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Sensationsfund: 200 Jahre alte Seltersflasche geborgen

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Die Flasche ist immer noch verschlossen. „Wir haben die Flasche nicht entkorkt. Wir wissen nicht, was sie tatsächlich enthält und wie das Wasser nach 200 Jahren schmeckt“, sagte der Archäologe Tomasz Bednarz. Wenn die Flasche noch ihren Originalverschluss hat, dann müsste das Wasser auch noch genießbar sein. Daran hat Dr. Norbert Zabel keinen Zweifel. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Selters ist der Fachmann für Selterswasser schlechthin.

Und deshalb weiß er auch davon, dass vor 150 Jahren bereits Carl Remigius Fresenius, Gründer des Instituts Fresenius (heute SGS Fresenius) das Wasser aus Selters einem Langzeittest unterzog. Er hat Wasser mit Selterswasser 15 Jahre gelagert und dann geöffnet. Das Wasser sei vollkommen in Ordnung gewesen, sagt Zabel. Und deshalb hat er auch keinen Zweifel daran, dass auch Wasser nach 200 Jahren noch genießbar ist, zumal es im Wasser lag und die Flasche und der Inhalt somit keinen Oxidationsprozessen ausgesetzt war.

Und an der Dichtigkeit des Verschlusses hat Zabel keine Zweifel. „Die Flasche ist zunächst mit Kork und dann mit Pech verschlossen worden“, erzählt er. Das ist dicht und das bleibt dicht.

Und wie kommt eine Flasche mit Selterswasser in die Ostsee? „Das Wasser aus dem Brunnen in Niederselters ist in ganz Europa getrunken worden“, sagt Zabel – auch im 19. Jahrhundert schon. Allerdings war das Wasser, dem Vielfach heilende Wirkung zugeschrieben wurde, ein Erzeugnis für die Mächtigen und Betuchten, quasi ein Luxusgut, das sich Fürsten und andere Herrscher und das begüterte und wohlhabende Bürgertum leisten konnte.

Das in Tonflaschen abgefüllte Wasser, vor 300 Jahren wurde nach Angaben auf diese Abfülltechnik gesetzt, ist von Niederselters aus zunächst mit Pferdefuhrwerken transportiert worden, anschließend ging es auf dem Wasserweg bis nach Amsterdam. Das war nach Angaben von Zabel ein zentraler Umschlagepunkt. Und von dort aus ging es auf Schiffen nach Skandinavien, Riga oder auch nach St. Petersburg.

Kein Zweifel besteht nach Angaben von Zabel daran, dass Flasche und Wasser aus (Nieder)Selters stammen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts habe es noch keinen anderen Seltersbrunnen gegeben. Alles andere, was auch heute mit der Namensbezeichnung Selters auf dem Markt ist,  und aus Selters (dem Bad Camberger Stadtteil Oberselters oder aus dem Löhnberger Ortsteil Selters) kommt, sei zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch nicht auf dem Markt gegeben.

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