Das Haus Eberhard ist ein städtisches Sorgenkind: Wird das historische Gebäude saniert oder verkauft?
+
Das Haus Eberhard ist ein städtisches Sorgenkind: Wird das historische Gebäude saniert oder verkauft?

Beschluss in der Stadtratssitzung

Diez: Haus Eberhard: Stadtarchiv wird umziehen

  • VonMariam Nasiripour
    schließen

Auftrag an die Stadt: Sucht geeignete Räumlichkeiten

Diez -Das Stadtarchiv zieht aus dem Haus Eberhard aus. Das wurde bei der jüngsten Stadtratssitzung in Diez einstimmig beschlossen. Das sei die Voraussetzung für weitere Planungen für das Haus, erklärte Stadtbürgermeisterin Annette Wick (SPD). Zustimmung bekam sie von Stefan Holl von der FWG: "Es ist leider ein Rattenschwanz. Das Stadtarchiv muss raus. Wir müssen da was machen." Er erklärte auch gleichzeitig, dass das Stadtarchiv nicht so einfach in das Haus 11 im Wilhelm-von-Nassau-Park umziehen könne, weil vorher zum Beispiel die Statik überprüft werden müsse. Außerdem beherberge das Haus Mieter, die dann umgelagert werden müssen. Holl steht auch dem Vorschlag, dass diese Mieter in das Haus 40 umziehen sollen, skeptisch gegenüber.

SPD und FDP: Keine Diskussionen mehr

"Das Haus 40 soll verkauft werden. Dafür gibt es sogar einen Beschluss. Wenn jetzt Mieter einziehen, dann kann die Stadt das Haus nicht mehr verkaufen", sagte der Fraktionssprecher der Freien Wähler. Außerdem plädierte er dafür, bei der Suche nach einer neuen Adresse für den Willkommenskreis die Verbandsgemeinde und die Kirchen ins Boot zu holen. Die Stadt Diez sollte sich nicht alleine darum kümmern, so Holl.

Axel Fickeis (CDU) bezeichnete das Haus Eberhard als einen Sanierungsfall. "Egal, wie wir uns entscheiden. Das Archiv muss raus", stellte er klar. Fickeis warf die Frage nach Alternativen für das Stadtarchiv in den Raum. Herbert Pechmann (FDP) machte seinem Frust Luft und sagte, dass man endlich vorankommen müsse. "Wir diskutieren schon lange darüber", erinnerte er die Stadträte. Seinen Ausführungen schloss sich Ramona Wiese von der SPD an. "Weitere Diskussionen sind unnötig", sagte sie. Der Erste Beigeordnete Marco Rosso (CDU) sprach sich für das Haus 11 im Wilhelm-von-Nassau-Park aus. Es gehe darum, das Stadt- und Museumsarchiv gemeinsam unterzubringen. Dafür würde sich das Haus 11 sehr gut eignen.

Was wird der nächste Schritt sein?

Die Stadträte erteilten der Stadt den Auftrag, geeignete Räumlichkeiten für die Auslagerung des Stadtarchivs zu finden und durchzuführen. Eine Entscheidung über die Zukunft der Immobilie wurde erneut nicht getroffen, sondern wieder vertagt. Trotzdem ist der Beschluss ein Schritt nach vorne und beendet den Stillstand bei diesem Thema. Bleibt die Frage, ob sich die Stadträte zur Entscheidung durchringen können, wenn das Stadtarchiv das Haus verlassen hat. Dann sind sie gezwungen, den nächsten Schritt zu gehen und zu entscheiden, ob das historische Gebäude saniert oder verkauft wird.

Die Bausubstanz des historischen Gebäudes ist beschädigt. Außerdem muss der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden. 2019 wurde das Haus nach einer Brandschutzbegehung für den Publikumsverkehr geschlossen. Bislang wurden nur notdürftige Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, um die Zeit zu überbrücken, bis der "Fall" Haus Eberhard entschieden ist.

Thema wurde auf 2021 verschoben

Bereits Anfang 2020 hatten die Christdemokraten in der ersten Haupt- und Finanzausschusssitzung des Jahres den Antrag gestellt, 20 000 Euro Planungs- und Gutachterkosten für die Sanierung des Hauses Eberhard in den Haushalt einzustellen. Es ging um die Fragen, ob das Stadtarchiv dort bleiben kann und ob das Haus im Besitz der Stadt bleiben oder doch lieber verkauft werden soll. Doch die Corona-Pandemie verwarf alle Pläne. So mussten nicht nur die Planungskosten von der Investitionsliste gestrichen werden. Die Thematik Haus Eberhard wurde gänzlich auf 2021 verschoben.

In dem historischen Bau ist das Stadtarchiv von Diez untergebracht. Im Erdgeschoss des Hauses fanden bis 2019 Ausstellungen statt. In den obersten Stockwerken befinden sich unbewohnte Wohnungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare