Pächter Stefan Heiland hat einige neue Attraktionen für den Kletterwald angeschafft. Er verteilt Hackschnitzel zwischen dem Ninja-Parcours. Diese Attraktion und die aufgehängten Reifen hinter ihm hat er vom Kletterwald in Wetzlar.
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Pächter Stefan Heiland hat einige neue Attraktionen für den Kletterwald angeschafft. Er verteilt Hackschnitzel zwischen dem Ninja-Parcours. Diese Attraktion und die aufgehängten Reifen hinter ihm hat er vom Kletterwald in Wetzlar.

Entscheidung über den Kletterwald ist gefallen

Diez: Kletterwald muss in zwei Jahren abziehen

  • vonMariam Nasiripour
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Stadtrat entscheidet sich gegen eine Verlängerung der Genehmigung

Diez -Nun ist es amtlich: Die Genehmigung des Kletterwaldes in Diez wird nicht verlängert. Das haben die Stadträte in Diez in der vergangenen Ratssitzung im März unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen. Die Abstimmung war nach Informationen, die der NNP vorliegen, einstimmig. Nach den Ausführungen des Revierförsters Johannes Betz sei die Entscheidung leicht gefallen, heißt es weiter.

Für den Pächter des Kletterwaldes ist diese Entscheidung immer noch unverständlich. Er habe sich Rat bei einem weiteren Sachverständigen geholt und dieser habe ihm mitgeteilt, dass ein Urteil über den Gesundheitszustand der Bäume erst gefällt werden kann, wenn die Bäume Laub tragen. Die Begutachtung der Bäume durch den Revierförster fand jedoch im vergangenen Herbst statt. Er hätte der Stadt auch schon den Vorschlag gemacht, den Zustand der Bäume jedes Jahr zu prüfen, um dann zu entscheiden, wie es weiter gehen soll. Der Vorschlag wurde aber abgelehnt.

Heiland bezweifelt, dass der Revierförster heute sagen kann, dass die Bäume in drei Jahren nicht mehr tragfähig sein werden. Er könne es nur vermuten, aber nicht genau wissen. Weiterhin kritisiert er die Haltung der Stadt Diez gegenüber dem Kletterwald. Es sei nicht einmal versucht worden, nach weiteren Möglichkeiten eines umweltfreundlichen Betriebs des Kletterwaldes zu suchen. Außerdem habe Stadtbürgermeistern Annette Wick (SPD) nur die Meinung und Expertise des Revierförsters zugelassen und sei nicht offen für eine zweite Meinung, ergänzt Heiland.

Zudem kann er nicht verstehen, warum nur der Aufenthalt im Kletterwald aufgrund von kranken und absterbenden Bäumen gefährlich sein soll. Es würden täglich viele Menschen im Hain spazieren gehen, das sei dann genauso gefährlich, denn die Bäume im gesamten Hain seien krank und nicht standfest.

Gegen die Ratsentscheidung wird sich Stefan Heiland aber nicht wehren. Er sei sich nicht sicher, ob das etwas bringen würde. Ob zum Beispiel eine Petition die Entscheidung der Ratsmitglieder beeinflussen würde. Er werde ganz normal weitermachen, den Kletterwald in Schuss halten, die Geräte warten und Kunden empfangen, so lange er darf. Allerdings hofft Heiland auf einflussreiche Unterstützer aus der Bevölkerung, die bei der Stadtbürgermeisterin und den Ratsmitgliedern etwas bewegen könnten.

Inzwischen hätten Stefan Heiland und sein Mitarbeiter Dominik Hofmann bereits sieben Bäume auf dem Pachtgelände gefällt. An zwei dieser Bäume waren Plattformen und Einbauten angebracht, die Umbauten nach sich gezogen hätten. Außerdem hat Heiland einige neue Attraktionen für den Diezer Kletterwald angeschafft. Diese habe er vom Kletterwald in Wetzlar bekommen, der schließen musste, unter ihnen einen Ninja-Parcours, wie man ihn aus dem TV kennt.

Tobias Hüge, Leiter des Bauhofs der Stadt Diez, kann die Denkweise und Argumentation von Stefan Heiland nicht nachvollziehen. Es gehe darum, dass der Kletterwald die Menschen in die Waldfläche zieht. Im restlichen Hain würden die Spaziergänger die vorgezeichneten Waldwege nutzen und nicht in die Fläche gehen. Also müssen nur die Bäume entlang der Wege standfest und sicher gemacht werden. Hüge betonte auch, dass sich der Wald-Zustand in den vergangenen zehn Jahren rapide verschlechtert hätte. Dieses Tempo war nicht vorhersehbar. Der Kletterwald sei zwar nicht für die Schäden im Hain verantwortlich, hätte jedoch seinen Beitrag dazu geleistet.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat sieht das anders. Für sie sei es erwiesen, dass der Kletterwald für die Baumschäden verantwortlich ist. Das sehe man deutlich an den Rinden. Diese Schäden durch die Anbauten seien irreparabel, so die Christdemokraten.

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