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So sieht der Thekenbereich (noch) aus: Gottfried Priebe (von links), Bürgermeister Jens-Peter Vogel und Bärbel Stillger auf der Baustelle.

Die Gastronomie, Foyer und Clubraum öffnen im Januar, mit den Sälen wird es März

Kurhaus-Sanierung verzögert sich

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Rund 2,5 Millionen Euro fließen in die Bad Camberger Kurhaus-Sanierung inklusive der Erneuerung des Dachs. Im Januar soll die Gastronomie wieder öffnen. In den Sälen verzögern sich aber die Bauarbeiten. Eine Inbetriebnahme kann frühestens im März erfolgen, so das Stadtbauamt.

Bad Camberg - Der Eingang ist weiß gestrichen, die Säulen, Wände, Decke. Ein Teil der Wand ist noch blau mit weißen Tupfen. Der Farbtest. "Das sind die Brandschutzplatten. Die sind nachher auch nicht mehr zu sehen", sagt Gottfried Priebe. Im Bad Camberger Stadtbauamt ist er für die Kurhaus-Baustelle zuständig. Ein Thema, dass ihn derzeit ständig beschäftigt. "Seit Sommer wird hier durchgearbeitet, auch an den Wochenenden", sagt er. Denn die Stadt hat einen ehrgeizigen und engen Bauzeitenplan für das 2,5-Millionen-Euro-Projekt entworfen. In einem Punkt klappt es nicht: Die beiden Säle werden später fertig als geplant. "Es gibt so viele Überraschungen, wenn man die Ecken öffnet", erklärt er. Das heißt zum Beispiel: Bei der großen Sanierung in den 90er Jahren wurde ein Teil der Kabel, die nicht mehr benötigt wurden, einfach in den Decken belassen. Das vereinfachte damals die Arbeit. Jetzt muss aber alles raus - Brandschutz.

Der große Kurhaus-Saal wird dieses Jahr noch nicht fertig. Zurzeit ist März ins Auge gefasst. 

Deshalb kann es zu Verzögerungen kommen, wussten die Verantwortlichen schon, als das Kurhaus nach der Fastnachtskampagne geschlossen wurde. Daher wird auch samstags durchgearbeitet. Deshalb gelingt es auch, die Gastronomie fristgerecht an die neue Pächterin zu übergeben. "Da sind wir sehr gut im Zeitplan", sagt Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). Stadtbauamtsleiterin Bärbel Stillger ergänzt, dass einiges verändert wurde. "Ein Lastenaufzug musste zurückgebaut werden. Wir haben Öffnungen im Bereich von Brandabschnitten geschlossen, zweite Fluchtwege geschaffen, die Küche ertüchtigt."

Gepflegte Einrichtung

Eines sei auffällig: Der gute Zustand der Küche. "Man sieht, dass die Pächterfamilie Tomic in all den Jahren sehr sorgsam mit dem Mobiliar umgegangen ist", sagt Gottfried Priebe. Vorbildlich.

Der Magistrat hat die Neuverpachtung des Restaurants ab 1. Januar beschlossen. Geplant ist, die Arbeiten bis Mitte November so weit erledigt zu haben, dass die Nachfolgerin Christiane Westermeier-Stahlberg beginnen kann, das Restaurant nach ihren Vorstellungen einzurichten. Für die über die Brandschutzsanierung hinausgehenden Arbeiten sind Haushaltsmittel in Höhe von 20 000 Euro bereitgestellt. "Diese Arbeiten beinhalten primär eine neue Theke, Schreiner- und Malerarbeiten", sagt Stillger.

Foyer und Clubraum

Das Kurhaus-Foyer wird neu gestaltet und soll ab Januar wieder genutzt werden können.

"Ab Januar können voraussichtlich auch das Foyer und der Clubraum wieder genutzt werden. Die Säle werden entsprechend dem Bauzeitenplan voraussichtlich zum 1. März fertig", sagt die Bauamtsleiterin. "Das funktioniert allerdings nur bei einem reibungslosen Bauablauf, alle Rädchen müssen ineinander greifen, alle Handwerker mitspielen. Die Zeit um Weihnachten, Anfang Januar lässt sich bei den Handwerkern sehr schwer kalkulieren. Somit gibt es hier noch einige Risiken und Unwägbarkeiten, die auch leider nur sehr bedingt in unserer Hand liegen."

