Beide hatten das gleiche Ziel, doch Armin Laschet (links) setzte sich bei den Christdemokraten in der Kanzler-Kandidatenfrage gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder durch.
+
Beide hatten das gleiche Ziel, doch Armin Laschet (links) setzte sich bei den Christdemokraten in der Kanzler-Kandidatenfrage gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder durch.

Christdemokraten im Kreis Limburg-Weilburg glauben an Wahlsieg

CDU-Politiker stärken Laschet den Rücken

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
    schließen

Keine Koalition mit AfD und Linken

Die Zustimmung für die CDU um Kanzlerkandidat Armin Laschet schwindet. Laut der aktuellen Forsa-Umfrage liegen die Christdemokraten nur noch bei 19 Prozent und damit sechs Prozentpunkte hinter der SPD. Rund zwei Wochen vor der Wahl am 26. September steigt der Druck auf Laschet. Doch wie bewerten die CDU-Politiker aus der Region die Entwicklung? Und halten sie den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen für einen geeigneten Kanzlerkandidaten?

"Es ist ja bekannt, dass ich für Friedrich Merz als neuen CDU-Vorsitzenden und dann auch als Kanzlerkandidat geworben habe", sagt Klaus-Peter Willsch, Bundestagsabgeordneter und Direktkandidat des Wahlkreises 178. Dennoch habe man mit Laschet einen starken und entschlossenen Kanzlerkandidaten, der um Längen besser sei als das Personal von Rot und Grün. "Ich bin davon überzeugt, dass die Union die politische Kraft ist, die unser Land am besten führen kann", so Willsch weiter. Armin Laschet könne Menschen zusammenführen und gleichzeitig die Interessen des Landes beharrlich vertreten. Er vertraue auf die Tatkraft und Ideen der Menschen und er wolle den Bürgern nicht vorschreiben, wie sie zu leben oder auf was sie zu verzichten haben.

Willsch ist der Meinung, dass die CDU trotz sinkender Zustimmung durchaus die Wahl gewinnen kann. "Umfragewerte sind das eine, Wahlergebnisse das andere. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat gezeigt, wie viel Bewegung mittlerweile zwischen Umfrage und Ergebnis liegen kann." Man wolle weiter für die Zustimmung der Wähler kämpfen.

Markus Koob, Mitglied des Bundestages und Direktkandidat des Wahlkreises 176, betont, dass Armin Laschet der richtige Mann für das Kanzleramt sei. "Er ist ein sehr sympathischer und menschlicher Politiker, der das bevölkerungsreichste und industriestärkste Bundesland als Ministerpräsident sehr erfolgreich regiert und dabei unter Beweis stellt, dass er ein Teamplayer ist und unterschiedliche politische Strömungen integrieren kann", sagt Koob.

Er sei weiterhin optimistisch, dass die Christdemokraten bei der Wahl stärkste Partei werden. "Gewonnen hat, wer am Wahlabend vorne liegt, nicht in den Umfragen davor." Es sei nun das Ziel, den Menschen klarzumachen, worum es bei der Wahl jenseits der Personen gehe. "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich es in dieser Wahlzeit bedauert habe, dass die Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen nicht zustande gekommen ist", sagt Koob mit Blick auf Koalitionspartner.

Hofmeister

zuversichtlich

"Armin Laschet führt seit 2017 erfolgreich und geräuschlos eine Koalition aus CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen", so Andreas Hofmeister, Landtagsabgeordneter und Mitglied des Kreistags Limburg-Weilburg. Für ihn sei die Kombination aus Christdemokraten und Liberalen grundsätzlich die Wunschkoalition. Hofmeister habe laut eigener Aussage den Eindruck, dass sich die Medien in diesem Wahlkampf zu viel mit Gesichtsausdrücken und zu wenig mit den Inhalten der Parteien und Kandidaten auseinandersetzen. Der Landtagsabgeordnete ist zuversichtlich, dass die Union mit einem Wahlkampf-Schlussspurt für ein erfolgreiches Ergebnis am 26. September sorgen wird.

"Armin Laschet ist ein Politiker, dem man Deutschland guten Gewissens anvertrauen kann", sagt Joachim Veyhelmann, Mitglied des Hessischen Landtags und Vorsitzender des Kreistages Limburg-Weilburg. Dem Kanzlerkandidat sei es zu verdanken, dass in Nordrhein-Westfalen überhaupt eine Koalition aus CDU und FDP zustande gekommen ist. "Laschet versteht zusammenzuführen, und er ist weit davon entfernt, den Menschen mit Verboten ihr Leben zu beeinflussen, sondern er setzt auf die Tatkraft und Kreativität, auf ihre Solidarität und Vernunft", so Veyhelmann.

Auch der Vorsitzende des Kreistages blickt optimistisch in Richtung Bundestagswahl. "Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass das Ergebnis der CDU besser sein wird, als die Umfragen es derzeit suggerieren." Aufgrund des vermutlich hohen Anteils der Briefwähler könne man momentan keine belastbaren Vorhersagen treffen, sagt Veyhelmann.

Persönlich

kennengelernt

"Ich habe Armin Laschet mal in einem kleinen Kreis persönlich kennengelernt und einen guten Eindruck von ihm bekommen", berichtet Horst Kaiser, Bürgermeister der Gemeinde Elz. Er halte den Kanzlerkandidaten für einen "sehr verlässlichen Menschen", der nichts verspreche, was er nicht halten könne. Außerdem polarisiere Laschet nicht, sondern er versuche zu vermitteln. Aufgrund der aktuellen Umfragen schätzt Kaiser die Kanzler-Chancen von Laschet aber nicht besonders hoch ein.

Daniel Rühl, Fraktionsvorsitzender der Bad Camberger CDU, hält einen Wahlsieg dagegen für realistisch. In den kommenden Tagen und Wochen könne sich noch viel ändern. Armin Laschet sei nicht der Wunschkandidat des Lokalpolitikers. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werde aber derzeit insgesamt zu negativ dargestellt. "Es geht bei der Wahl allerdings primär um Inhalte und nicht um Personen", sagt Rühl. Deutschland stehe vor einer "Richtungsentscheidung", da die Programme der Parteien sehr unterschiedlich seien. Der Bad Camberger hält die FDP für den geeignetsten Koalitionspartner auf Bundesebene. "Es könnte allerdings sein, dass eine stabile Bündnisbildung nach der Wahl generell schwierig wird", teilt der Fraktionsvorsitzende mit.

Alle befragten Politiker sprachen sich übrigens klar gegen eine mögliche Koalition mit der Alternative für Deutschland (AfD) oder den Linken aus. Laut Klaus-Peter Willsch seien auch die Grünen keine brauchbaren Partner. tobias ketter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare