff berichtet, dass die "Scharfen Sieben" unter anderem schon einen Tischkicker für die Grundschule angeschafft hätten, Tore für den Schulhof, eine Matschküche für den Kindergarten. Als Nächstes ist geplant, ein bis zwei Nussbäume für den Kinderspielplatz "Friedrichruh" zu spenden. Letztes Jahr wurden 400 Essen verkauft. Die Vorbereitungen starten bereits am Donnerstag vor dem Verkauf mit dem Häckseln der Brötchen. Essensvorbestellungen sind beim Partyservice unter (0 64 83) 16 27 möglich. robin klöppel

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