In dieser Woche wurden im 334 Meter langen Tunnel die drei zusammen 26 Zentimeter starken Asphaltschichten aufgetragen. Die Breite zwischen den beiden Notgehwegen beträgt 7,50 Meter. Nach den Markierungsarbeiten stehen zwei 3,25 Meter breite Fahrbahnen zur Verfügung.
+
In dieser Woche wurden im 334 Meter langen Tunnel die drei zusammen 26 Zentimeter starken Asphaltschichten aufgetragen. Die Breite zwischen den beiden Notgehwegen beträgt 7,50 Meter. Nach den Markierungsarbeiten stehen zwei 3,25 Meter breite Fahrbahnen zur Verfügung.

B 417 durch Innenstadt gesperrt

Diez: Die Arbeiten am Tunnel kommen gut voran

Schaumburger Straße soll ab August wieder befahrbar sein - Prognose: Röhre geht Anfang 2022 in Betrieb

Diez -Seit Montag ist die B417 durch die Diezer Innenstadt in Fahrtrichtung Limburg gesperrt und Verkehrsteilnehmer müssen die bekannte Umleitung über die Oraniensteiner Brücke und den Hain nutzen, für LKW gibt es eine weiträumige Umfahrung. Grund dafür sind Straßenbauarbeiten im Tunnel, die die beauftragte Firma Albert Weil AG bis Ende Juni ausführt.

Nachdem dort die Entwässerungs- und Löschwasserleitungen verlegt sowie der Unterbau und die Frostschutzschichten eingebracht wurden, folgen nun die Asphaltschichten für die Fahrbahnen im Tunnel. Auch der Übergang vom Ostportal zur Aarbrücke erhält die abschließenden Deckschichten. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Verkehr ab Montag, 28. Juni, wieder in beide Fahrtrichtungen über die B 417 fließen.

Im Gesamtprojekt stehen viele weitere Arbeiten an, über die der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Mobilität, kurz LBM, Diez, Dr. Kai Mifka, bei einem Rundgang informierte. Bereits vor der Baustellenübergabe durch die Firma Kunz (ARGE Tunnel Diez) konnte mit dem Bau von zwei wichtigen Objekten begonnen werden: Seitlich vor dem Westportal des Straßentunnels wird ein Havariebecken mit einem Fassungsvermögen von 120 Kubikmetern fertiggestellt. Die Aufgabe des aus Stahlbeton bestehenden Auffangbeckens ist die Speicherung von belasteten Flüssigkeiten, die nach einem möglichen Unfall im Tunnel nicht in die Kanalisation gelangen dürfen. Sobald darin installierte Messgeräte Chemikalien, Gas oder Öl feststellen, erhält die zuständige Straßenmeisterei eine Meldung. So können ausgelaufene Flüssigkeiten oder chemisch belastetes Löschwasser aufgefangen und anschließend zur umweltgerechten Entsorgung aus dem Havariebecken abgepumpt werden.

Oberhalb des ehemaligen Gasthauses "Schaumburger Hof" entsteht das Betriebsgebäude für den Straßentunnel. In dem schlichten Betongebäude mit einem zur Umgebung passenden Dach befinden sich die Installationen für die Tunnelbeleuchtung mit einem Batterieraum, damit auch bei einem Stromausfall die Notbeleuchtungen für Flucht- und Rettungswege unterbrechungsfrei funktionieren.

Ein Funkraum sorgt für die Datenübertragung der Leittechnik. Sollte der Tunnel zukünftig mit einer Videoüberwachung oder einem Tunnelfunk ausgerüstet werden müssen, können die erforderlichen Anlagen sowie eine Antenne kurzfristig installiert werden.

Zwischen Betriebsgebäude und Bahn wird auch der Wanderweg hinauf zum Geisenberg in absehbarer Zeit wieder hergerichtet, der eine direkte Fußwegverbindung aus der Innenstadt über den Bahntunnel herstellt.

Temperaturen wie im Backofen

Nachdem die Seitenwände im Straßentunnel einen hellen Anstrich erhalten haben, sind in dieser Woche die Asphaltschichten aufgebracht worden. Am Montag sorgte die 14 Zentimeter starke Tragschicht dafür, dass man am Abend in der Tunnelröhre Temperaturen wie in einem Backofen herrschten, da der Asphalt für den Einbau noch 150 Grad haben muss. Deutlich entspannter war es dann für Polier Herbert Kloft und seine Mannschaft am Dienstag beim Aufbringen der acht Zentimeter dicken Binderschicht und am Mittwoch für die abschließende, vier Zentimeter starke Deckschicht.

Abschließend wird an beiden Tunnelenden noch ein Schallschutz montiert und im Tunnel die Beleuchtung. Ab dem Spätsommer erfolgen die Straßenarbeiten im Tunnelvorfeld des Westportals, die mit den beiden Aarbrücken einen großen Kreisel bilden sollen. Dr. Kai Mifka wagt die Prognose, dass der Tunnels im Januar 2022 in Betrieb genommen werden könnte.

Auch eine Etage über dem Tunnel kommen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Schaumburger Straße voran. Unmittelbar hinter der Eisenbahnunterführung ist eine massive neue Stützmauer mit einer Natursteinoberfläche entstanden. Sie fängt das Erdreich der neu anzulegenden Parkplätze ab. Ob dort auch Stellplätze für Wohnmobile entstehen, ist noch nicht entschieden. Die Straßenbauarbeiten wurden auch gleich für die Erneuerung der Gas- und Wasserleitung genutzt, die in den nächsten Jahren eh angestanden hätte. Unter dem Gehweg liegen jetzt auch wieder die Leitungen von Syna, Telekom und Vodafone, die während der Bauzeit aus dem Baufeld verlegt werden mussten. Aktuell erfolgt der Einbau von Randsteinen und Gullys. Nach der Fertigstellung von Gehwegen und Fahrbahn könnte der Verkehr voraussichtlich ab Ende Juli oder Anfang August wieder freigegeben werden.

Auch der während der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen verfüllte Fußgänger-Durchgang unter der Lahntalbahn zur Kanalstraße und die steilen Treppen zur Schaumburger Straße werden wieder für Anwohner und Wanderer nutzbar. Zeitgleich wird dann die seit Ende Februar 2019 über Privatgelände mögliche Wegeverbindung wieder geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare