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Kreis Limburg-Weilburg will Schul und Stadtbibliothek zusammenlegen

Zusammenlegung von Stadt- und Schulbibliothek

Kreis investiert 600.000 Euro in neues Bibliothekskonzept

Der Kreis Limburg-Weilburg denkt groß: Die Politik investiert 600.000 Euro in einen ganz besonderen Abschnitt der Schulsanierung.

Bad Camberg - Enge Buchreihen, ein gut sortierter Bestand, kleinere Ecken zum Lesen – die Stadtbücherei im Bad Camberg Kurhaus ist zentral gelegen, bietet viel Information auf engem Raum. Auch die Mediathek der Taunusschule ist funktional, doch nicht gerade gemütlich: Regale voller Bücher, in der Mitte des Raumes Tische mit Sitzmöglichkeiten, zum Fenster hin eine Reihe von Computerplätzen. 

Das alles in dem Teil des Gebäudes, für den die nächste Phase der Schulsanierung ansteht. Schulleiter Frank Wellstein zeigt: Man könnte den 240 Quadratmeter großen Raum baulich mehr als verdoppeln und mit Inhalten füllen, die auch der Stadt Bad Camberg zugute kämen. Deshalb die Frage: Wäre es sinnvoll, die Stadtbücherei vom Kurhaus in die Schule zu verlagern und an dieser Stelle einen Gewinn für beide Seiten zu schaffen? 600 000 Euro investiert der Kreis Limburg-Weilburg in die Sanierung der Mediathek. „Einschließlich Erneuerung der Toiletten, Lüftungsanlage, innenliegender Räume und Veränderungen der Geländer in den Treppenräumen“, sagt Kreissprecher Jan Kieserg.

Bad Camberger Stadtverordnete müssen zustimmen

Da dies im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms „KIP 2“ geschieht, hat der Kreis gemeinsam mit Stadt und Schule überlegt, inwiefern eine Zusammenlegung im bereits geplanten Sanierungsbereich möglich ist. „Da dies ohne bauliche Veränderungen machbar ist, hat der Landkreis gegenüber der Stadt signalisiert, dass wir uns – vorbehaltlich der Genehmigung der entsprechenden Kreisgremien – aufgrund der damit verbundenen Vorteile für den Betrieb und die personelle Ausstattung der Bücherei eine solche Kombination vorstellen können“, so Kieserg. Damit es für alle Beteiligten Planungssicherheit gibt, müsste eine Verwaltungsvereinbarung getroffen werden – der natürlich auch die Bad Camberger Stadtverordnetenversammlung zustimmen müsste. 

Angebot und Öffnungszeiten könnten erweitert werden

Ein schriftliches Konzept liegt vor. Oberstudienrat Christoph Rohde, Lehrer an der Taunusschule, hat zur besseren Übersicht einen Entwurf gefertigt, um das Ganze räumlich vorstellbar abzubilden: Hier gibt es Leseecken, runde Tische, Couch-Situationen, abgetrennte Bereiche für Stille und Rückzugsmöglichkeiten, die auch ins Ganztagskonzept der Schule integriert werden könnten. Hinzu kommen ein erleichterter Zugang zu den Büchern über die gleichzeitige Nutzung der „Onleihe“, Ausleihe von E-Books. Dies alles könnte der Schule und der Stadt zur Verfügung stehen, wenn der Synergieeffekt genutzt wird. „Es ist ein Zufall, dass unsere Sanierung mit der des Kurhauses zusammenfällt“, sagt Schulleiter Wellstein und erklärt: „In Frankfurt gibt es sehr gute Erfahrungen mit der Verbindung von Stadtteil- und Schulbibliotheken. Wir könnten das Angebot und die Öffnungszeiten erweitern, ein besseres Umfeld schaffen und sind immer noch zentral gelegen.“ Der Weg zur jetzigen Stadtbibliothek ist nicht weit. 

Leseförderung ist eine Kernaufgabe

„Und wir können gemeinsam auf ganz andere Weise die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen unterstützen“, meint Wellstein. Lesungen im hinteren Bereich der Bibliothek, während es vorne ruhig ist und weiter die Möglichkeit zum stillen Arbeiten besteht, ist da nur eine Option. „Für beide Bibliotheken ist die Leseförderung eine Kernaufgabe“, betont der stellvertretende Schulleiter Heiko Last. Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) ergänzt: Kindergärten und Grundschulen besuchen die Stadtbibliothek, es gibt dort Vorlesestunden und Leseförderung. 

Zusammenarbeit mit Schule könnte ausgebaut werden

Dies könnte in Zusammenarbeit mit der Schule am neuen Ort erweitert werden. Und: „Wir könnten die Grundschulen mit der Taunusschule als Förderstufenschule und für die Sekundarstufe I besser vernetzen“, erklärt Wellstein. So werde früh eine positive Beziehung zur Taunusschule und zum Gebäude aufgebaut. Wellstein: „Wir haben hier durch die vielen Umbauten eine sehr offene Campus-Situation. Das kommt der Idee entgegen, dass Lesewillige das Angebot hier ebenfalls gerne nutzen können. Abiturienten werden erkennen, dass die meisten Universitätsbibliotheken ähnlich strukturiert sind. Das erleichtert den Einstieg ins Studium.“ Eine Dépendance im Kurhaus einzurichten, halten die Verantwortlichen aus personellen Gründen für wenig sinnvoll. Allerdings bringt Vogel eine ähnliche Einrichtung wie die „Buchhaltestelle“ in Würges ins Gespräch. Leser könnten Bücher mitnehmen und einstellen, wie es beliebt. Auch eine Bestellung und Abgabe der geliehenen Bücher im Kurhaus (etwa bei der Tourist-Info) könnte überlegt werden. Noch ist es eine Idee, mit der sich Kreistag und Stadtverordnetenversammlung auseinandersetzen müssen.

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