Nicht nur am Emailleschild des Fachinger Tunnels hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen. Ab 2023 plant die DB die komplette Erneuerung des über 160 Jahre alten Bauwerks - bei laufendem Zugverkehr.
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Nicht nur am Emailleschild des Fachinger Tunnels hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen. Ab 2023 plant die DB die komplette Erneuerung des über 160 Jahre alten Bauwerks - bei laufendem Zugverkehr.

Bahn plant zweijährige Bauphase

Fachingen: Bahn informiert über Tunnelerneuerung

Eingriffe in die Umwelt gering halten

Fachingen -Zu einer ersten Info-Veranstaltung, die coronabedingt als Online-Konferenz stattfand, hatte die Deutsche Bahn alle Anwohner und interessierten Bürger eingeladen. Knapp 40 Personen verfolgten die Ausführungen und konnten schriftlich und mündlich Fragen stellen, Anmerkungen sowie Vorschläge einbringen.

Der 425 Meter lange Fachinger Tunnel wurde 1862 in Betrieb genommen und immer wieder instandgesetzt, zuletzt 2001. Doch nach inzwischen fast 160 Jahren ist jetzt eine grundlegende Erneuerung erforderlich. Nach den geltenden Regelwerken muss der Gleisabstand vier Meter betragen und es werden seitliche Rettungswege gefordert. Derzeit liegen die Gleise nur 3,50 Meter auseinander und Seitenwege gibt es nicht.

Bei den Variantenuntersuchungen, wie einem Neubau in Parallellage oder Erneuerung unter Vollsperrung, die aufgrund des starken Personen- und Güterverkehrs aber ausschied, kommt die bereits 2012 bei der Erneuerung von Hollericher und Langenauer Tunnel erfolgreich angewendete Tunnel-in-Tunnel-Methode, unter Aufrechthaltung des Bahnverkehrs, zur Ausführung. Damit bleiben auch die Eingriffe in die Umwelt gering.

Vierwöchige

Streckensperrung

Vor den Tunnelbauarbeiten erfolgt während einer etwa vierwöchigen Streckensperrung der Einbau von zwei Bauweichen vor und hinter dem Tunnel. Für die Bauarbeiten wird ein Gleis entfernt und das zweite in die Tunnelmitte verlegt. Auch das Vortriebsportal, in dessen Schutz der Zugverkehr während der Abbruch- und Betonierarbeiten weiter läuft, wird dann aufgebaut. Der teilweise mit Lockerungssprengungen verbundene bergmännische Vortrieb wird - wie beim Diezer Tunnel - rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche erfolgen.

Das während der Nacht anfallende Ausbruchsmaterial wird vor dem Westportal zwischengelagert und erst im Tagesbetrieb zu einer oberhalb des Tunnels, im Bereich des Friedhofs anzulegenden Fläche transportiert. Da vor einer Deponierung oder Weiterverwendung noch Proben ausgewertet werden, ist die Zwischenlagerung notwendig.

Nachdem der erforderliche Querschnitt im Tunnel erreicht ist, wird eine neue wasserundurchlässige Innenschale betoniert und abschließend der zweigleisige Zustand wieder hergestellt. Im Zusammenhang mit den Arbeiten erhält auch der Reisersbach einen neuen Durchlass.

Mit besonderem Interesse wurden die Ausführungen von Markus Braun verfolgt, der als Immissionsschutzbeauftragter die schall- und erschütterungstechnischen Auswirkungen analysiert hat, für die Einhaltung der Grenzwerte zuständig ist und Ansprechpartner sein wird.

Bürger fordern

ein Tempolimit

In diesem Zusammenhang wurde von den Anwohnern ein durchgängiges Tempolimit für die Ortslage Fachingen gefordert, das nach Aussage von Ortsbürgermeister Klein bei entsprechendem Ratsbeschluss schon vor Baubeginn eingeführt werden soll. Nach vorbereitenden Arbeiten ab Oktober 2022 sollen die Tunnelarbeiten Anfang 2023 beginnen und 2025 abgeschlossen sein. Zuvor müssen allerdings noch die Baufirmen gefunden und beauftragt werden. Hans-Peter Günther

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