Ingrid Schaub mit Förster Dominik Neuroth und Forstwirtschaftsmeister Mike Nöllge sowie helfenden Kollegen.
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Ingrid Schaub mit Förster Dominik Neuroth und Forstwirtschaftsmeister Mike Nöllge sowie helfenden Kollegen.

Hilfe für den Wald

Diez: 200 Bäume im Daubachtal gepflanzt

  • VonMariam Nasiripour
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Schreinerei verzichtet auf Weihnachtsgeschenke für Kunden und möchte Wald beleben

Langenscheid -Dass es dem deutschen Wald schlecht geht, weiß man nicht erst seit gestern. Trockene Sommer, wenig Niederschlag und der Borkenkäfer machen der grünen Lunge des Landes ganz schön zu schaffen. Aus Nachhaltigkeitsgründen und unter Umweltaspekten hat sich die Schreinerei Deutesfeld KG aus Langenscheid in der Verbandsgemeinde (VG) Diez entschlossen, statt Weihnachtspräsenten für ihre Kunden 200 Bäume im Daubachtal zu pflanzen.

Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern haben am gestrigen Freitag drei Mitarbeiter der Schreinerei, zwei Mitarbeiter des Garten- und Landschaftsbauers Volker Hoffmann aus Langenscheid, Förster Dominik Neuroth und Forstwirtschaftsmeister Mike Nöllge 100 Kastanien und 100 Eichen gepflanzt. Die Bepflanzung erfolgte in der Technik der Klumpenbepflanzung. Die Männer pflanzten 25 Bäume in einem Abstand von etwa 1,5 Meter Abstand zu einander. In 20 Meter Abstand folgte der nächste Klumpen mit 25 Bäumen.

Buche und Douglasie sollen wachsen

"Dazwischen soll eine Naturverjüngung gewährleistet werden", erklärt Revierförster Neuroth. Das heißt, dass dort Baumarten, wie Buche und Douglasie wieder wachsen und gedeihen sollen. Die Männer starteten mit der Baumbepflanzung um kurz nach 10 Uhr am Freitagmorgen. Nach dem Bepflanzen wurden die 30 bis 50 Zentimeter Setzlinge mit einem Verbissschutz aus Plastik versehen, damit sie nicht angefressen werden. Wie Revierförster Dominik Neuroth erklärt, eigne sich der Winter, also die Monate November bis März, hervorragend für die Bepflanzung, da der Boden feucht genug ist, damit die Setzlinge Wurzeln ansetzen können. Laut Neuroth brauchen Eichen 100 bis 150 Jahre bis sie ausgewachsen sind, Kastanien dagegen nur 60 bis 70 Jahre. "Vor zwei Jahren war der Wald im Daubachtal noch voller Bäume", erklärt Ingrid Schaub, gesellschaftende Geschäftsführende der Schreinerei Deutesfeld. Sie hatte auch die Idee zu dieser Aktion, berichtet sie. "Ich habe nicht wirklich viel Überzeugungskraft aufwenden müssen, um meine Mitarbeit für die Aktion zu gewinnen", ergänzt sie. Die hätten ihre Teilnahme sofort zugesagt.

Jedes Jahr verschenkt die Schreinerei Deutesfeld KG ansonsten Weihnachtspakete mit Nudeln, Pesto, Wein, Kugelschreiber und Kalender.

Anerkennung von den Kunden

In diesem Jahr entschied sich Ingrid Schaub, lieber den Wald aufzuforsten und wiederzubeleben. Wie Ingrid Schaub erzählt, hätten ihre Kunden mit Verständnis und Anerkennung auf die Nachricht reagiert. Ortsbürgermeister Ulrich Strutt und Revierförster Dominik Neuroth seien ebenfalls von der Idee begeistert gewesen. Der Revierförster hätte auch die Baumarten vorgeschlagen, die bepflanzt werden sollten. Und dieser habe sich für klimaresistente Bäume entschieden, so Neuroth. So komme die Eiche viel besser mit Trockenheit zurecht und die Kastanien stamme aus dem mediterranen Raum und sei auch sehr gut geeignet.

Der Revierförster berichtet, dass in den vergangenen Jahren im Daubachtal rund 30 000 Kubikmeter Waldfläche gerodet werden musste, da die Bäume krank waren. Das Daubachtal hat seinen Namen von der Daubach, dem rechten Zufluss der Lahn bei Langenscheid.

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