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Nikolas Noel Michel neben seinem Prüfungsstück von der Gesellenprüfung. Die Presse steht in seiner Werkstatt in Holzheim und war eine Idee seines Vaters.

23-Jähriger ausgezeichnet

Diez: Mit Geschick zum besten Nachwuchshandwerker

  • vonMariam Nasiripour
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Nikolas Noel Michel gewinnt den Leistungswettbewerb im Kammerbezirk Koblenz

Holzheim -Das handwerkliche Geschick liegt in der Familie. Deswegen verwundert es auch nicht, dass Nikolas Noel Michel aus Holzheim zum besten Nachwuchshandwerker des Landes Rheinland-Pfalz gekürt wurde. Beim Leistungswettbewerb im Kammerbezirk Koblenz belegte der 23-Jährige in der Fachrichtung Konstruktionstechnik den ersten Platz.

Das Interesse an Technik und Handwerk habe er schon immer gehabt, erklärt Nikolas Noel Michel. Das fing mit Schreiner- und Holzarbeiten an. Nach dem allgemeinen Abitur an der Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg - Fachrichtung Maschinenbau - begann er mit einer Ausbildung zum Metallbauer bei der Firma Roßtäuscher in Diez. Die Ausbildung weckte sein Interesse und seine Leidenschaft für Metallbau und Konstruktionstechnik. Als einer der Prüfungsbesten nahm er an einem Wettbewerb der Handwerkskammer Koblenz teil, gewann und qualifizierte sich damit für den Landeswettbewerb.

Prüfungsangst ist immer dabei

Zu Beginn des Wettbewerbs sei er sehr nervös gewesen, erzählt der 23-Jährige: "Ich habe am Anfang jeder Prüfung Prüfungsangst. Wenn ich dann drin bin, verfliegt sie." Seine Prüfungsaufgabe war die Konstruktion eines Riegels/Schlosses. Dafür hatte er sechs Stunden Zeit. "Die Teilnehmer bekommen eine Schachtel mit den Einzelteilen und eine technische Zeichnung. Und dann geht's los", erzählt Nikolas Noel Michel. "Die Zeit ist sehr knapp bemessen. Es ist nicht so, dass man sich eine halbe Stunde die Zeichnung anschauen kann, um dann gemütlich an die Prüfung dran zu gehen." Er sei analytisch vorgegangen: habe sich die Zeichnung angeschaut und sich dann Schritt für Schritt vorgearbeitet. "Ich war so etwa 10 bis 15 Minuten vorher fertig", erinnert er sich.

Direkt nach der Ausbildung hat der Holzheimer sein Maschinenbaustudium an der THM Gießen angefangen. Weil das Studium aber sehr theoretisch und trocken sei, nutzt Nikolas Noel Michel seine freie Zeit am Wochenende zum Üben in seiner Werkstatt auf dem Bauernhof der Großeltern in Holzheim. "In den Semesterferien habe ich fast jeden Tag etwas konstruiert, gebastelt oder eine technische Zeichnung angefertigt. In der Vorlesungszeit versuche ich, wenigstens am Wochenende mir Zeit zum Basteln zu nehmen."

Dass das handwerkliche Geschick in der Familie liegt, zeigen die Berufe des Bruders und des Vaters. "Mein Bruder hat eine Ausbildung zum Mechatroniker gemacht und studiert jetzt Elektrotechnik/Informationstechnik. Und Mein Vater ist Diplomingenieur und arbeitet als Informatiker für Kabel Deutschland", erzählt der Student. Die handwerklichen Fähigkeiten der männlichen Familienmitglieder kommen der ganzen Familie zugute: "Ich habe schon für meine Eltern so einiges reparieren oder bauen müssen." Der 23-Jährige weiß auch schon, in welche Richtung es beruflich gehen soll: "Die Firma Liebherr ist sehr aktiv im Bereich Entwicklung und Konstruktion von Kränen. Das würde mir Spaß machen."

Mit seinem Sieg beim Landeswettbewerb hat sich Nikolas Noel Michel für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Doch wegen der Corona-Pandemie und den aktuell steigenden Zahlen wird es wohl nur einen theoretischen Online-Wettbewerb geben. "Ich bekomme eine E-Mail, ob der Wettbewerb stattfindet und in welcher Form", sagt der 23-Jährige. Allerdings wäre ihm eine praktische Prüfung lieber.

Mit dem Bau dieses Regler/Schlosses gewann Nikolas Noel Michel den Landeswettbewerb und ist der beste Junggeselle Metallbau/Konstruktionstechnik in Rheinland-Pfalz.

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