Gruppenbild zur Feier des Tages mit Ehrengästen und Familienmitgliedern am Firmensitz in Oberbrechen. fotos: ehrlich
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Gruppenbild zur Feier des Tages mit Ehrengästen und Familienmitgliedern am Firmensitz in Oberbrechen. fotos: ehrlich

Unternehmen

Oberbrechen: Schreinerei seit 150 Jahren in Familienhand

Die Firma Rudloff blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück

Die Firma Rudloff in Oberbrechen feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Die Schreinerei wurde 1870 von Johann Rudloff, Urgroßvater des heutigen Firmenleiters Herbert Rudloff, in der Weyerer Straße in Oberbrechen gegründet. Bis zum Jahre 1907 wurden alle Arbeiten mit der Hand ausgeführt. Ab diesem Zeitpunkt wurden die ersten Holzbearbeitungsmaschinen angeschafft. Ein einzelner Motor im Keller mit einem großen Lederriemen trieb die Maschinen im Obergeschoss an.

Der Großvater Eduard Rudloff übernahm die Schreinerei im Jahre 1929 und führte sie durch die Kriegswirren, bis im Jahre 1950 der Vater Walter Rudloff als Teilhaber mit in die Firma eintrat. Man merkte schnell, dass die Räumlichkeiten in der Weyerer Straße an die Grenzen stießen und daher wurde am 20. April 1954 das jetzige Firmengebäude in der Frankfurter Straße in Betrieb genommen, welches im Laufe der Jahre durch Walter Rudloff immer wieder vergrößert wurde. Des Weiteren wurden Maschinen angeschafft.

Rehe und Hasen auf dem Gelände

Herbert Rudloff kann sich noch an die Zeit erinnern, in der das Gelände noch nicht eingezäunt war und noch keine Neubauten im Umkreis standen, so dass Rehe und Hasen von dem Firmengebäude aus zu beobachten waren, was ihn als Naturliebhaber erfreut hat.

Das Holz wurde in der Regel in größeren Mengen mit Güterwaggons an den Bahnhof Oberbrechen gebracht, von wo aus die Kieferbohlen mit Lastwagen in die Holzhalle der Werkstatt transportiert wurden. Dafür wurde ein ganzer Arbeitstag benötigt.

Die Firma Rudloff betrieb und betreibt in erster Linie eine Bauschreinerei mit allen dazugehörigen Leistungen wie zum Beispiel Fenster, Verglasungen, Rollläden, Haustüren, Zimmertüren, Innenausbau und Reparaturen.

Bereits in den 1960er Jahren wurden die ersten Holz-Alu-Fenster angefertigt und Kunststoff- und Alufenster mit ins Programm genommen. Im Jahre 1980 trat Herbert Rudloff nach abgeschlossenem Studium im Alter von 23 Jahren mit in die Firma ein, schon vorher war sein Vater in der Handwerksarbeit sehr aktiv, was er aber nach dem Eintritt seines Sohnes noch mehr vertiefen konnte, so dass er über 30 Jahre im Dienste des Handwerks stand.

Am 20. Januar 1986 brannte die Fertigungshalle nieder, doch trotz der schwierigen Situation und Umstände konnte im Laufe des Jahres 1987 die Herstellung der Produkte in der neuen Halle wie gewohnt weiter gehen.

Aufträge im ganzen Bundesgebiet

1991 übernahm Herbert Rudloff die Firmenleitung, bis zum heutigen Tage. Sein Vater war noch bis 2009 aktiv dabei, bis zum Zeitpunkt, als die Mutter erkrankte.

Schon immer wurde in erster Linie für die heimische Region gearbeitet, allerdings wurde dann auch nach dem Krieg in den 1950er bis 1980er Jahren schon sehr viel für das Rhein-Main Gebiet gearbeitet sowie im Umkreis von circa 100 Kilometern. Von den 1990er Jahren an wurden auch sehr viele Aufträge im gesamten Bundesgebiet ausgeführt.

Besonders zu erwähnen ist, dass in den vergangenen 50 Jahren 100 Lehrlinge im Betrieb ausgebildet wurden, von denen einige ebenfalls den Weg in die Selbstständigkeit gefunden haben. Über die Jahrzehnte konnten so aber auch viele eigene zuverlässige und sehr gute Mitarbeiter gewonnen werden, die ihre Arbeit auch zur vollsten Zufriedenheit der Kundschaft ausführen.

Herbert Rudloff sieht einen großen Vorteil im dualen Ausbildungssystem, für das sich auch die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft und die Berufsschulen verantwortlich zeigen und die Auszubildenden in unmittelbarer Nähe, das heißt in Limburg und Wiesbaden geschult werden.

Für die Zukunft sieht Herbert Rudloff eine große Aufgabe im Erhalt der Bausubstanz und Infrastruktur in Deutschland, so dass der Bedarf für mehr Auszubildende und qualifizierte Gesellen steigen wird.

Persönlich merkte er an, dass die vielen Jahre im Betrieb mit enormer Arbeit und Mühe, sowie mit Höhen und Tiefen verbunden waren, und doch empfindet er Dankbarkeit für diese Zeit.

Die Vielfalt im Handwerk, bedingt durch die Größe der Betriebe und Unterschiede in den Handwerksberufen, sorge in der Regel für gesunde Strukturen. Gemäßigter Wachstum und das Erreichte zu bewahren sei in der heutigen Zeit ein großer Erfolg, so Rudloff.

Dementsprechend bemüht sich die Firma Rudloff auch in Zukunft, den Betrieb weiterzuführen.

Bernhard Mundschenk als Hauptgeschäftsführer der HWK Wiesbaden und Stefan Laßmann Geschäftsführer der KH-Limburg überbrachten ihre Glückwünsche der jeweiligen Kammern zusammen mit Brechens Bürgermeister Frank Groos. Peter Ehrlich

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