Bei den beiden Sälen gibt es mehrere Gründe für die Verzögerung der Inbetriebnahme. "Manche Schäden waren im verbauten Zustand nicht abzuschätzen. Eine Sanierung ist eben kein Neubau", sagt Gottfried Priebe. Das gilt für die Schadstoffsanierung, den Zustand und die genaue Lage der Lüftungskanäle in der Decke sowie Undichtigkeiten an den Terrassentüren. "Dies führte zu Mehrarbeit und leichten Verzögerungen", so Priebe.

Über die reinen Brandschutzarbeiten hinaus hat der Magistrat zusätzlich beschlossen:

Sanierungder Toiletten im Foyer,

Ertüchtigung und Erneuerungder Treppengeländer im Foyer,

Erneuerungder Theke und Garderobe im Foyer,

Erneuerungdes Parketts im Saal.

"Besonders das Foyer und die Säle werden nach der Sanierung nicht nur funktional und sicherheitsrelevant ertüchtigt sein, sondern auch in einem frischen, modernen Design in Erscheinung treten", sagt Bauamtsleiterin Stillger. Neue Wandbeläge, zum Teil Paneelverkleidungen, die neue Akustikdecke, das neue Parkett und die Beleuchtung sollen dafür sorgen.

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Beginn im Jahr 2016, Hauptarbeiten seit März

Jetzt sind die Maler im Kurhaus am Werk.

Seit 2016 läuft die Brandschutzsanierung im Bad Camberger Kurhaus, einschließlich der Ertüchtigung der Lüftungsanlage. Dazu gehörten die Fachingenieurplanungen und die Erneuerung der Brandmelde-Anlage in Zusammenhang mit der Errichtung der Tourist-Info, erläutert Bauamtsleiterin Bärbel Stillger. Hinzu kamen diverse Mängelbeseitigungen im Bereich der Technik und der Nebenräume, um den laufenden Betrieb nicht zu gefährden. Nach Fastnacht, also im vergangenen März, begannen die Hauptarbeiten für den Brandschutz und die Dachsanierung. Dafür musste das Kurhaus geschlossen werden - ursprünglich geplant bis Dezember dieses Jahres.

Die Arbeiten im gastronomischen Bereich liegen gut in der Zeit. Die Wiedereröffnung ist für Januar geplant. Bei den beiden Sälen wird es länger dauern. Falls es keine Komplikationen gibt, wird die Inbetriebnahme im März ins Auge gefasst. Im Bereich der Säle, des Foyers und der Fluchtwege wurde das Kurhaus nahezu komplett entkernt. Mit dem Rückbau ging auch eine Asbestsanierung (zum Beispiel in alten Leitungen und Verkleidungen) einher. Hinzu kommt:

Flächendeckendeelektroakustische Sprachalarmierung,

Beleuchtungin moderner LED-Technik, in den Sälen und im Foyer atmosphärisch schaltbar,

Induktionsschleifefür die Optimierung der Akustik, insbesondere für Menschen mit Hörbehinderungen. pp

Die Kosten sind über vier Jahre gestaffelt

Für die Brandschutzsanierung gab es in den Jahren von 2016 bis 2019 insgesamt Haushaltsansätze in Höhe von rund zwei Millionen Euro, davon 1,5 Millionen Euro 2019. "Bis dato sind 1,9 Millionen Euro netto verausgabt beziehungsweise an Aufträge gebunden. Das heißt, der Kostenrahmen wird weitestgehend eingehalten", sagt Bauamtsleiterin Bärbel Stillger. Für die Dachsanierung gab es Haushaltsansätze in Höhe von 150 000 Euro. "Dieser Kostenrahmen wird auch eingehalten", so Stillger. Zur Dachsanierung inklusive des Blitzschutzes gehört auch die Sanierung der Dachränder und Attika, außerdem wurden neue Dachöffnungen eingebracht (Oberlichter mit Brandschutzanforderungen, RWA genannt). pp

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