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Auf dem Pausenhof der Schule im Emsbachtal in Niederbrechen wurden Markierungen zur Einhaltung der Abstandsregeln angebracht. Dieses Thema beherrscht die Schule derzeit so stark, dass eine Fusion vielleicht erst 2021 kommt.

Bildung

Limburg-Weilburg: Landrat will Schulfusion verschieben

Rektoren aus Brechen und Selters setzen Gespräche fort - Kultusministerium entscheidet

Brechen/Selters -Die Debatte um den Fusionsprozess der Mittelpunktschule Goldener Grund in Niederselters und der Schule im Emsbachtal in Niederbrechen geht in den nächste Runde. Landrat Michael Köberle (CDU) hat in dieser Woche in einem Schreiben an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) eine Verschiebung der Schulfusion um ein Jahr ins Spiel gebracht. Bisher war geplant, die Zusammenlegung zu einer Verbundschule zum Schuljahr 2020/21 erfolgen zu lassen.

Nicht mir notwendiger

Energie vorangetrieben

"Nach unserer Wahrnehmung wurde der Prozess der Schulfusion bisher von den beteiligten Akteuren nicht mit der notwendigen Energie vorangetrieben. Durch die derzeitige Corona-Pandemie ist der Fusionsprozess der beiden Schulen zudem zusätzlich massiv beeinträchtigt", heißt es in Köberles Schreiben. Deshalb sei die Umsetzung der Fusion zu Beginn des Schuljahres 2020/21 nicht mehr durchführbar. Ein überwiegender Teil der Beteiligten begrüße zudem die Verschiebung aufgrund der aktuellen Situation.

Das Staatliche Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg teilt Köberles Meinung. "Wir haben dem Kreis empfohlen, dem Kultusministerium eine Verschiebung vorzuschlagen", sagt Sprecher Dirk Fredl. Es sei wichtig, den Einrichtungen mehr Zeit zu geben, damit die Verbundschule letztlich bestmöglich aufgestellt werden könne.

"Momentan müssen die Schulen wegen der Corona-Krise ihr Augenmerk auf andere Herausforderungen legen", so Fredl. Ob die Zusammenlegung wirklich um ein Jahr verschoben wird, ist derzeit noch nicht klar. "Die Entscheidung liegt beim Kultusministerium. Man kann noch nicht absehen, wann ein finaler Entschluss zustande kommt", sagt der Sprecher des Schulamtes.

Für Bernd Steioff, Rektor der Schule im Emsbachtal, kommt das Schreiben von Michael Köberle überraschend. "Ich bin sehr unglücklich darüber, dass der Landrat vorher mit uns nicht über das Thema gesprochen hat", sagt er. Der Vorstoß sei zu einem falschen Zeitpunkt erfolgt, nämlich genau einen Tag vor einem Fusionsgespräch der beiden Schulen am gestrigen Dienstag. "Michael Köberle hätte sich darüber informieren müssen, dass ein solches Treffen stattfindet", so Steioff. Über den genauen Inhalt des Treffens wollte er sich aber gestern nicht äußern.

Kritik an langer

Bearbeitungszeit

Allerdings sei es schlichtweg falsch, dass die beteiligten Akteure nicht die notwendige Energie aufgebracht haben, um den Prozess weiter voranzutreiben, sagte der Leiter der Schule im Emsbachtal. Er habe sich wiederholt mit konstruktiven Vorschlägen an das Schulamt gewandt, um die Fusion möglichst schnell abzuschließen. Auch der Annäherungsprozess zwischen den beiden Schulen sei in den vergangenen Monaten gut voran gekommen.

"Es gab in diesem Jahr bereits drei Treffen mit allen Verantwortlichen", betonte Bernd Steioff. Die Zusammenarbeit mit dem Rektor der Mittelpunktschule Goldener Grund, Andreas Lang, sei sehr konstruktiv gewesen.

Laut Steioff habe man allerdings viel Zeit in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres verloren. "Bereits am 12. April 2019 hat der Kreistag beschlossen, die beiden Schulen zusammenzulegen. Der Entwurf des Projekts wurde dem Kultusministerium am 24. Juni übergeben. Die Zustimmung des Kultusministeriums hat dann aber bis zum 19. Dezember 2019 auf sich warten lassen", erklärt Steioff. Es sei bedauerlich, dass die Bearbeitung so viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Der Rektor der Mittelpunktschule Goldener Grund, Andreas Lang, sieht dies genauso. Die Zustimmung des Kultusministeriums sei sehr spät erfolgt. "Dadurch ist die Vorbereitungszeit ziemlich knapp geworden", berichtet Lang. Er spricht sich für eine Verschiebung aus, da die Fusion aber sehr gewissenhaft und detailliert vorbereitet werden müsse. Durch die Corona-Pandemie sei der Prozess etwas ins Stocken geraten. "Da das gesamte Projekt gut durchdacht sein muss, ergibt eine Verschiebung der Fusion deshalb absolut Sinn", betont Lang. Tobias ketter

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