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Die Dehrner Lahnbrücke ist eigentlich nur für Fahrzeuge bis zu 18 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen. Daran halten sich nach Erkenntnissen des Ortsbeirats immer weniger Fahrer von schweren Lkw. Deshalb die Forderung nach dem Bau einer Umgehung mit neuer Brücke.

Verkehr

Dehrn: Schwerverkehr donnert durchs Dorf

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Nachdem die Industrie- und Handelskammern Koblenz und Limburg bereits ein länderübergreifendes Verkehrskonzept für die Region Limburg/Diez gefordert haben, mahnt nun auch der Ortsbeirat von Dehrn eine Lösung der Verkehrsproblematik rund um die Domstadt an. Denn: Die Dehrner sehen sich auf der Ausweichstrecke zwischen B 49 und A 3 besonders belastet.

Dehrn - Der Ortsbeirat Dehrn hat seine Forderung nach Bau einer neuen Lahnbrücke in Dehrn und Erstellung eines Verkehrskonzepts für Limburg und die angrenzenden Kommunen erneuert. Außerdem bittet das Gremium die Stadt Runkel, dass sie sich gegen die für 2020 geplante Umwandlung der B 49 in eine Kraftfahrtstraße wendet.

Nur 7,5 Tonnen zulässig

Hintergrund der Forderungen sind Befürchtungen, dass die Verkehrsbelastung in Dehrn weiter steigen könnte. Denn schon jetzt, so Ortsvorsteher Bernd Polomski (Bürgerliste), nutzten immer mehr Fahrzeuge die Ortsdurchfahrt Dehrn als Transitstrecke zwischen B8/B417 und B 49, um die Innenstadt Limburg zu umfahren. Der Schwerverkehr, der das zulässige Gewicht von neun Tonnen auf der Emsbachbrücke und 18 Tonnen auf der Dehrner Lahnbrücke überschreitet, nehme ständig zu. In Steingasse und Ahlbacher Weg seien sogar nur 7,5 Tonnen zulässig. Auch der Pkw- und Lieferverkehr wachse immer mehr, so Polomski. Besonders schlimm sei die Situation bei Unfällen und Staus auf der A3: Dann werde die Transitstrecke über Dehrn als Umfahrung genutzt.

Weitere Verschlechterungen befürchtet der Ortsbeirat ab 2020. Zum 1. Januar wolle Hessen Mobil die B 49 als Kraftfahrstraße klassifizieren, so dass von diesem Zeitpunkt an landwirtschaftliche Fahrzeuge, die nicht schneller als 60 km/h fahren, die Bundesstraße nicht mehr benutzen dürfen. Zugleich seien die vor langer Zeit geplanten Ausbaustrecken für die Landwirtschaft an der B 49 noch immer nicht lückenlos erstellt, so Polomski. Somit müssten die landwirtschaftlichen Fahrzeuge über die Dörfer und Stadtteile fahren. Betroffen wäre unter anderem auch Dehrn.

Weiter fordert der Ortsbeirat, dass die Stadt Runkel an den Gesprächen über ein Verkehrskonzept im Raum Limburg/Diez beteiligt wird. Dies hatten kürzlich die IHK Koblenz und Limburg in einer gemeinsamen Erklärung eingefordert. Es müsse im Vorfeld ausgeschlossen werden, dass Stadtteile von Runkel die Leidtragenden sind, wenn die Stadt Limburg ihre "Umweltzone" im Rahmen einer gewollten "Verkehrswende" ausweitet, so Polomski. Auch müsse vermieden werden, dass wegen des zu befürchtenden Verkehrschaos durch den Neubau der Lichfieldbrücke in Limburg Stadtteile von Runkel durch die Umleitungen erheblich stärker belastet werden. Die alte, denkmalgeschützte Lahnbrücke soll dann nur noch für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden.

Ennerich und der Limburger Stadtteil Eschhofen würden ebenso belastet; hinzu kämen die langen Schließzeiten der Bahnschranken. Die Verkehrsinfrastruktur in und um Limburg und den Nachbarkommunen sei weder zeitgemäß noch nachhaltig. "Leider haben die Bürger den Eindruck, dass die Bundes- und Landesregierung den ländlichen Raum vernachlässigen und die Belange in den Ortschaften ignoriert. Das führt zu Politikverdrossenheit und Protestwahlen. Darunter leidet das vorhandene freiwillige Engagement der Bürger, sich für seinen Wohn- und Heimatort einzusetzen", sagte der Dehrner Ortsvorsteher. goe

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