Einen Piccolo zum Abi

Zu ihrer letzten Vorstellung unter dem Motto „Zirkus Abi-Galli“ luden die Abiturienten des Sophie-Hedwig-Gymnasiums am vergangenen Freitag in die Stadthalle nach Montabaur ein, um den erfolgreichen Abschluss ihrer Schullaufbahn zu feiern.

Einige Abiturienten habe er kaum wiedererkannt, begrüßte Schulleiter Gerhard Lambertz seine Schulabgänger respektvoll. Tatsächlich war in der Montabaurer Stadthalle eine für Schüler ungewöhnliche Dichte an dunklen Anzügen und eleganten Abendkleidern zu besichtigen. Aber auch Lambertz selbst betrat die Bühne mit einer nicht alltäglichen Kopfbedeckung. Mit einem schwarzen Zylinder behütet präsentierte er sich als Direktor des „Zirkus Abi-Galli Sophie Hedwig“ und überlegte laut, wer aus den Reihen der 84 Abiturienten den Clown dieser Veranstaltung geben werde.

Anstatt Clownerien gab es indes ein stimmungsvolles, buntes Programm, durch das die Abiturienten Sam Taboubi und Lars Mencher führten und das mit eindrucksvollen Beiträgen der Schulband und des renommierten Kammerchors angereichert wurde. „You’ve got a friend“ sang das Vocal-Ensemble unter der Leitung von Albrecht Schneider und beschrieb damit jenes Gemeinschaftsgefühl, das die jungen Erwachsenen jahrelang miteinander verbunden hat, wie die begeisterten Jubelrufe belegten. Einen besonderen musikalischen Höhepunkt boten auch die Abiturientinnen Sarah Vaitkus und Helena Gasteier mit ihrer eigenen Komposition für Klavier und Gesang.

Arbeitsauftrag

Ganz ohne einen Hauch von pädagogischer Mission verlief die Abschlussfeier allerdings nicht. So verabschiedete etwa Lehrer Matthias Lang die Abiturienten mit einem für jeden seiner Schüler individuell ausgewählten Goethe-Gedicht und dem „

Arbeitsauftrag

“, dieses „nur zu lesen, aber unter keinen Umständen zu interpretieren“. Seine Kollegin Sandra Krost-Brüning überreichte ihren Schülern zudem Piccolo-Fläschchen, damit die Ideen auch künftig spritzig sprudeln. Das sei „prickelnde Begeisterung pur“, rief sie.

Über das „große Wort Abitur“ philosophierten die Schulabgänger Jan-Gerrit Schöneberger und Laura Geiger in einer launiger Rede, die nicht im Internet gegoogelt und auf Plagiatsindizien geprüft werden müsse, betonten die beiden und versicherten, sie hätten sich alles selbst ausgedacht. Das Abitur eröffne die Tür zur Welt der Erwachsenen. Die Kindheit sei damit endgültig abgeschlossen, sagte Schöneberger. Was bleibt, sind viele Erinnerungen – auch an die Schulzeit, etwa an aus Schülersicht unzumutbare Stundenpläne und an Kühlschränke, die nie prall genug gefüllt gewesen sein konnten, um den geistigen Nahrungsverbrauch auszugleichen.

Auszeichnungen

Über das beste Abiturzeugnis am Sophie-Hedwig-Gymnasium freute sich Anna Rießen aus Heistenbach (Notendurchschnitt 1,4). Für ihr besonderes Engagement als Schülervertreter wurden Miriam Jacobs (Diez) und Jule Entenmann (Hahnstsätten) ausgezeichnet. Einen Preis für hervorragende Leistungen im Fach Physik erhielt Josef Modemann (Diez), die Auszeichnung für Biologie bekam Nadine Kuhmann (Birlenbach). abv

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