Ein spannender Anblick: Das begehbare Labyrinth in der Diersteiner Au aus der Luft.
+
Ein spannender Anblick: Das begehbare Labyrinth in der Diersteiner Au aus der Luft.

Feld mit Blumen und Kräutern

Diez: Mit den Insekten auf Augenhöhe

Begehbares Labyrinth in der Diersteiner Au eröffnet - Ein Projekt für den Erhalt der Artenvielfalt

Diez -Es summte und brummte am Montagvormittag, als sich die Teilnehmer der offiziellen Eröffnung des neu geschaffenen Blühlabyrinths in der Diersteiner Au auf die etwa 500 Meter lange Strecke durch das Feld blühender Blumen, Pflanzen und Kräuter begaben.

"Wir können versprechen, dass Nutzer dieses neuen Projekts hier in der Au mit Insekten auf Augenhöhe gehen können", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft blühende Lebensräume Diez, Ernfried Groh, bei seiner kurzen Begrüßung, bei der er unter anderem auch die beiden Bürgermeister Anette Wick (Stadt Diez) und Michael Schnatz (VG Diez) willkommen hieß.

Wichtige Pollen- und Nektarquellen

Schon nach den ersten Metern konnte man beim Rundgang registrieren, wie wichtig solch ein Feld für die natürliche Artenvielfalt ist und Nützlingen einen Überlebensraum bietet. Dazu bietet das bunte Blütenmeer Bestäubern wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen wichtige Pollen- und Nektarquellen.

Jedenfalls konnte man in der Au zwischen hohen und niedrigen Pflanzen, zwischen breiten und schmalen Stängeln, auf großen und kleinen Blättern sowie bunten und wohlriechenden Blüten Insekten aller Art sehen.

Falter, Bienen, Käfer, Fliegen oder Libellen erweckten den Eindruck, dass sie mit dem, was da im Mai eingesät wurde, zufrieden sind. Und auch Spatzen und Sperlinge, die in den um das Feld wuchernden Hecken lärmen, sind Garanten für ein weiteres, gelungenes Projekt in der Diersteiner Au. Ernfried Groh, der im nur einen Steinwurf weit entfernten Aussiedlerhof lebt, erzählte auch von einem neu geschaffenen Rückzugsort für besondere Vogelarten, Kleintiere und heimisches Wild. "Von meinem Küchenfenster aus habe ich Feldlerchen, Neuntöter und sogar Rebhühner beobachten können".

Das durch die Diezer Kulturreferentin, Forscherin, Künstlerin, Friedenspädagogin und Philosophin Li Shalima in Zusammenarbeit mit der AG geschaffene Labyrinth, das auf einem Feld von rund 2,8 Hektar angelegt wurde, besitzt als Kernstück einen verschlungenen und verzweigungsfreien Weg, dessen Linienführung unter regelmäßigem Richtungswechsel zum Ziel, dem Mittelpunkt, führt. Der Weg ist 500 Meter lang und man benötigt jeweils rund acht bis zehn Minuten für den Hin- und den Rückweg.

Die Erbauer bitten die Menschen, achtsam auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde angeleint draußen zu lassen. Für dringende Notfälle gibt es aus der Mitte heraus einen Notausgang.

Ein Erlebnis für alle Sinne

Li Shalima beschreibt das Labyrinth als eine Schnittstelle zwischen Menschen und unberührter Natur. Das Hineingehen in das großflächig angelegte Blühfeld sei ein ganz besonderes Erlebnis für alle Sinne. "Dort summt und brummt das pralle Leben. Dort geht einem das Herz auf", so Shalima. Hinzu kämen noch der wundervolle Kräuterduft und die Farbenpracht der Blüten.

Das Projekt war eigentlich schon vor zwei Jahren geplant, aber Corona und vor allem die Trockenheit führten dazu, dass man die Planungen in dieses Jahr verschob.

Und die "Macher" wurde belohnt durch ideale Wachstumsbedingungen. Derzeit stehen fast alle ausgesäten Pflanzen in voller Blüte, und betörende Düfte ziehen durch die Au. Das Labyrinth findet man - nach etwa 800 Metern zu Fuß - auf der linken Seite am Wirtschafts-, Rad- und Wanderweg, der von "In der Ruhstatt 45" aus in Richtung Lahn führt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare