Viele Bürger nutzen nicht gerne die düstere und dreckige Diezer Bahnhofsunterführung.
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Viele Bürger nutzen nicht gerne die düstere und dreckige Diezer Bahnhofsunterführung.

Umbau am Bahnhof

Diez: Planungen für neuen Bahnhofzugang nehmen Fahrt auf

  • vonRobin Klöppel
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Stadtrat gibt grünes Licht - Befürchtung, dass die Bahn entgegen anderer Vorschläge nur die Unterführung erneuert

Diez -Der Diezer Stadtrat hat sich nach einem vorherigen Ortsbegang in seiner Video-Sitzung einstimmig dazu entschieden, der DB (Deutsche Bahn) Station und Service zu gestatten, mit den Planungen für einen neuen Zugang für den Diezer Bahnhof zu beginnen. Jedoch würden einige Mandatsträger es sehr kritisch sehen, wenn die Bahn statt über alternative Zugangsmöglichkeiten nachzudenken, doch am Ende einfach nur eine neue Unterführung schaffen würde.

Doch dieses Szenario erscheint nach jüngsten Äußerungen von Bahnvertretern als wahrscheinlich. Jedoch gehen viele Bahnfahrgäste nicht gerne im Dunkeln durch die aktuell genutzte Unterführung, wie Stadtbürgermeistern Annette Wick (SPD) weiß. Auch würden von Bürgern immer wieder die Vermüllung der Unterführung sowie der teilweise stechende Gestank aufgrund fehlender Toilette moniert. Hinzu kommt die Tatsache, dass die bisher genutzte Unterführung nicht behindertengerecht ist, sich auch viele Radler die Treppen hoch quälen müssen.

Stadtbürgermeisterin Wick meinte, dass es nun erst einmal wichtig sei, dass mit Planungen begonnen werde. Dann werde man sehen, was gehe und was nicht. Natürlich hofft Wick, dass die Bahn die Anregungen des Stadtrates bei den Planungen ernst nimmt. Denn die Stadt Diez müsse, so denkt Wick, Mitspracherecht bei der Gestaltung haben. Sie werde ja für die Mitfinanzierung gebraucht. So wurde im Beschluss festgehalten, dass die Stadt bereits 46 700 Euro zum Projekt beigesteuert habe. Im Vertrag zwischen Bahn und Stadt steht auch, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern vertrauensvoll verlaufen solle.

Wer trägt Kosten für Toilettenanlage?

Wick rechnet sowieso damit, dass es noch fünf Jahre dauern werde, bis sich am aktuellen Zustand des Bahnhofszugangs etwas ändere. Nach aktuellem Stand bevorzugt die Bahn als Lösung eine neue Unterführung zwischen Empfangsgebäude und elektronischem Stellwerk. Stefan Holl, Fraktionssprecher der FWG, erklärte, dass er dafür sei, dass endlich mal mit den Planungen gestartet werde. Holl würde es aber sehr kritisch sehen, wenn das Ergebnis der Planungen wäre, "dass wir zu einem neuen Dreckloch kommen". Der FWG-Vertreter brachte noch einmal die Alternativvorschläge seiner Kollegen Rainer Wenzel und Karl Heck ins Spiel, die eine schienengleichen Übergang beziehungsweise den Bau einer Rampe für sinnvoller halten. Vorschläge, die Holl im Gegensatz zu den Bahnvertretern als leichter und günstiger zu verwirklichende Lösungen ansieht.

Der CDU-Fraktionssprecher Axel Fickeis ist ebenfalls dafür, mit den Planungen endlich zu starten. Doch auch Fickeis sieht die Gefahr, dass die Anregungen des Stadtrates nicht ernst genug genommen werden, die Bahn versuchen könnte, gnadenlos ihre Ideen durchzudrücken. Fickeis erinnerte, dass bei dem Ortstermin die Bahn ja sogar abgelehnt habe, für den Bahnhof die nötige Toilettenanlage zu schaffen, so dass die Kosten dafür wahrscheinlich auch noch bei der Stadt Diez hängenbleiben würden.

Herbert Pechmann (FDP) zeigte sich verwundert, dass in der Presse thematisiert worden sei, dass das Bahnsteigdach unter Denkmalschutz stehe. Pechmann erklärte, dass der Stadtrat doch überhaupt nicht in Erwägung gezogen habe, das Dach abreißen zu lassen. Holl widersprach ihm und erklärte, dass das Thema doch bei dem Ortstermin zur Sprache gekommen sei. Dort sei vonseiten der Bahn die Äußerung gefallen, dass geplant werde, das Dach abzubauen. Jedoch sei bei dieser Ortsbesichtigung schon von Teilnehmern der Einwand gekommen, dass das Dach unter Denkmalschutz stehe. Diese Aussage habe sich nun offenbar als zutreffend erwiesen. Benjamin Albrecht, Fraktionsvorsitzender der SPD, sprach sich ebenfalls für den Start der Planungen aus. Denn es würden auch so noch einige Jahre ins Land gehen, bis sich am Bahnhof baulich etwas tun werde.

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