+
Der Schwerlastverkehr setzt der Straße in Bad Camberg zu. (Symbolbild)

Nach Bauarbeiten

Bad Camberg: Wer bezahlt die Straßenschäden?

Der Bau von 22 Eigentumswohnungen, sechs Einfamilienhäusern und einer Tiefgarage sorgt für Schwerlastverkehr in Bad Camberg. 

Bad Camberg - In einem Wohngebiet in Bad Camberg wird derzeit gebaut. Es entstehen mehrere Häuser und Wohnungen. Der Schwerlastverkehr hat stark zugenommen, der Sudetenweg und die Hochdoberner Straße haben Schaden genommen. Darüber ist ein Anwohner sehr verärgert. Er fordert vom Bauträger die Wiederherstellung des Ursprungszustands.

Bad Camberg: Neubau bei Sudetenweg und Hochdoberner Weg

22 Eigentumswohnungen, sechs Einfamilienhäuser und eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen entstehen derzeit in Bad Camberg. Gebaut wird auf einem Grundstück, das an den Sudetenweg und den Hochdoberner Weg angrenzt. Ende 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Eigentlich ein Grund zur Freude, denn durch das Projekt wird neuer Wohnraum in der Kurstadt geschaffen. Doch die Bauarbeiten stoßen auf Kritik. 

„Durch die Lastkraftwagen, die teilweise schwer beladen zu der Baustelle fahren, werden die Straßen in Mitleidenschaft gezogen“, sagt ein verärgerter Anwohner, der anonym bleiben möchte. Es seien bereits viele Pflastersteine kaputt und nicht mehr fest mit dem Boden verbunden. Außerdem habe sich die Straße abgesenkt. „Was sich unter den Steinen abspielt ist wahrscheinlich noch viel schlimmer. Ich vermute, dass viel Wasser unter das lose Pflaster gelangt ist, so dass die Schäden dort noch größer sind“, merkt der Anwohner an. 

Bad Camberg: Wer übernimmt die Kosten?

Er hat kürzlich einen Gutachter engagiert, der nach einer Prüfung nun eine Stellungnahme zu den Schäden abgegeben hat. Das Gutachten besagt, dass die Straßen nicht für einen derart hoch frequentierten Schwerlastverkehr geeignet seien. Weiterer Schäden müssten erwartet werden. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die Wege durch die Bauarbeiten kaputt gegangen sind. 

Der Anwohner stellt sich nun die Frage, wer die Kosten für die Reparaturen übernimmt. „Die Schäden müssen ganz klar vom Bauträger Weton gezahlt werden und nicht von der Stadt. Es darf nicht sein, dass der Steuerzahler für solch fahrlässiges Verhalten zur Kasse gebeten wird“, sagt er. Außerdem moniert der verärgerte Bürger die rücksichtslose Fahrweise der Bauarbeiter. Es werde teilweise mit den Lastern rückwärts durch die Straßen gefahren, ohne dass ein Einweiser auf Passanten achte. Außerdem befahre man die Wege deutlich zu schnell. 

Bad Camberg: Bauamt bestätigt Straßen-Schäden

„Dadurch entsteht ein Risiko für die Bewohner des Altenheims, dass sich direkt neben der Baustelle befindet“, berichtet der Bad Camberger. „Des Weiteren sind die Grundschulkinder der Atzelschule betroffen. Viele der Jungen und Mädchen laufen auf ihrem Schulweg durch die beiden Straßen.“ Auch Roller- und Radfahrer seien gefährdet. Durch die Unebenheiten in den Straßen könne es zu Stürzen kommen. Die Stadt hat nun Stellung zu der Kritik genommen. Detlef Mück vom Bauamt räumt ein, dass Schäden durch die Baumaßnahme entstanden seien. 

„In Teilabschnitten, vor allem im Bereich der Baustellenzufahrt, sind diese aufgetreten“, sagt er. „Vor dem Beginn der privaten Bauarbeiten wurde eine Fotodokumentation über den Zustand der Wege erstellt.“ Die Firma Weton habe sich gegenüber der Stadt Bad Camberg verpflichtet, die durch die Maßnahme entstandenen Schäden, nach dem Bauabschluss zu beheben. „Außerdem wurde vereinbart, dass Beschädigungen, welche die Verkehrssicherheit gefährden könnten, umgehend behoben werden“ berichtet Mück.

Bad Camberg: Nicht die komplette Straße wird saniert

Die Stadt habe die Verwaltung der Atzelschule über die Gefahren auf dem Schulweg informiert. „Außerdem wurde der Bauträger aufgefordert, ihre Mitarbeiter zu informieren, dass sie auf den städtischen Verkehrswegen besonders vorsichtig fahren sollen“, merkt Mück an. Auch die Firma Weton hat sich zu den Vorwürfen geäußert. „Die ein oder andere Stelle, die stark durch den Lkw-Verkehr beschädigt wurde, wird von uns repariert“, sagt Geschäftsführer Hartmut Büttner. 

Man werde allerdings nicht die kompletten Straßen sanieren. „Eine grundhafte Erneuerung ist nicht nötig“, erklärt Bauleiter Marco Eufinger. Er betont, dass Weton die Anfahrt über den Sudetenweg und den Hochdoberner Weg mit der Stadt abgesprochen habe. Die Benutzung der Straßen sei gesetzlich erlaubt. „Eine Verlegung der Baustelleneinfahrt ist nicht möglich, da derzeit der sicherste Anfahrtsweg genutzt wird“, berichtet Büttner. Seine Mitarbeiter seien bestrebt, die Gefahr für die Anwohner zu minimieren. 

Bad Camberg: Bald weniger Schwerlstverkehr

„Wir tun alles menschenmögliche, um alle zufriedenzustellen“, betont der Geschäftsführer. Bauleiter Eufinger ergänzt: „Wir wollen keinen Ärger. Es ist natürlich möglich sich mit allen Betroffenen an einen Tisch zu setzen, um nochmals über die Themen zu reden.“ Der Lkw-Verkehr werde in den kommenden Monaten zunehmend abnehmen. „Sobald die Rohbauphase beendet ist, wird deutlich weniger Schwerlastverkehr über die Wege fahren“, sagt Büttner. 

Der verärgerte Anwohner ist mit den Ausführungen der Stadt und der Firma Weton nicht einverstanden. „Es reicht nicht aus, dass einige wenige Stellen von dem Bauträger repariert werden“, sagt er. „Bürgermeister Jens-Peter Vogel hat mir in einem Schreiben versichert, dass die Stadt die Wiederherstellung des Ursprungszustandes von Weton gefordert hat.“ 

Außerdem sei die Dokumentation über den Zustand der Verkehrsflächen vor dem Baubeginn nicht korrekt durchgeführt worden, so dass gar nicht klar ersichtlich werde, welche Schäden während der Bauphase entstanden sind. „Um die ganze Sache nicht noch schlimmer zu machen, müssen die Straßen ab sofort für Lkws gesperrt werden. Dann sollen sich Weton und die Stadt über eine neue Baustellenzufahrt Gedanken machen“, sagt der Bad Camberger Bürger.

Vor allem in großen Städten wird über ein Verbot von Steingärten diskutiert. Auch der Naturschutzbund Deutschland fordert dies explizit.

Im Kreis Limburg-Weilburg wird ebenfalls Bedarf gesehen.

 

Zwischen Hadamar und Hundsangen tauchten am Wochenende plötzlich Pferde auf. Eine Frau konnte nicht mehr ausweichen und prallte mit einem Tier zusammen.

Tobias Ketter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare