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Noch immer halten sich viele Autofahrer in der Dielstraße nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Eine Aktion gegen Raser in Diez

Ein Lächeln als Belohnung fürs Langsamfahren

  • vonMariam Nasiripour
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Projektgruppe erwirkt Geschwindigkeitsanlagen und Einbahnstraße, um Schulweg sicherer zu machen

Die Dielstraße in Diez bekommt zwei Geschwindigkeitsmessanlagen, und die Steubingstraße, Querstraße zur Dielstraße werden zu einer Einbahnstraße. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Diezer Stadtrats am vergangenen Donnerstag einstimmig beschlossen. Angestoßen wurden die Maßnahmen von einer Projektgruppe, die aus Vertretern der evangelischen Kitas "Am Schlossberg" und "Kinderhafen", der Karl-von-Ibell-Schule, der Waldorfschule sowie der Verbandsgemeinde Diez besteht.

Ihr Vertreter Dennis Färber stellte am Donnerstagabend die Maßnahmen den Stadträten vor und stieß auf offene Ohren. Keine langen Diskussionen und keine anderen oder weiteren Vorschläge, sondern breite Zustimmung bei allen Mitgliedern des Stadtrats. Ein seltenes Bild in Diez.

Verkehrsdichte und hohes Tempo

Anlass für diese Maßnahmen sei die Verkehrssituation in der Dielstraße. Als innerörtliche Hauptverkehrsstraße würden zu Spitzenzeiten zwischen 7 und 8 Uhr sowie 16 und 17 Uhr 330 Fahrzeuge die Dielstraße durchfahren. Das habe eine Dauer-Verkehrsmessung im Februar 2019 ergeben, so Färber. Verschärft werde die Situation durch die Vollsperrung der B 417, weil viele Autofahrer die Umleitung über die Oraniensteiner Straße und über die Dielstraße aus der Stadt rausnehmen. Außerdem ist die Dielstraße einer der Zufahrtsstraßen zum Krankenhaus und wird auch von den Eltern der Grundschüler angefahren.

Die Projektgruppe kritisiert zudem die hohen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge in der Dielstraße, obwohl der Bereich zwischen Grundschule und Wilhelm-von-Nassau-Park als 30er Zone ausgewiesen und entsprechend beschildert ist. Hier seien sogar Geschwindigkeiten von 71 km/h gemessen worden, heißt es in der Erklärung der Projektgruppe.

Mobiler Blitzer ohne Erfolg

Die beiden Geschwindigkeitsmessanlagen sollen unmittelbar vor und nach dem Zebrastreifen aufgestellt werden. Es soll dasselbe Modell sein, wie in der Limburger Straße, wo ein grüner Smiley den Autofahrer für sein langsames und umsichtiges Fahren belohnt. "Wir möchten nicht bestrafen oder ermahnen. Wir setzen lieber auf Belohnung für positives Verhalten", erklärt Dennis Färber die Entscheidung für eine solche Messanlage.

Die Messanlagen sorgen, so die Projektgruppe, nicht nur für die Sicherheit der Kinder: "Nur bei optimal ausgestalteten Fußwegen für die Kinder wird es nachhaltig gelingen, dass Eltern ihre Kinder zu Fuß zur Schule schicken, anstatt per ,Elterntaxi', die die ohnehin angespannte Verkehrssituation um die beteiligten Bildungseinrichtungen weiter belasten."

Und auch der Einsatz einer mobilen Blitzanlage habe keinen Erfolg und keine Entspannung gebracht. Andere Verkehrsmaßnahmen, wie Aufpflasterung würden wegen der Zufahrt zum Krankenhaus für Krankenwagen ausscheiden, so Färber,

Die Projektgruppe möchte zudem die Steubingstraße zur Einbahnstraße erklären lassen. So könnten die Kinder gefahrloser diese Straße überqueren, weil die Autos dann aus einer Richtung kommen, die gut einsehbar für sie ist.

Aktuell ist es möglich, von der Dielstraße in die Steubingstraße abzubiegen. Das berge Gefahrenpotenzial, weil die abbiegenden Fahrzeuge von den Kinder spät erkannt werden. Die Einbahnstraßenregelung soll zunächst vom 1. Januar 2021 bis zu den Osterferien gelten.

"Das Ganze wird seitens der Verbandsgemeinde-Verwaltung sofort in Angriff genommen. Die Beschaffung der benötigten Beschilderung und der Messeanlagen wird zeitnah in Auftrag gegeben. Die Lieferzeit kann sich hinziehen", erklärt Stadtbürgermeisterin Annette Wick auf die Frage nach der zeitlichen Umsetzung der Maßnahmen. "Somit wird die Umsetzung der Maßnahmen erst Anfang nächsten Jahres stattfinden."

Währenddessen will sich die Projektgruppe bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde über den geeigneten Standort für die Aufstellung der Geschwindigkeitsmessanlagen besprechen. Eine erste Auswertung der Ergebnisse soll einige Wochen nach der Aufstellung der Anlagen erfolgen. na

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