Auf der Rathaustreppe erhält Bürgermeisterin Anette Wick (3. v. l.) die offizielle Urkunde. Mit dabei: Christiane Beule vom Willkommenskreis Diez, Bianca Zimmermann sowie den Mitarbeiterinnen des Foodsharing-Kreises.
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Auf der Rathaustreppe erhält Bürgermeisterin Anette Wick (3. v. l.) die offizielle Urkunde. Mit dabei: Christiane Beule vom Willkommenskreis Diez, Bianca Zimmermann sowie den Mitarbeiterinnen des Foodsharing-Kreises.

Nicht für die Tonne bestimmt

Diez: In der Foodsharing-Führungsriege

  • vonRolf-Peter Kahl
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Als vierte Stadt in Deutschland bei den Lebensmittelrettern

Diez -An vielen Orten setzen sich Menschen für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen deren Verschwendung ein. Die Idee der Bewegung ist, lokale Veränderungen herbeizuführen, die zur Sensibilisierung und zu einem Umdenken in der Bevölkerung führen.

Neben Graz, Eupen, Jena und Remscheid ist Diez nun die 5. Foodsharing-Stadt im deutschsprachigen Raum. Am Mittwoch trafen sich die Repräsentanten von foodsharing.de mit Bürgermeisterin Annette Wick, Bianca Zimmermann (Bündnis Innenstadt Diez) und Christiane Beule (Willkommenskreis Diez) im Rathaus zur offiziellen Übergabe der Urkunde als Foodsharing-Stadt.

"Dies ist eine große Ehre und reflektiert, wie sehr Diez sich ständig weiterentwickelt und mit der Zeit geht. Ich bin sehr stolz, denn ein nachhaltiges Diez ist mir sehr wichtig und daher bin ich sehr froh, Foodsharing und andere Organisationen in diese Richtung unterstützen zu dürfen", äußerte das Stadtoberhaupt.

Insgesamt landen in Deutschland pro Jahr fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Konsequenzen davon sind nicht nur hohe Abfallmengen. Der so sorglose Umgang mit Lebensmitteln hat darüber hinaus auch drastische Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß und somit direkten Einfluss auf die Klimakrise. Emissionen, die bei der Produktion, während der Logistik und bei der Lagerung angefallen sind, landen zusammen mit den Waren selbst in der Tonne.

Wichtig auch für das Klima

Die Bewegung Foodsharing-Städte will als Teil der Foodsharing-Organisation künftig zusätzliche Wege gehen: "Wir wollen abseits des Lebensmittelrettens darauf aufmerksam machen, wie wichtig Lebensmittelwertschätzung für das Klima und den Lebenswert in unseren Städten ist", äußerten Vertreterinnen des Organisationsteams der Bewegung. "Ziel der Bewegung ist es, das Thema Lebensmittelwertschätzung in den Alltag der Menschen zu integrieren und lokales Engagement zu fördern. Ganz nach dem Motto "Gemeinsam stark" will die Bewegung dies durch die Kooperationen zwischen aktiven Foodsavern, der öffentlichen Verwaltung und anderen Organisationen erreichen." Unter dem Motto "Jeder kann etwas verändern - jeder kleine Schritt zählt" glauben die Mitglieder, dass von der ersten Ebene - Menschen, die sich in ihrem Alltag und vor ihrer Haustür für mehr Lebensmittelwertschätzung engagieren - eine Veränderung auf zweiter Ebene - in der Politik, dem Handel, der Produktion und der Landwirtschaft - ausgehen kann.

"In Diez war es besonders leicht, die Anforderungen zu erfüllen", sagt Rebecca Lefèvre, Leiterin des Projektes von Foodsharing-Stadt Diez. "Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit der Flüchtlingsinitiative Willkommenskreis Diez zusammen und können dabei gemeinsam viel bewirken. Wöchentlich werden gerettete Lebensmittel dort verteilt, aber gleichzeitig die Bevölkerung involviert und über die Lebensmittelverschwendung informiert." Es bestünden ausgezeichnete Verbindungen zu fast allen Lebensmittelbetrieben in Diez und täglich würden in großen Supermärkten, wie auch ansässigen Anbietern, wie dem Café Auszeit oder dem Diezer Supermarkt Lebensmittel vor der Abfalltonne bewahrt. Bei anderen würden sie nur "im Notfall" angerufen. Wichtig sei, dass in Diez sehr bewusst wenig Lebensmittel weggeworfen werden.

Zusammenarbeit mit Schulen

Außerdem unterstützt die ansässige Foodsharing-Organisation "Fridays For Future Diez" und möchte in Zukunft auch mit Schulen enger zusammenarbeiten. Auch der Lions Club Oranien hat das Thema Nachhaltigkeit auf seiner Agenda und unterstützt die regionalen Ehrenamtlichen regelmäßig. Blühende Gärten Diez, der bald kommende Unverpacktladen - all das seien Resultate einer Bewegung, die nicht nur konsumieren möchte, sondern auch über die Konsequenzen nachdenkt.

"Nächste Ziele sind Foodsharing-Regale in einem Café und einem Seniorenheim zu installieren. Wer Interesse an Foodsharing-Projekten hat. anrufen bei Anne Olschewski, 01 76/60 82 87 62.

Die Ausgabestellen

Im ehrenamtlich geführten Kreis "Bezirk Limburg-Diez und Umgebung", der seit vier Jahren besteht engagieren sich aktuell rund 110 Personen. Der Bezirk erstreckt sich von Bad Camberg, Elz, Weilburg bis nach Katzenelnbogen. Ausgabestellen und Zeiten im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung sind das Gebäude des "Diezer Willkommenskreises" im Wilhelm-von-Nassau-Park (jeweils samstags von 11 bis 13 Uhr) und das Mütterzentrum in der Hospitalstraße in Limburg (zu den üblichen Öffnungszeiten). Rolf-Peter Kahl

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