1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Brechen

Ein hoher kultureller Stellenwert in der Region

Erstellt:

Kommentare

Nach langer Zeit wieder ein großes Konzert in der Festhalle: Michael Steiner und das Sinfonische Blasorchester des TV Niederbrechen.
Nach langer Zeit wieder ein großes Konzert in der Festhalle: Michael Steiner und das Sinfonische Blasorchester des TV Niederbrechen. © r fluck

Volles Haus beim Jahreskonzert der Musikabteilung des Turnvereins Niederbrechen

Niederbrechen -Lange hat die Corona-Pandemie den Alltag und die Probenarbeit der Musikabteilung des Turnvereins Niederbrechen stark beeinflusst. Erfreulicherweise ist es den Verantwortlichen gelungen, mit Kreativität und Zielstrebigkeit neue Formen der Probenarbeit zu finden und nach langer Zeit wieder zu einem Jahreskonzert in die Kulturhalle in Niederbrechen einzuladen.

Keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen braucht sich die Musikabteilung, die sich beispielhaft um ihren Nachwuchs kümmert. Das Schülerorchester unter der Leitung von Stephanie Bruski präsentierte sich bei den Stücken "Take It Easy" (Ray Sacks) und "Call Of The Buffalo" (Gerald Oswald) mit wirkungsvollem Ausdruck - für viele der jungen Musiker war es der erste Auftritt auf einer Konzertbühne.

Musikalische Spannungen

Das Jugendorchester überraschte mit einem vielfältigen Repertoire und einer erfrischenden Präsentation. Besonders bei der "Suite For Dance" von Flavio Bar mit ihren drei Sätzen demonstrierte der musikalische Leiter Marius Schäfer die farbenreiche und differenzierte Sprache der Instrumente und zeigte darüber hinaus bei "Eiger - A Journey To The Summit" (James Swearingen), dass er in der Lage ist, musikalische Spannungen aufzubauen.

Im zweiten Konzertteil präsentierte sich das Sinfonische Blasorchester mit mehr als 80 Musikern mit anspruchsvoller und moderner zeitgenössischer Literatur. Der Dirigent Michael Steiner ging mit viel Leichtigkeit und Eleganz zu Werke und liebt markante Rhythmen und eine vielfältige Dynamik. Schon beim "Gruß an Limburg", einem Marsch aus dem Jahre 1938 aus der Feder des Musikers und Komponisten Joseph Neuhäuser aus Oberbrechen, zeigte sich das große Orchester mit punktgenauen Einsätzen und viel Temperament in bester Spiellaune. Mit charmanter Moderation führte Natasja Gerlach durch das Programm und gab viele Hinweise und Erklärungen zu den einzelnen Stücken.

Oscar Navarros

Freiheitskämpfer

Die fünf Sätze der "Tom Sawyer Suite" von Franco Cesarini erinnern an die Personen aus dem bekannten Buch, die musikalisch mit schelmischer Lebensfreude und Klangvielfalt - ausgeglichen und mit großer Transparenz der Bläserstimmen - zum Leben erweckt wurden. Bei der strahlenden "Fanfare zum Deutschen Turnfest" von Dirk Mattes wiesen spannungsvolle und zugleich durchsichtige Tonebenen auf die kompositorische Strahlkraft dieses Werkes hin.

"What A Wonderful World", ein Lied, einst von Louis Armstrong gesungen und von vielen Künstlern gecovert, ist ein Stück, das die Zuhörer besonders bewegt, weil hier Text und Musik so wunderbar zusammenpassen und sich Melodie und Harmonie auf eine besondere Art vereinen - auch hier konnte sich Michael Steiner mit viel Sensibilität und Sorgfalt in dieses Werk einfühlen.

Höhepunkt des Konzerts, vor allem für die Musiker und ihren Dirigenten waren die "Libertadores", die Freiheitskämpfer, ein monumentales Stück in zwei Sätzen des Filmkomponisten Oscar Navarro. Im ersten Satz "Amazonas" wurden durch verschiedene Instrumente und Stimmen die Tiere der Wildnis, die Trommeln und der Gesang der Urwaldbewohner imitiert. Michael Steine demonstriere die Klangvorstellungen des Komponisten mit einem überzeugenden Ergebnis.

Mit großen gewaltigen Fanfarenklängen begann der zweite Satz "Freiheitskämpfer". Die hohen und erhabenen Klänge wiesen darauf hin, dass hier für Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft wurde. Mit triumphalen Charakter folgten weitere Höhepunkte mit Kraft und Dynamik, bis das Stück mit harten Trommelschlägen beendet wurde. Viel Applaus gab es für das Sinfonische Blasorchester des TV Niederbrechen, das an diesem Abend seinen kulturellen Stellenwert in der Region wieder aufs Neue unter Beweis gestellt hat.

Dr. Rüdiger Fluck

Auch interessant

Kommentare