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Regelmäßig kümmern sich die alten Herren der Ehrenabteilung der freiwilligen Feuerwehr um das Ehrenmal in Wilsenroth.

Freiwillige Feuerwehr

Damit das Ehrenmal immer glänzt

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Die alten Herren der Ehrenabteilung der freiwilligen Feuerwehr sind immer im Dienst – auch als Senioren. Vor etwa zehn Jahren haben sie die Patenschaft für das Ehrenmal am Friedhof übernommen und kümmern sich seitdem um dessen Pflege und Erhalt.

Sie kehren Laub zusammen, fegen Stufen, waschen Steinplatten und befreien den Rasen von Abfall. Für die Männer, die sich an diesem Morgen am Ehrenmal beim Wilsenröther Friedhof versammelt haben, ist es eine Selbstverständlichkeit. „Wir sind gewohnt, immer was zu tun“, sagt Manfred Mroß von der Alt-Herren- und der Ehrenabteilung der freiwilligen Feuerwehr.

Mehr muss man darüber nicht sagen. Wie Anpacken geht, wissen die Männer, auch jetzt, da sie längst in einem Alter sind, in dem andere, jüngere anpacken könnten. Manfred Mroß, Willi Jung, Rüdiger Reichwein und die anderen Mitglieder aus der Feuerwehr-Ehrenabteilung sind alle um die 70 Jahre alt. Dass sie ihre Kräfte und ihre Zeit in das Gemeinwohl ihres Dorfes investieren, steht für sie außer Frage. Deshalb haben sie vor mehr als zehn Jahren die Patenschaft für das Ehrenmal am Friedhof übernommen. Das Areal ist weitläufig, „eigentlich ein wenig zu groß für Wilsenroth“, meint Rüdiger Reichwein. Die Pflege ist aufwendig, aber wichtig. Alle paar Monate treffen sich die alten Herren hier.

Vor einigen Jahren trafen sie sich sogar noch häufiger. Denn das alte Holzkreuz, das 1955 beim Bau des Ehrenmals von den Bürgern der Dornburg-Gemeinde aufgestellt worden war, knickte im Dezember 2011 um. Das Holz war im Laufe der Jahre morsch geworden. Ein schwerer Sturm fällte schließlich das Kreuz. Das Mahnmal war zertrümmert, der Anblick traurig. Da wurden die Männer aktiv. Schlossermeister Willi Jung fertigte in seiner Werkstatt ein neues Kreuz an. Fünf Meter hoch und aus unverwüstlichen Stahlträgern war es.

Ein Fundament wurde vorbereitet, wo sich das alte Kreuz aus dem Boden gereckt hatte, und an einem Samstagmorgen schleppte die Dorfjugend das Kreuz auf die am Ortseingang gelegene Erhebung. „Per Hand“, betont Jung. Und dass die jungen Männer aus Wilsenroth mitgearbeitet haben, freut ihn besonders. Denn Ziel des Mahnmals sei eben auch, das Andenken zu bewahren und die Bedeutung der nachfolgenden Generation weiterzugeben.

Um das neue Kreuz herum gruppierten Willi Jung und die Ehren-Feuerwehrmänner zwei Kreise aus Basaltstelen. Der innere, kleinere Kreis soll an die Vermissten und Toten des Ersten Weltkriegs erinnern. Das äußere, größere Rund an die Männer, die aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurückkehrten. Zwischen den Stufen, die zum Ehrenmal hinaufführen, ist eine große Tafel angebracht, auf der alle Namen stehen. „Von direkten Nachkommen gibt es kaum noch jemanden“, sagt Jung.

Auf beiden Seiten ins Mauerwerk eingelassen sind Schiefertafeln, deren Vorlage der Wilsenröther Künstler Josef Kiefer geschaffen und mit einem Steinmetz aus der Region ausgearbeitet hat. Darauf weist ein Engel einem sterbenden Soldaten den Weg zum Kreuz. Ihr gegenüber ist eine Frauengestalt in die Steinplatte gemeißelt, die von ihren Kindern gestützt wird.

Eine würdige Gedenkstätte sei das, finden die alten Herren. Das Ensemble solle mahnen und erinnern, sagen sie. Und es muss gepflegt werden. Zum Beispiel, damit die Schieferplatten kein Moos ansetzen oder die Rasenfläche sauber ist. Dass einige der Alterskameraden erfahrene Handwerker sind, erweist sich dabei als besonders günstig, sagt Manfred Mroß. Vor einiger Zeit mussten die Fugen im Mauerwerk ausgebessert und teilweise mit einer Abdeckung versehen werden. Auch den Kiesweg um das Kreuz und vor dem Aufgang legten die Senioren an. Das Material stellt die Gemeinde zur Verfügung. Den Rest übernehmen die alten Herren. Nachwuchsprobleme haben sie nicht bei den Senioren der freiwilligen Feuerwehr, sagt Jung. Vor kurzem erst sei ein junger Mann dazugekommen. Der junge Mann ist 58.

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