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Der ehemalige Spielplatz im Wohngebiet "Schläfer" ist der Zankapfel zwischen "Aufstehen Diez-Limburg" und der Stadt Diez. Nachdem die Baugenossenschaft ihr Vorhaben, Wohnhäuser zu errichten, aufgegeben hat, könnte es zum Verkauf des Areals kommen.

Kein Mehrgenerationen-Platz in Diez

Der Traum vom grünen Garten scheint ausgeträumt

  • vonMariam Nasiripour
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Mehrheit des Stadtrats will Schläfer-Grundstück nach Absage der Baugenossenschaft verkaufen

Diez -Auf dem ehemaligen Spielplatz im Wohngebiet "Schläfer" an der Lübener Straße wird kein bezahlbarer Wohnraum entstehen. Das teilte Stadtbürgermeisterin Annette Wick (SPD) dieser Zeitung mit. Die Baugenossenschaft Rhein-Lahn eG habe ihr Vorhaben zurückgezogen, da die Umgestaltung der "Zuwegung" zum Grundstück mit rund 70 000 Euro zu kostenintensiv sei.

Eigentlich wäre der Weg jetzt frei für die Gruppe "Aufstehen Diez-Limburg" und ihrer Idee eines Mehrgenerationen-Spiel und Nutzgartens. Diese Idee sei auf Initiative der Bewohner im Wohngebiet "Schläfer" entstanden, die Grünfläche als solche zu erhalten. "Wir wollen nicht nur den ökologisch wertvollen Baumbestand bewahren, sondern zusätzlich durch entsprechende Blühsträucher, Hochbeete, Insektenhotels und Vogelnistkästen zum Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität beitragen. Weiterhin könnten wir mit zum Beispiel der Pflanzung eines Bienenbaumes eine Oase für Bienen, Hummeln und Co. sowie eine Herbst- und Winterfutterquelle für Vögel schaffen", steht es im Antrag der Gruppe an die Bürgermeisterin. Auch, dass die Finanzierung des Vorhabens durch Fördertöpfe gesichert werden kann.

Treffen mit Bürgermeisterin

Hierzu habe es im Januar ein Treffen mit Stadtbürgermeisterin Annette Wick (SPD) gegeben. Dabei hätte sie der Bürger-Bewegung ihre Unterstützung zugesagt, sagt Dominik Hölzer von "Aufstehen Diez-Limburg". Außerdem habe Annette Wick der Gruppe die Vorstellung des Gestaltungskonzepts im Bauausschuss der Stadt Diez zugesichert. Doch dann kam die Corona-Krise, und die Sitzung wurde abgesagt.

In der Zwischenzeit sammelte die Gruppe Unterschriften zur Erhaltung der Grünfläche und habe auf eine Antwort aus dem Rathaus gewartet. Zahlreiche Anfragen an Bürgermeisterin und Baugenossenschaft seien stets unbeantwortet geblieben, lautet die Kritik von Dominik Hölzer und seinen Mitstreitern. Die Stadtbürgermeisterin hätte die Gruppe nicht nur monatelang hingehalten, sondern auch ihre Versprechen nicht eingehalten.

Diesem entgegnet die Bürgermeisterin, dass sie der Bürger-Bewegung nie ihre Zustimmung und Unterstützung zugesagt habe. "Das konnte ich auch nicht. Ich hatte einen Beschluss umzusetzen", bekräftigt Annette Wick. Der Beschluss stammte aus der Amtszeit ihres Vorgängers und sah die Übernahme des Grundstücks durch die Baugenossenschaft zur Errichtung von Wohnraum vor.

Landrat sollte

vermitteln

Sie habe beim Januar-Gespräch lediglich angemerkt, dass sie die Idee toll findet. Anschließend sei sie von der Gruppe mit Anfragen bombardiert worden. Diese hätte sie aber nicht beantworten können, da die Antwort der Baugenossenschaft zur Übernahme der Kosten bei einer Umgestaltung der "Zuwegung" zum Grundstück nicht vorlag. Deswegen wandte sich die Gruppe nun an Landrat Frank Puchtler (SPD) und bat um eine Vermittlung zwischen den beiden Fronten. Am Gespräch vor einigen Tagen nahmen neben Landrat, Stadtbürgermeisterin und Mitgliedern der Bürger-Bewegung auch der Erste Beigeordnete Marco Rosso und einige Bürger aus dem Wohngebiet "Schläfer" teil.

Dabei sprach sich der Landrat dafür aus, die bisherigen Kommunikationsprobleme hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Es sei jetzt wichtig, zu sehen, was möglich wäre und eine Lösung zu finden. Gleichzeitig nahm er auch die Stadt Diez und die Bürgermeisterin in Schutz. Der Landesrechnungshof habe verschuldete Kommunen aufgefordert, ihre Haushaltsdefizite zu verringern und dafür auch Immobilien zu verkaufen.

Als Kompromiss und Lösungsansatz schlug die Stadtbürgermeisterin der Bürger-Bewegung vor, ihr Vorhaben bei der nächsten Stadtratssitzung vorzustellen. Gleichzeitig verwies sie aber auf die Tatsache, dass bei einer Absage der Baugenossenschaft zur Übernahme der Kosten für die Umgestaltung der "Zuwegung" (liegt jetzt vor) die Mehrheit des Stadtrats einen Verkauf des Grundstücks will. "Es ist noch kein Beschluss gefasst, aber die Tendenz geht dahin, dass der Stadtrat das Grundstück verkaufen möchte", bekräftigt Annette Wick noch einmal gegenüber dieser Zeitung.

Die endgültige Entscheidung wird aber wohl erst im kommenden Jahr fallen. Denn die nächste Stadtratssitzung am 17. Dezember soll nur dazu dienen, das Vorhaben den Ratsmitgliedern vorzustellen. Mariam Nasiripour

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