Marco Rosso, Erster Beigeordnete der Stadt Diez und Geschäftsführer des Oranienbades, und Betriebsleiter Detlef Reil vor der Sprunganlage, die in Corona-Zeiten geschlossen bleibt.
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Marco Rosso, Erster Beigeordnete der Stadt Diez und Geschäftsführer des Oranienbades, und Betriebsleiter Detlef Reil vor der Sprunganlage, die in Corona-Zeiten geschlossen bleibt.

Hallenbäder und Corona

Diez: Schwimmen mit vielen Einschränkungen

Das Oranienbad öffnet am kommenden Montag mit einem Hygienekonzept.

Diez -Die Sauna bleibt geschlossen, ebenso der Whirlpool, das Baby-Becken und die Duschen. Sprünge vom Ein- oder Drei-Meter-Brett sind in Coronazeiten ebenfalls untersagt. Wer ins Oranienbad geht, muss mit einigen Einschränkungen leben. Dennoch öffnet das Hallenbad in Diez pünktlich zum Saisonbeginn am kommenden Montag, 7. September, seine Türen.

Schwimmen in Coronazeiten ist ein schwieriges Unterfangen. Einige Freibäder in der Region haben es in diesem Sommer ausprobiert, andere haben erst gar nicht geöffnet. Das Oranienbad möchte seinen Betrieb fast wie gewohnt aufnehmen und hat hierfür ein Konzept nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Badewesen erstellt, das allerdings noch vom Kreisgesundheitsamt frei gegeben werden muss. So werden die Schwimmzeiten in Kontingente eingeteilt. Dann dürfen sich jeweils nur 60 Schwimmer beziehungsweise 66 Schüler gleichzeitig im Bad aufhalten. "Dazwischen haben wir 30 Minuten für die Reinigung des Bades eingeplant", erklärt Betriebsleiter Detlef Reil.

Und die Reinigungsarbeiten haben es in sich. In dem engen Zeitfenster müssen die Mitarbeiter alles im Oranienbad, was von Besuchern berührt wurden, mit Desinfektionsmittel abwischen. Das beinhaltet die gesamte Fläche um die Schwimmbecken, die einzelnen Umkleidekabinen, die Toiletten und die Schließfächer im Umkleidebereich. Ein hoher Aufwand in lediglich 30 Minuten. "Wir wollen das in der ersten Woche austesten. Sollten wir doch länger benötigen, muss am Ende des Tages vielleicht ein Zeitkontingent wegfallen", erläutert Reil.

Außer der Sammelumkleide bleibt auch der Bereich zum Föhnen geschlossen. Zu groß ist die Gefahr, die Coronaviren durch die Luft zu jemandem zu pusten und ihn anzustecken. Auch das Bistro des Bades fällt in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Lediglich ein Getränkeautomat steht den Badegästen zur Verfügung.

im Kreisverkehr

40 Schwimmer dürfen gleichzeitig im großen Becken schwimmen - im Kreisverkehr. Dafür wird es in zwei getrennte Bahnen aufgeteilt. Zwischen den Bahnen bleibt ein Mindestabstand von 2,50 Meter. Im Sprungbecken haben zehn Schwimmer Platz, auch sie müssen dort im Kreisverkehr ihre Bahnen ziehen.

Im gesamten Hallenbad, das von den Städten Limburg und Diez gemeinsam betrieben wird, herrscht Maskenpflicht. "Wer sich nicht an die Regeln hält, wird des Bades verwiesen", sagt Marco Rosso (CDU), Erster Beigeordneter der Stadt Diez und Geschäftsführer des Oranienbades. "Da sind wir ganz streng." Die Maske darf erst kurz vor dem Schwimmen zusammen mit dem Handtuch in dafür vorgesehene Stauflächen abgelegt werden. Der Freizeitbereich bleibt zwar geöffnet, aber die dortigen Brausen und die Rutsche dürfen nicht genutzt werden. Überall im gesamten Gebäude gibt es Hinweisschilder für die Besucher, Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.

Auch für den Einlass der Badegäste haben sich Geschäftsführer und Betriebsleiter ein System überlegt. "Während die ersten 30 Personen oben im Kassenbereich zahlen, warten die nächsten 30 unten im Eingangsbereich. Gehen die ersten 30 Gäste in die Umkleidekabinen, dann dürfen die nächsten hoch und an der Kasse zahlen", erklärt Rosso. Die Anmeldung für den Schwimmbadbesuch erfolgt nur über die Homepage des Oranienbades unter www.oranienbad.de. Sollte ein Zeitkontingent belegt sein, dann muss der Badegast sich ein anderes Kontingent oder einen anderen Tag für seinen Besuch aussuchen. "Sollten wir noch Luft und die Maximalzahl an Badegästen noch nicht erreicht haben, dann werden wir niemanden an der Tür abweisen, der seinen Besuch vorher nicht online angemeldet hatte";, sagt der Geschäftsführer.

mit der DLRG

Auch Schul- und Vereinsschwimmen ist möglich. Hierzu hätten sich sogar schon einige Schulen und Vereine gemeldet. Um das neue Hygienekonzept zu testen, wird heute Abend die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) einen Testbetrieb durchführen.

können genutzt werden

Anfang September endet in der Regel die Freibad-Saison. Dann öffnen die Hallenbäder der Region ihre Türen für alle Wasserratten. Einige haben längst den Betrieb aufgenommen. So das Oberlahnbad in Weilburg. Badegäste müssen sich vorab im Internet anmelden und die Eintrittskarte bezahlen. Die Zahl der Badegäste ist auf 65 Personen begrenzt. Im gesamten Gebäude herrscht eine Maskenpflicht. Das Dampfbad im Saunabereich bleibt vorerst geschlossen. Geöffnet ist auch das Hallenbad im Kurhaus Bad Camberg. Täglich von 7 bis 20 Uhr dürfen Schwimmer dort ihre Runden drehen. Das Hallenbad in Offheim ist ebenfalls geöffnet, allerdings nur für Vereinsmitglieder.

Im Mons-Tabor-Bad in Montabaur können jeweils 70 Badegäste in vier Zeitblöcken schwimmen. Zwischen 14 und 15 Uhr wird das Hallenbad gereinigt und desinfiziert. Die Ticketbuchung und Zahlung erfolgt nur im Internet. Im gesamten Bad herrschen die Hygiene- und Abstandsregeln. Gesperrt sind die Umkleiden, Toiletten und Warmduschen im Gebäude. Die Badegäste können die Toiletten und Kaltduschen im Außenbereich nutzen.

Die Abstandsregeln gelten auch in den Emser Thermen und auch dort herrscht im gesamten Bad eine Maskenpflicht. Allerdings sind in Bad Ems Spontanbesuche möglich, ebenso duschen, Haare föhnen oder der Saunabesuch. Das neue Filtersystem der Therme tauscht mehrmals am Tag die Luft komplett aus.

Die uneingeschränkte Nutzung aller Bereiche ist auch im Tournesol-Bad in Idstein möglich. Aber auch dort gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht im gesamten Bad. Das Ticket muss online gebucht und auch bezahlt werden. Die Schwimmzeiten sind auch dort in mehrere Kontingente unterteilt.

Mariam Nasiripour

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