Ernst-Martin Benner.
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Ernst-Martin Benner.

Die Gründe bleiben verborgen

Goldener Grund: Versetzung von zwei Pfarrern wirft Fragen auf

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Bistum äußert sich nur vage - Gemeinde und Gläubige sind entsetzt

Goldener Grund -In der Pfarrei Heilig Geist Goldener Grund/Lahn gibt es einige personelle Veränderungen. Ernst-Martin Benner, Priesterlicher Leiter und Pfarrer in Niederbrechen, verlässt die Institution. Auch Michael Vogt, Pfarrer von Villmar, steht der Pfarrei schon bald nicht mir zur Verfügung. Darüber hinaus haben jeweils drei Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates ihre Ämter niedergelegt.

Es stellt sich nun die Frage, warum Ernst-Martin Benner, Michael Vogt und die Ratsmitglieder nicht mehr in Pfarrei Heilig Geist tätig sein werden und wer die zurückgetretenen Ratsmitglieder eigentlich sind. Die Verantwortlichen der Pfarrei machten auf Anfrage dieser Zeitung keine Angaben dazu. "Bitte wenden Sie sich in dieser Angelegenheit an das Bistum Limburg", lautete die Antwort des Zentralen Pfarrbüros. Benner und Vogt waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

"Nach intensiven Gesprächen mit dem zuständigen Personaldezernenten im Bischöflichen Ordinariat ist bei Ernst-Martin Benner der Entschluss gereift, dass ein Wechsel in eine andere Pfarrei sinnvoll ist", teilte Stephan Schnelle, Sprecher des Bistums, mit. Pfarrer Benner, der seit zehn Jahren in der Pfarrei tätig ist, habe deshalb den Verzicht auf die Pfarrei Heilig Geist erklärt und der Bischof habe diesen Verzicht angenommen. Benner werde seinen Dienst zum 30. September beenden und eine neue Aufgabe im Bistum übernehmen.

"Pfarrer Michael Vogt ist seit 2014 auf dem Gebiet der Pfarrei tätig, zuletzt als Kooperator. Auch für ihn hat sich nach Gesprächen mit dem Personaldezernenten eine neue Perspektive ergeben", sagte Schnelle. Vogt werde deshalb ebenfalls zum 30. September seine Arbeit in der Pfarrei Heilig Geist beenden und mit einer neuen Aufgabe betraut werden.

"Die Stelle des Pfarrers wird ausgeschrieben. Zum 1. Oktober übernimmt Bezirksdekan Andreas Fuchs die Pfarrverwaltung in der Pfarrei", so der Sprecher. Das Bistum arbeite daran, dass die Pfarrei zeitnah einen neuen Pfarrer bekomme. Der Weggang gleich zweier Priester in einer Pfarrei sei im Bistum Limburg durchaus ungewöhnlich. "Angesichts der pastoralen Situation und mancher Verwerfungen ist es aus Sicht der Diözese aber durchaus sinnvoll, diese personellen Änderungen vorzunehmen, um der Pfarrei eine Perspektive und Neuorientierung zu ermöglichen", erklärte Schnelle. Um welche Verwerfungen es sich dabei handelt, ließ der Sprecher offen. Zu den Hintergründen der sechs Amtsniederlegungen im Pfarrgemeinderat und im Verwaltungsrat wollte sich auch das Bistum nicht äußern.

Pfarrei kennt den Grund auch nicht

Der Ortsausschuss Villmar hat auf der Homepage der Pfarrei Heilig Geist Goldener Grund/Lahn eine Stellungnahme zum Weggang von Michael Vogt veröffentlicht. "Mit großem Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Pfarrer Michael Vogt, seit 2016 in unserem Kirchort sehr segensreich tätig, zum 1. Oktober versetzt werden soll", steht dort geschrieben. Man könne diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen, zumal es keine Begründung gegeben habe. "Wir sehen keinerlei Zusammenhang mit den Problemen und Verwerfungen in der Pfarrei. Pfarrer Vogt hat sich vielmehr immer für einen Ausgleich und ein gedeihliches Miteinander eingesetzt", so der Ortsausschuss.

Michael Vogt sei über den kirchlichen Bereich hinaus bei den Menschen sehr beliebt und genieße ein hohes Ansehen. Dem Auftrag der Pfarrei, den Glauben zu leben und weiterzutragen, werde er in vorbildlicher Weise gerecht. Als Seelsorger habe Vogt stets ein offenes Ohr für die Menschen. "In vielen Gesprächen mussten wir hören, dass die Nachricht seiner Versetzung die Leute vor Ort entsetzt. Sie sind fassungslos und können nicht verstehen, warum ein so engagierter Seelsorger gehen muss", heißt es auf der Homepage.

Entscheidung überdenken

"Die Versetzung von Pfarrer Vogt, von oben herab und ohne plausible Begründung sowie gegen den Willen der betroffenen Menschen vor Ort, entspricht nach unserer Auffassung nicht den vielfach geäußerten Worten unseres Bischofs, die Menschen bei Entscheidungen einzubeziehen und mitzunehmen", berichtet der Ortsausschuss von Villmar. Mit diesem Vorgehen sei man vor vollendete Tatsachen gestellt und das Vertrauen sehr erschüttert worden. "Eine synodale Kirche stellen wir uns anders vor und wir wären sehr erfreut und erleichtert, wenn die Entscheidung überdacht und zurückgenommen würde." tobias ketter

Michael Vogt.

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