Wie sieht die Kirmes in der Zukunft im Westerwald aus? Dieser Frage nahm sich eine digitale Diskussionsrunde unter der Leitung von Dr. Stephan Krempel (oben, rechts) an.
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Wie sieht die Kirmes in der Zukunft im Westerwald aus? Dieser Frage nahm sich eine digitale Diskussionsrunde unter der Leitung von Dr. Stephan Krempel (oben, rechts) an.

Wallmerod: Unterstützung für Kerbevereine

Die Hoffnung, mal wieder gezapftes Bier zu trinken

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Videokonferenz der Christdemokraten unter dem Motto "Wem is die Kirmes??? Us!!"

Wie sieht die Zukunft von Kirmesveranstaltungen in Zeiten der Pandemie im Westerwald aus? Nach Absagen von unzähligen Kirmesveranstaltungen in vielen Dörfern des Westerwaldkreises hat man sich beim CDU-Kreisverband auch Gedanken in dieser Hinsicht gemacht und hat das Thema "Kirmes" in die Reihe "Impulse digital" aufgenommen. Alle vier Wochen führt die CDU-Kreistagsfraktion diese Reihe auch nach der Osterpause fort und lud zu einer Videokonferenz unter dem Motto "Wem is die Kirmes???Us!!"Mitglieder und Vertreter von Kirmesgesellschaften im Westerwald ein.

Die K-Frage auf

kommunaler Ebene

Es wurde am Ende eine sachlich geführte Diskussion die für Teilnehmer, wie aber auch für die heimischen Politiker Lösungsansätze aufzeigte. Nachdem man in Bereichen der CDU auf Bundesebene die K-Frage (Kanzler-Frage) geklärt hätte, wolle man nun auf kommunaler Ebene die K-Frage (Kirmes-Frage) angehen, sagte Dr. Stephan Krempel vom Kreisvorstand der CDU zur Begrüßung der 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und als "Gastgeber" eröffnete gleich darauf Guido Malm als Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, mit einem kräftigen "Wem is die Kirmes", die Vorstellungs- und Diskussionsrunde, um mit der Kirmesgesellschaft Wallmerod. Nic Heuser und Christof Serwas in diesem Kreis eine "Kirmes-Box" vorzustellen, die mit entsprechendem Inhalt im Dorf verkauft werden soll. Beide erzählten aber davon, in diesem Jahr etwas weniger machen zu können.

Überrascht war man in Dreikirchen von der Resonanz der Kirmesjugend. Insgesamt 19 Mitglieder haben sich der Kirmesjugend angeschlossen, aus Corona-Gründen hätten aber trotzdem einige abgesagt wie Lukas Wirth und Lisa Metternich berichteten. Für dieses Jahr wurde die Idee geboren etwas in kleineren Gruppen in der örtlichen Nachbarschaft anzubieten.

Einen Appell, an die Zukunft der Kirmes zu denken, richtete Dominik Pörtner als Vertreter für die Kirmesjugend Obererbach. Es sei seiner Meinung nach zu wenig Mut bei den Organisatoren vorhanden, etwas zu machen und Konzepte auszuarbeiten, dass am Ende doch etwas geht. Man solle nicht den Kopf in den Sand stecken. Er hofft, für die Kirmes irgendetwas anbieten zu können - "so wie Kirmeshüte für Kinder oder auch Kuchen auszuliefern".

In der nächsten Woche wäre in Weroth Kirmes. Wie Marc Weyand sagte, wurden die Planungen für die Durchführung der Kirmes Anfang des Jahres eingestellt. Um aber irgendetwas anbieten zu können. wird an eine Kirmesbox mit Pfefferbeißer und Honig sowie bedruckten Schnapsgläsern gedacht, die zu einem Preis von 15 Euro im Dorf verkauft werden soll. In der nächsten Woche soll eine Online-Veranstaltung "mit kleinem Programm über zwei Stunden" angeboten werden.

Appell von

Jenny Gros

Für die Kirmes Westerburg sprach Heiner Gerz, der Zuversicht ausstrahlte: "Wir kriegen in diesem Jahr irgendwas hin." Was speziell, konnte auch er nicht sagen: "Wir werden kurzfristig aber etwas auf die Beine stellen."

Einen Denkanstoß gab auch die Landtagsabgeordnete Jenny Gros, die einen Appell startete, in Zeiten von Corona auch die Musikvereine aus dem Dorf mitzunehmen. Keine Band für 5000 Euro, sondern der Dorfverein. Allein das wäre in der heutigen Situation schon ein Höhepunkt.

Die Entwicklung, wohin alleine die Durchführung einer Kirmesveranstaltung hingeht, ist derzeit nicht absehbar, so der Tenor aus der Versammlung. Straßenkirmes mit freiem Eintritt sind derzeit nicht möglich. Eingangskontrollen und Security seien "nicht finanzierbar".

Finanzen war dann das Stichwort in Richtung der Kommunalpolitiker. Hier ging der Vorschlag ein, Kirmesveranstaltungen im Rahmen der Kulturförderung zu unterstützen. Dies nahm Klaus Lütkefedder als Verbandsbürgermeister auf. Es bestehe sehr wohl eine "ordentliche Bereitschaft in der Bevölkerung, Kirmesjugend mit Spenden zu unterstützen". Man solle nur keine Angst haben die kommunalen Politiker anzusprechen. "Wir bringen uns da ein. Ein Versuch lohnt sich". Er sprach am Ende den meisten der Beteiligten aus dem Herzen, als er anführte in diesen spannenden Tagen "mal wieder ein gezapftes Bier zu trinken". Bier war dann das Stichwort für Klaus Strüder als Vertreter für die Hachenburger Brauerei an die Kirmesgesellschaften, Freibier auszuloben.

klaus-dieter häring

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