Auf diesem ehemaligen Spielplatz in der Lübener Straße soll eine Grünfläche mit einem ökologisch wertvollen Baumbestand, Blühsträuchern, Hochbeeten, Insektenhotels und Vogelnistkästen entstehen. Ein Ort, an dem sich Jung und Alt versammeln können.
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Auf diesem ehemaligen Spielplatz in der Lübener Straße soll eine Grünfläche mit einem ökologisch wertvollen Baumbestand, Blühsträuchern, Hochbeeten, Insektenhotels und Vogelnistkästen entstehen. Ein Ort, an dem sich Jung und Alt versammeln können.

Treffpunkt für Jung und Alt

Diez: Mehrgenerationen-Garten nimmt Gestalt an

  • VonMariam Nasiripour
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Planungsbüro stellt Nutzungskonzept vor - Ort der Begegnung sowie des Lernens

Diez -Die Gruppe "Aufstehen Diez-Limburg" engagiert sich bereits seit langer Zeit für die Nutzung des ehemaligen Spielplatzes an der Lübener Straße in Diez als Mehrgenerationen-Garten. Die Baugenossenschaft Rhein-Lahn eG, die dort bezahlbaren Wohnraum schaffen wollte, hat ihr Vorhaben im vergangenen Jahr zurückgezogen, weil die Umgestaltung der "Zuwegung" zum Grundstück mit rund 70 000 Euro zu kostenintensiv sei. Die Gruppe "Aufstehen Diez-Limburg" sah ihre Chance gekommen, ihr Vorhaben von einem Mehrgenerationen-Garten umzusetzen. Jetzt stellten sie dem Diezer Stadtrat ein von einem Planungsbüro ausgearbeitetes Nutzungskonzept für das Grundstück vor.

Vorgestellt wurde das Konzept vom Landschaftsarchitekten Oliver Kunz vom Planungsbüro Sabine Kraus in Limburg. Kunz stellte zunächste die Vorteile einer öffentlichen Grünfläche heraus. Das Grundstück liege zentral im Wohngebiet Schläfer und könne sicher und barrierefrei erschlossen werden. Die unmittelbaren Anwohner hätten ein Auge auf das Grundstück und dessen Nutzer.

Es sei wichtig, grüne Flächen zu erhalten, denn sie gehen zurück zugunsten von Parkplätzen, so Kunz. Das Grundstück sei für Kinder und Jugendliche gut erreichbar und könne mit wenig Aufwand und Kosten gepflegt werden. Außerdem sei der alte Baumbestand sehr wertvoll zur Kaltluftbildung und spende Schatten. Bereits jetzt werde die Fläche oft und viel von Eltern mit kleinen Kindern und Babys genutzt.

Zudem hätte die Fläche hohes Potenzial an Lebensraum für Tiere, wie Fledermäuse, Säugetiere und Reptilien. Man könnte dort Nistkästen für Vögel anbringen, Insektenhotels aufstellen und Nahrungsraum für Bienen schaffen. Weiterhin sieht das Konzept auch die Errichtung von Hochbeeten für Senioren vor. Dort könne man zum Beispiel Beeren anpflanzen oder andere Lebensmittel, die dann von den Nutzern des Mehrgenerationen-Gartens ge-nascht werden. Aber auch eine Verwendung der Ernte durch die Kitas kann sich die Gruppe "Aufstehen Diez-Limburg" gut vorstellen. Vorgesehen sei auch ein Lehrpfad mit Info-Tafeln, um Schul- und Kita-Kindern die heimische Flora und Fauna näher zu bringen.

Ein Spielplatz in Wohnungsnähe

Kunz erläuterte auch, dass nach der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen ein Spielplatz in direktem Wohnumfeld vorhanden sein muss. Sollte der Bauherr keinen privaten Spielplatz anbieten können, dann müsse ein öffentlicher Spielplatz unter Kostenbeteiligung des Bauherren errichtet werden. Außerdem müsse der Spielplatz von Kindern und Jugendlichen zu Fuß erreichbar sein. Das Grundstück in der Lübener Straße erfülle alle diese Voraussetzungen.

Am Projekt würden sich neben der Initiative "Aufstehen Diez-Limburg" auch die Anwohner im Wohngebiet Schläfer und darüber hinaus beteiligen, berichtet der Landschaftsarchitekt. Zudem seien Kooperationen mit Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen geplant. Hier seien bereits Vorgespräche geführt worden. Weitere Kooperationen sollen mit "Blühende Lebensräume Diez", der NABU und weiteren Vereinen eingegangen werden.

"Für den Aufbau und die spätere Wartung des Platzes haben sich mehrere Personen bereit erklärt", heißt es im Konzept. So habe sich Andreas Klaus, Galabau-Meister aus Diez, bereit erklärt, die Baum- und Heckenpflege durchzuführen und für die allgemeine Verkehrssicherung zu sorgen. Der Anwohner Volker Schlierke würde sich dann um allgemeine Wartungsarbeiten und das Rasenmähen kümmern. Für weitere allgemeine Wartungsarbeiten und Kontrollen habe sich Martin Serafin, ehemaliger Fachberater für Kitas beim Bistum Limburg, bereit erklärt. Den Winterdienst und auch das Rasenmähen übernehme der Anwohner Fidan Zekaj. Eine jährliche Hauptkontrolle sollte dann in Abstimmung mit dem Bauhof der Stadt Diez erfolgen. Das ganze Projekt würde die Stadt Diez keinen Cent kosten, erklärte Oliver Kunz abschließend. Es würde in das Förderprogramm "Förderung von Maßnahmen zur Schaffung und Umgestaltung von Gemeinschafts- und Schulgärten, Gärten von Kitas, Bienengärten und Generationenschulgärten" des Umweltministeriums fallen. Die Förderhöhe kann bis 15 000 Euro betragen.

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