+
Tüten voller Müll, Plastik, Autoreifen: All das wird achtlos in den Wald geworfen.

Gegen Abfall-Sünder

Bürger sollen helfen, die Natur sauber zu halten

  • schließen

Eine Ausnahmeerscheinung ist es nicht. Immer wieder fliegt illegal entsorgter Müll durch Wald und Flur. Dagegen wollen die Gemeinden angehen und rufen die Bürger zur Mithilfe auf.

Haus- und Sperrmüll in der Natur zu entsorgen, ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt. Trotzdem passiert es: Gefüllte oder aufgerissene Plastikbeutel, zerschlissene Kleidung, Autoreifen, aber auch defekte Elektrogeräte sind immer wieder an Straßenrändern oder auf Feld- und Waldwegen zu finden. Auch Bauschutt wird abgekippt, wo er nicht hingehört. Ein unbekanntes Phänomen ist das nicht, sagt der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU). Leider. Und leider lassen sich die Müllverursacher in den meisten Fällen nicht ermitteln. Nur ein- oder zweimal habe man bei einer Ladung illegal entsorgtem Bauschutt noch einen Lieferschein gefunden. Dann wird der Täter zur Verantwortung gezogen. Aber das ist die Ausnahme, sagt er. „Meistens haben wir keine Chance.“

Das Problem mit dem „Wild-Müll“ beschränkt sich freilich längst nicht auf Elz. Auch an der Verbindungsstraße von Hadamar zum Ortsteil Oberweyer war – jedenfalls Anfang dieser Woche – Abfall zu besichtigen. Kleine und größere Plastikbeutel säumten die Straße. Peter Heuser von der Ordnungspolizei in Hadamar zufolge ist jedoch „die Anzahl verschwindend gering“. Er selbst könne sich an nur „vier Fälle von derartigem Verhalten“ während seiner 20 Dienstjahre erinnern. Aufgeklärt werden konnten diese Fälle indes nicht. Die Männer vom Bauhof räumten auf.

Wenig Ärger mit illegaler Müllentsorgung gibt es auch in den Ortsteilen von Dornburg. Das bestätigt Bürgermeister Andreas Höfner: „Die Entsorgung von Haus- oder Sperrmüll an Straßenrändern oder gar in der Natur ist in Dornburg zum Glück die wirklich ganz seltene Ausnahme.“ Geschieht dies trotzdem, „wird versucht, den Verursacher zu ermitteln und ihn zur Rechenschaft zu ziehen“. Dazu, wie hoch hier die Erfolgsquote ist, äußert sich Höfner nicht.

Der Elzer Bürgermeister Kaiser wird da konkreter. Es gebe bestimmte Plätze, die für das illegale Müllabkippen attraktiv seien. Meist seien das Zufahrten zu Wald- und Feldwegen, die mit dem Auto gut erreichbar sind. Hinter der Johanneskapelle etwa, an der Ortsausfahrt Richtung Hadamar. Auch die im Wald nahe Görgeshausen gelegene Zufahrt zu den Windrädern sei ein beliebter Müllsammelplatz. Und dort beobachte man betrüblicherweise eine bekannte Entwicklung: „Wo ein Müllsack liegt, kommt schnell der nächste dazu.“ Es ist die Geschichte der Müllvermehrung, die nicht nur ärgerlich, sondern auch kostspielig ist. Zwischen 25 000 und 30 000 Euro kosten die Gemeinde Elz jedes Jahr diese Aufräumarbeiten.

Den illegalen Entsorger kümmert das nicht. Auch nicht in Waldbrunn: „Vermüllung ist ein Thema in unserer Gemeinde und braucht die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger“, teilt die Gemeinde in ihren öffentlichen Bekanntmachungen mit. „Abfälle dürfen nur in dafür zugelassenen Abfallentsorgungsanlagen entsorgt werden. Verstöße gegen diese Vorgabe wie beispielsweise das Wegwerfen, Lagern oder Verbrennen von Abfällen werden von den zuständigen Behörden, Gemeinde oder Regierungspräsidium als Ordnungswidrigkeit verfolgt.“ Um die Verursacher zu finden, bittet die Waldbrunner Verwaltung die Bürger um Unterstützung: „Scheuen Sie sich bitte nicht Leute anzusprechen, wenn Sie feststellten, dass hier einfach nur Müll fallen gelassen wird, ohne die bereitstehenden Abfallkörbe zu nutzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare