1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Diez

Brutal von der Realität eingeholt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Nur sechs Tage nach dem tollen Saisonauftakt mit dem Auswärtssieg in Petterweil wurden die Holzheimer Landesliga-Handballer brutal von der Realität eingeholt.

Entsetzen, Fassungs- und Ratlosigkeit waren nach den vorausgegangenen 60 Minuten in der Diezer Sporthalle an der Tagesordnung. Selbst Matthias Hieronimus, Trainer des Handball-Landesligisten TuS Holzheim, hatte keine Erklärung parat, sondern schien den Auftritt seiner Truppe bei der 26:27-Niederlage gegen Friedberg schlichtweg nicht zu begreifen. Den Mitfavoriten-Status ist Holzheim nach dem 2. Spieltag jedenfalls wieder los.

TuS Holzheim – TG Friedberg 26:27 (15:13). Vielleicht war sich das gesamte Umfeld in Holzheim nach dem ersten Auftritt zu sicher und hatte die beiden Zähler gegen die Wetterauer Kreisstädter schon abgehakt. Doch Friedbergs Spielmacher André Avemann, früher selbst Holzheimer, zeigte schon in den ersten zehn Minuten seine Torgefährlichkeit. Bis zum 6:5 hatten die Gäste die Nase vorne, ehe Moritz Schneider (zweimal) und Max Schenk für die Holzheimer 8:6-Führung sorgten. Ab diesem Zeitpunkt stand die TuS-Deckung sehr gut, und Torwart Alex Linke knüpfte nahtlos an die überzeugende Leistung aus der Vorwoche an. Nach dem 8:7 legte Holzheim einen Zwischenspurt mit sechs Treffern in Folge zum 14:7 hin, die zumeist aus Tempogegenstößen resultierten. Dabei ließen Tobias Baum und Marco Becker noch mehrere hundertprozentige Chancen ungenutzt liegen.

Alles sprach nach 20 Minuten für die Hieronimus-Truppe. Dann aber gab es einen unerklärlichen Einbruch im Angriffsspiel der Hausherren. Nutznießer war auf Friedberger Seite André Avemann, der plötzlich zum Alleinunterhalter mutierte. Vier Tore in Folge – darunter zwei Strafwürfe – legte er seinen früheren Mannschaftskameraden ins Netz. Am Ende hatte er mit elf Treffern den Löwenanteil am Erfolg. Zwei Zeitstrafen in unmittelbarer Folge gegen Robert Dettling taten ihr Übriges. Wo blieb die grüne Karte der Holzheimer Bank? Eine Minute vor dem Pausengang kam die TGF zum 13:14-Anschlusstreffer, ehe Dettling mit dem 15:13 den ersten Durchgang beschloss.

Der erste Treffer von Baum zum 16:13 ließ noch Hoffnungen aufkeimen, doch die erhielten schon Minuten später einen Dämpfer. Die Gäste erwiesen sich als kampfstarke Truppe, die immer mehr das Gefühl spürte, dass in diesem Spiel etwas zu holen sei. Dettling brachte seine Farben (39.) mit 18:16 in Front, ehe eine Zeitstrafe gegen Jan-Erik Wolfgram zu einem Bumerang werden sollte. Dreimal in Folge brachten die Friedberger ihren halblinken Rückraumakteur Ploner in Szene, der für die eigene 19:18-Führung sorgte. Im TuS-Angriff lief nun nichts mehr. Viele Einzelaktionen bestimmten das Geschehen, und damit war dem Gegner nicht beizukommen. Das 22:21 durch Schenk (51.) sollte die letzte Führung sein. Selbst eine Disqualifikation und eine weitere Zeitstrafe gegen die TG (55.) brachte beim 23:25 keine Wende mehr. Schyga verkürzte zwar per Siebenmeter, doch Schenks Wurf von Linksaußen landete am Innenpfosten. Beim 24:27 waren die Würfel gefallen, auch wenn die Gastgeber noch einmal zum Anschlusstreffer kamen. Mehr war nicht mehr drin.

Holzheim: Linke, Fischer, Schyga (7/4), Becker (5), Giebenhain, Lazzaro (1), Hien, Schneider (4), N. Wolfgram, Dettling (4), Schenk (3), Meffert, J.-E. Wolfgram (1), Baum (1) – SR: Beldermann/Kuger (BSC Urberach) – Zuschauer: 250 – 7 m: 4/4 – 7/7 – Zeitstrafen: 14 Minuten – 10 Minuten + Disqualifikation Ploner.

(cfr)

Auch interessant

Kommentare