Das Ostportal des Diezer Straßentunnels ist betoniert worden. Der ungewöhnliche Blick von oben zeigt die dafür notwendige, aus vielen Einzelelementen bestehende Verschalung.
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Das Ostportal des Diezer Straßentunnels ist betoniert worden. Der ungewöhnliche Blick von oben zeigt die dafür notwendige, aus vielen Einzelelementen bestehende Verschalung.

Bauarbeiten schreiten fort

Diez: Über 100 Kubikmeter Beton für das Ostportal

Die Arbeiten am Tunnel kommen gut voran. Im Sommer sollen die Hilfsbrücken ausgebaut werden.

Diez -Beim Bau der "kleinen Tunnellösung" für die innerstädtische Umfahrung der B 417 in Diez gibt es weitere Fortschritte. So konnte am Freitag vor Pfingsten das Ostportal in der Nähe des Rewe-Marktes betoniert werden. Vorausgegangen war die Montage der Betonverschalung, für die eine Vielzahl passgenau vorgefertigter Module notwendig war, die von der Firma Peri aus dem bayerischen Weißenhorn bei Ulm hergestellt wurden. Dort war es, bedingt durch die Corona-Krise, zu Verzögerungen in der Produktion gekommen, so dass sich die Anlieferung und Montage in Diez verzögerte. Dies machte die durchgängige Sperrung der Schaumburger Straße notwendig.

Nachdem der Bewehrungsstahl fertig montiert war, begann die Montage der äußeren Schalung, die für das Betonieren des Ostportals erforderlich war. Da das Portal nicht rechtwinklig zur Fahrbahn, sondern parallel der Felswand des Geisenbergs steht, musste die Schalung diese Schräge bilden und der innere Schalungswagen ragte daher weit über das endgültige Tunnelende hinaus. Mit massiven Stützen und Verankerungen wurden alle Schalungsteile so stabil montiert und abgedichtet, dass die rund 100 Kubikmeter Transportbeton die gesamte Schalung ausfüllen und der Beton sich keinen Weg nach außen bahnen konnte.

Über dem Stahl musste eine sechs bis acht Zentimeter starke Betonüberdeckung angebracht werden. Spezielle Rüttler und Verdichter sollten dafür sorgen, dass sich keine Hohl- und Fehlstellen bilden. Während das Portal, wie auch vorher die Innenschale der Tunnelröhre, von innen durch die Verschalung betoniert wurden, lässt sich der Scheitel des Tunnelportals nicht einschalen, sondern musste offen gegossen werden. Für die beiden letzten Betonlieferungen war daher Beton in einer etwas festeren Konsistenz erforderlich. Mit dem langen Ausleger des Pumpenfahrzeuges konnte der Beton von oben so weit aufgefüllt werden, dass die Arbeiter abschließend den manuellen Glattstrich vornehmen konnten.

Fortschritte auch

im Westteil

Auch im westlichen Teil der Baustelle kommen die Arbeiten gut voran. Nachdem die offene Baugrube von den letzten Felsen befreit war, konnten im Anschluss die Arbeiten an den bergmännischen Teil des Tunnels fortgesetzt werden. Inzwischen sind alle Sohlblöcke betoniert und ein großer Teil der Seitenwände. Bereits mehrere Abschnitte der Tunneldecke wurden am westlichen Tunnelende fertiggestellt, so dass dort in Kürze mit der Verfüllung der Baugrube begonnen werden kann.

Während der Sperrung der Lahntalbahn im August sollten zunächst die beiden 24 Meter langen Hilfsbrücken ausgebaut werden und die beiden 31 Meter langen Brücken erst ab Mitte November bei einer erneuten Streckensperrung folgen. Ziel der Arbeitsgemeinschaft Tunnelbau und des Landesbetriebs Mobilität (LBM) ist es allerdings, dass bereits im Sommer alle vier Hilfsbrücken ausgebaut werden können.

Dies wäre für alle Betroffenen von Vorteil: Der Landesbetrieb Mobilität würde Kosten für Brückenmiete und Kraneinsätze sparen, die Deutsche Bahn könnte die Brücken für andere Projekte nutzen und den Reisenden bliebe ein umständlicher Bus-Ersatzverkehr erspart. Daher hoffen alle Beteiligten auf einen weiterhin reibungslosen Ablauf der Arbeiten. Hans-Peter Günther

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