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Annette Wick an ihrem Arbeitsplatz: Die Bürgermeisterin ist seit rund einem Jahr im Amt und hat noch viel vor. foto: mariam nasiripour

Interview

Diez: Bürgermeisterin Annette Wick hat noch viele Ideen

  • vonMariam Nasiripour
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Bilanz und Ausblick nach einem Jahr im Amt

Seit dem 15. August 2019 ist Annette Wick die neue Bürgermeisterin der Stadt Diez. Im Gespräch mit Redakteurin Mariam Nasiripour zieht sie Bilanz. Die Sozialdemokratin erzählt, wie die Altlasten der Grafenstadt und die Corona-Pandemie sie und die Stadt vor große Herausforderungen stellen. Und sie spricht über ihre Wünsche für die Zukunft.

Wie würden Sie Ihr erstes Jahr im Amt beschreiben, Frau Wick?

Es war sehr anstrengend. Aber die Stadt ist so spannend und es gibt noch so viele Themen, die ich gerne anpacken möchte. Es war ein Jahr voller Freude, Spannung und Demut.

Wie war die Anfangsphase? Wie haben Sie sich eingearbeitet?

Ich habe viel gelesen und hinterfragt. Ich habe zu Hause stundenlang in Ordnern gestöbert und mich durch sie durchgearbeitet. Nach der anfänglichen Aufregung ist der Alltag eingekehrt. Inzwischen habe ich einen guten Überblick.

Mit welcher Vorstellung haben Sie das Amt angetreten?

Mein Ziel war und ist eine Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Stadtrat. Ich bin ein Teamplayer. Denn es geht um unsere Stadt. Aber ich renne immer mehr gegen eine Wand von Kritikern und Anklägern. Jeder kämpft gegen jeden und jeder vertritt seine Ansichten und seine Klientel. Natürlich darf jeder seine Ansichten vertreten, aber es wird nicht mehr konstruktiv darüber diskutiert. Immer nur alles und jeden zu kritisieren und zu hinterfragen, bringt die Stadt nicht voran. Ich wünsche mir von manchen Ratsmitgliedern mehr Interesse an unserer Stadt. Viele sehe ich nur zu Sitzungen. Und das ist schade.

Bereuen Sie Ihren Amtsantritt?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe noch sehr viele Ideen für Diez. Ich glaube und hoffe, dass wir alle an einem Strang ziehen - für unsere Stadt.

Welche Ihrer Themen konnten Sie bis jetzt umsetzen?

Momentan kämpfe ich mich durch die Altlasten der Stadt. Allerdings gibt es derzeit mehrere Arbeitsgruppen, die sich mit verschiedenen Themen befassen und diese umsetzen. Beim Thema Nachhaltigkeit gibt es eine Neuigkeit. Wir bekommen in Diez einen Unverpackt-Laden. Außerdem waren schon einige Diezer Schüler zu Besuch im Rathaus. Denn ich möchte gerne die Jugend für Demokratie und Politik begeistern. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Abarbeitung der Altlasten beschäftigt und konnte noch keines meiner eigenen Projekte angehen.

Sie haben in Ihrem ersten Jahr mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Wie stark hat sich die außerordentliche Situation auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

Corona hat unser aller Alltag sehr verändert. Was mir sehr fehlt, sind meine sozialen Kontakte. Alle Treffen werden hinterfragt und müssen wohlüberlegt werden. Das ist anstrengend und belastend. Auch die Durchführung von Rats- und Ausschusssitzungen ist schwierig. Corona erschwert auch die politische Arbeit.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir ein zügiges Abarbeiten der Altlasten, und dass wir Anfang des nächsten Jahres mit unserem großen Thema "Stadtentwicklungsplan" beginnen können.

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