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Diez: Blühflächen sollen Mensch und Tier erfreuen

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Von: Rolf Goeckel

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Ernfried Groh (rechts) und Karl Schönborn sind derzeit mit Traktor und Saatschüssel im Einsatz, um mehrere Hektar Brachflächen in Diez zum Erblühen zu bringen.
Ernfried Groh (rechts) und Karl Schönborn sind derzeit mit Traktor und Saatschüssel im Einsatz, um mehrere Hektar Brachflächen in Diez zum Erblühen zu bringen. © Goeckel, Rolf

Ernfried Groh und Karl Schönborn bringen aktuell Saatmischungen aus

Diez -Sonnenblumen, Phacelien, Buchweizen, Klee, Korn- und Ringelblumen: Insekten, die in die Diersteiner Au in Diez fliegen, sollen in diesem Sommer reichlich Nahrung finden. Dafür sorgt der Verein "Blühende Lebensräume Diez" um seinen Vorsitzenden Ernfried Groh, der auch in diesem Jahr wieder mehr als sieben Hektar Blühflächen als bunte Biotope anlegt. Gestern haben Groh und sein Vereinskollege Karl Schönborn mit der Aussaat begonnen. Und die beiden sind jetzt schon gespannt, welche Farbtupfer sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen werden. Denn nicht nur als Nahrungsquelle für Insekten sind die Blühflächen gedacht. "Sie sollen auch die Menschen in Diez und Umgebung erfreuen", sagt Ernfried Groh. Besonders würde es den engagierten Landwirt und Naturschützer, der hauptberuflich Leitender Kriminaldirektor war, freuen, wenn es endlich gelingen würde, auch die Lupinen zum Erblühen zu bringen. "Aber in den letzten Jahren haben sich die Vögel alles geholt", erzählt Groh.

Bereits im vierten Jahr bringt der Verein "Blühendes Diez" Samen in die Erde. Und die Flächen sind stetig gewachsen. Alleine im vergangenen Jahr kamen zweieinhalb Hektar am Diezer Christiansweg zwischen dem Seniorenwohnheim und dem Hain hinzu. "Diese Fläche kann auch in diesem Jahr sich selbst überlassen bleiben, weil mehrjährige Pflanzen sie wieder in wichtige, nützliche und schöne Blühflächen verwandeln werden", erläutert Ernfried Groh.

Rund drei Hektar Blühflächen unterhält der Verein in der Diersteiner Au, am Freiendiezer Wirt und an der Hohen Straße. Dort wurde mit dem Einsäen begonnen - in der Hoffnung, dass die Wetterprognosen zutreffen und am Sonntag die frisch eingesäten Blühsamenmischungen von dem angekündigten Regen kräftig angegossen werden. Bei diesen Flächen handelt sich um sogenannte Blühbrachen, die der Verein so nennt, weil er dafür Blühpatinnen und Blühpaten sucht, die pro Quadratmeter zehn Cent spenden, die wiederum den Landwirten, denen die Fläche gehört, als "Verdienstausfall" ausgezahlt werden. Für dieses Jahr haben bereits der Lions Club Diez und das Autohaus S&R Diez mit ihren Geldspenden das Anlegen von mehr als einem Hektar Blühbrachen ermöglicht.

"Noch haben wir nicht genügend Spenden einwerben können, hoffen aber, dass sich in den nächsten Wochen noch Blühpatinnen und Blühpaten einbringen werden, um die verbleibenden Flächen von rund einem Hektar zu finanzieren", so der Vorsitzende. Für diese Blühbrachen verwendet der Verein einjährige Blühmischungen, die jedes Jahr nach entsprechender Bodenbearbeitung Ende April, Anfang Mai ausgesät werden, wenn der Ackerboden sich erwärmt hat und die Nächte nicht mehr so kalt sind.

Viel Handarbeit im "Labyrinth"

In dieser Woche, berichtet Groh weiter, hat der Verein, der aus 50 Mitgliedern besteht, bereits an verschiedenen Stellen auf Grundstücken von interessierten Umweltfreunden, bei den Verbandsgemeindewerken Diez und auf Flächen des Landesamtes für Mobilität rund 3000 Quadratmeter Blühstreifen angelegt. Auch dafür seien bunt blühende einjährige Saatgutmischungen verwendet worden.

Über den letzten Winter konnten alle Blühflächen erhalten und damit über die kalte Jahreszeit wichtiger Lebensraum geschaffen werden, weil viele Insekten die Stängel und alten Blütenstände als Überwinterungsquartier nutzen. So verpuppt und überwintert zum Beispiel der Schwalbenschwanz an Gräsern oder Stauden. Andere Arten, wie der Marienkäfer, nisten sich in hohle Stängel ein. Auch Vögel und Niederwild profitieren von den erhaltenen Strukturen. Sie finden Schutz und in dem noch vorhandenen Grün und an den Samenständen Nahrung im Winter.

Erblühen soll heuer einmal mehr das im vergangenen Jahr angelegte Labyrinth auf der Neuwiese in der Diersteiner Au. Während Ernfried Groh und Karl Schönborn auf den größeren Flächen Traktoren einsetzen, ist hier Handarbeit gefragt. Zuvor müssen sie mit einer Gartenfräse schneckenförmige Schneisen in die Wiese schlagen, auf denen anschließend der Samen aufgebracht werden kann. Rund eine Woche, schätzen Groh und Schönborn, werden sie für ihre Aussaat in diesem Jahr benötigen.

Wer als Blühpatin oder Blühpate spenden oder sich informieren möchte wendet sich an den Förderverein Blühende Lebensräume Diez, E-Mail: blrdiez@web.de oder 01 52 28 99 05 46.

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