Statt Steinwüste: Vor dem Verwaltungsgebäude wurde 2020 eine breite Vielfalt von einheimischen Pflanzen angesiedelt, die Insekten sowie Falter- und Käferarten einen nahrungsreichen Lebensraum bieten.
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Statt Steinwüste: Vor dem Verwaltungsgebäude wurde 2020 eine breite Vielfalt von einheimischen Pflanzen angesiedelt, die Insekten sowie Falter- und Käferarten einen nahrungsreichen Lebensraum bieten.

Der Ausblick auf 2021 des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Diez, Michael Schnatz

Auch als Verwaltung den Klimaschutz im Blick

Der erste Lockdown hat es gezeigt: Die Digitalisierung muss weitergehen

Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben gezeigt: Deutschland muss digitaler werden. Wir müssen digitaler werden. Heute stehen in den allermeisten Städten und Gemeinden höhere Bandbreiten zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren. Doch der Breitbandausbau bleibt eine Daueraufgabe. Es fehlt vielerorts noch immer an einer gut ausgebauten Glasfaser-Infrastruktur - das Fundament der Digitalisierung ist also noch immer löchrig und der erste Lockdown im Frühjahr 2020 hat uns diese Schwachstellen schonungslos aufgezeigt.

Corona beeinflusst das Schulwesen genauso wie unsere Arbeitswelt. Es gilt, verbliebene Versorgungslücken rasch zu schließen und vorrangig die Schulen sowie das Gewerbe an leistungsfähiges Glasfasernetz anzubinden. In unserer Verwaltung wird außerdem bald ein E-Government-Beauftragter beschäftigt sein. Unabhängig davon, dass das Online-Zugangsgesetz uns dazu verpflichtet, bis Ende 2022 entsprechende Online-Dienste bereitzustellen, wollen wir jetzt aktiv den Auf- beziehungsweise Ausbau attraktiver kommunaler Serviceportale vorantreiben.

Ich bin mir sicher, dass hierdurch enorme Weiterentwicklungspotenziale erarbeitet und ausgeschöpft werden können. Und dies wird - völlig unabhängig von jeder Pandemie und Krise - für die Bürgerinnen und Bürger genauso wie für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nachhaltigen Optimierungen, zu beschleunigten Verfahrensabläufen und auch zu mehr Transparenz führen.

Service, Stabilität

und Sicherheit

Eine Daueraufgabe bleibt das Sicherstellen der Einsatzbereitschaft unserer freiwilligen Feuerwehren. Wir investieren auch in diesem Jahr in Neubauten und Sanierungen von Feuerwehrhäusern, in Fahrzeuge und in Geräte, um unseren Feuerwehrfrauen und -männern ein Optimum an Ausstattung bieten zu können. Das ist auch erforderlich, um neue aktive Wehrleute gewinnen und für dieses wichtige Ehrenamt begeistern zu können. Nicht zuletzt belegen Ereignisse wie der Großbrand im Diezer Industriegebiet im Juni nachdrücklich, dass alle für die Feuerwehr aufgewendeten Investitionen in jedem Fall gut angelegtes Geld sind.

Apropos Geld: Für die Kunden der Verbandsgemeindewerke bleibt der Wasserpreis im nunmehr neunten Jahr in Folge unverändert. Dies ist für die Bürgerinnen und Bürger angesichts steigender Energiepreise unstreitig ein gutes Zeichen und wir erreichen eine ausgewogene und verantwortungsvolle Balance zwischen den finanziellen Belastungen für die Kundinnen und Kunden einerseits und dem wirtschaftlich Notwendigen andererseits. Service, Stabilität und Sicherheit bleiben auch weiterhin die wesentlichen Aufgabenstellungen.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie ist in den nächsten Monaten gewiss auch eine unserer großen Herausforderungen, die Verwaltung so offen wie möglich zu halten und unsere Dienstleistungsangebote ohne nennenswerte Einschränkungen anzubieten. Unsere bestehenden und gut umgesetzten wie auch gut angenommenen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen werden uns noch eine ganze Weile im Alltag begleiten. Die neuen Impfstoffe sind eine Perspektive für uns und erlauben eine gewisse Zuversicht fürs neue Jahr.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass sich die Lokale Aktionsgruppe Lahn-Taunus auch für die kommende LEADER-Förderperiode bewerben will, um weiterhin Ideen und Projekte voranzutreiben und hierfür EU-Mittel erhalten zu können. Das ist zusätzliches und sonst nirgendwoher abrufbares Geld, das direkt in unsere Region fließt. Die Bewerbung werden wir in den nächsten Wochen auf den Weg bringen.

Blühflächen

statt "Steinwüste"

Kommunen sind und bleiben die zentralen Akteure im Klimaschutz, und wir haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche Einzelprojekte umgesetzt, etwa die Energieeffizienzmaßnahmen für unsere Kläranlage in Diez, die Umstellung des Verwaltungsfuhrparks auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie Flächen, die wir als Blühflächen mit einer hohen ökologischen Wertigkeit zur Verfügung stellen. Zuletzt haben wir unsere "Steinwüste" vor dem Verwaltungsgebäude in ein Pflanzen- und Insektenparadies umgewandelt. Mit der Besetzung der neu geschaffenen Stelle eines Klimaschutzmanagers werden wir in der eingeschlagenen Richtung konsequent weitergehen und versuchen, alle Potenziale in der Verbandsgemeinde Diez auszuschöpfen.

Und ganz persönlich wünsche ich mir: Dass wir aus den zurückliegenden schwierigen Monaten auch Positives mitnehmen. Weniger Egoismus, dafür mehr Umsicht und Rücksicht. Dass wir unsere sozialen Beziehungen viel bewusster leben. Dass wir begreifen, dass nicht alles im Leben selbstverständlich ist. Insofern kann die Corona-Krise auch eine gesellschaftliche Chance sein. Wir können das Miteinander und Füreinander zwar nicht neu, aber doch immer wieder für uns entdecken - und hoffentlich auch nicht so bald wieder vergessen.

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