Gebäude der Brecher Schule im Emsbachtal.
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Die Zukunft der Brecher Schule im Emsbachtal sorgte in der Brecher Gemeindevertretung für heiße Diskussionen.

Bildung

Gemeinde Brechen will alle Schulformen erhalten

  • vonRobin Klöppel
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Fusion mit Niederselters führt zu kontroverser Debatte im Gemeindeparlament

Brechen –Heiß diskutiert wurde in der Brecher Gemeindevertretung die geplante Fusion der Schule im Emsbachtal in Niederbrechen mit der Mittelpunktschule Goldener Grund in Niederselters. Die FDP hätte gerne eine Resolution an den Kreistag verabschiedet, die Grundschule Niederbrechen aus der Fusion herauszunehmen und für ihren dauerhaften Erhalt zu einer eigenständigen Grundschule zu machen. Einigen konnten sich die Gemeindevertreter am Ende aber nur einstimmig auf einen Gegenantrag des SPD-Vertreters Thomas Groos, der fordert, dass künftig an beiden Schulstandorten weiterhin alle bisher erreichbaren Schulabschlüsse möglich sein sollten.

FDP fürchtet auch um die Grundschulen

Vorher war der FDP-Antrag bei nur zwei Ja-Stimmen der FDP-Mitglieder und einer Enthaltung von Hans Saufaus (CDU) mit den Stimmen aller anderen vier Fraktionen abgeschmettert worden. Sebastian Steul (FDP) hatte in seiner Resolutionsvorlage geschrieben: "Auch wenn die Schulbezirke zunächst erhalten bleiben, so dass es bis auf weiteres nicht zu Fahrten von Grundschülern nach Niederselters kommen würde, so wird die Schulleitung der Schule komplett ihren Sitz in Niederselters haben." Die Niederbrecher Grundschule werde dann auch von Selters aus verwaltet. "Angesichts der Größe der Gemeinde Brechen, wäre das eine eklatante Schwächung unserer Gemeinde", befürchtet Steul. Im Grundschulbereich werde die Fusion zum Risiko für Brechen. Bei einer Herauslösung der Grundschule aus der Fusion hätten die Eltern nach wie vor einen Ansprechpartner vor Ort, so Steul. Die FDP sieht die Gefahr, dass der Kreistag die vorgesehene Zuteilung Brecher Schüler an die Niederbrecher Grundschule irgendwann zurücknehmen könne und dann möglicherweise Brecher Grundschüler jeden Morgen nach Selters fahren müssten. Ebenfalls warnte Steul: "Die Betreuungsangebote für die Schüler aus Niederbrechen werden durch die Fusion gefährdet. Fraglich ist, ob die neue Schulleitung die bestehenden, umfangreichen Angebote zur Betreuung der Schüler in Niederbrechen aufrechterhält oder auf die Standorte aufteilt. Schließlich sei zu befürchten, dass der Grundschulstandort Oberbrechen, der sich fortan zwischen zwei Standorten einer Schule befinde, mittelfristig ebenfalls dieser Schule angegliedert werde. Die genannten Einschränkungen würden dann auch die Grundschüler aus Oberbrechen betreffen.

"Wir sind uns einig, dass wir weiterhin einen starken Schulstandort Brechen brauchen", sagte Bürgermeister Frank Groos (parteilos). Der Verwaltungschef betonte, dass es nicht sein könne, dass Brecher Grundschüler künftig nach Selters fahren müssten. Groos sagte aber, dass die Schulkonferenz sich eindeutig dafür positioniert habe, die Niederbrecher Grundschule nicht aus dem Fusions-Konstrukt herauszunehmen. Groos meinte, er habe von Kreisseite auch nicht den Endruck, dass der Grundschulstandort in Frage gestellt werden solle. Das Risiko habe man aber, auch in Oberbrechen, immer, dass irgendwann eine Grundschule geschlossen werden müsse, weil nicht mehr genügend Schüler da seien. Unter anderem durch das Neubaugebiet "Mergel" in Oberbrechen tue die Gemeinde jedoch alles, um einen Kinderschwund zu verhindern.

FWG: Der Kreis will nicht schließen

FWG-Fraktionsvorsitzender Gerd Roos sieht ebenfalls keinen Anlass für die FDP-Resolution. Schulleiter Bernd Steioff habe gesagt, dass die Schulfusionsvorbereitung bisher harmonisch laufe. Dieser habe gerade davon abgeraten, die Grundschule hierbei herauszunehmen, weil dies den Schulstandort Brechen schwächen würde, erläuterte Roos. Mit einer solchen Resolution bringe man nur die Elternschaft unnötig in Sorge. Weder Schule noch Kreis wollten die Schließung der Niederbrecher Grundschule.

SPD: Alle Abschlüsse sollen möglich bleiben

Thomas Groos sagte, dass er von Seiten der Kreistagsfraktionen nichts gehört habe, dass an der Befürchtung der FDP etwas dran sein könne. Von daher fragte sich, ob der Antrag der Liberalen nicht nur beginnendes Wahlkampfgetöse sei. Alle in Brechen wollten, dass hier weiterhin alle Schulabschlüsse möglich blieben, doch die Schulleitung warne, dass eine Ausgliederung der Grundschule aus der Fusion für die Grundschüler eher negative Auswirkungen haben könne. Steil entgegnete, in der Elternschaft sei jetzt schon eine Menge Unsicherheit da. Bei einem Sparkurs des Landkreises könne das befürchtete Szenario sehr schnell Realität werden. Roos erwiderte, man müsse sich an Fakten halten. Die seien: Alle Schulformen sollten an beiden Standorten erhalten bleiben und Brechen solle einen Ansprechpartner der Schulleitung vor Ort erhalten.

CDU: Resolution ist überflüssig

Tobias Herbst (CDU) findet, dass die Behandlung der Resolution im Gemeindeparlament überflüssig sei. Denn es stehe nicht in Aussicht, dass der Grundschulstandort Niederbrechen geschlossen werden solle. Als Kreistagsabgeordneter versicherte Herbst, dass der Kreistag niemals eine Schule aus Willkür zumachen werde. Aber natürlich müsse man sich bei jedem Standort, wenn irgendwo Schülerzahlen deutlich zurückgehen würden, Gedanken über die Zukunft dieses Standortes machen.

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