Dr. Holger Drescher (links) und Ingo Stolzheise informierten die rund 50 Besucher wechselweise.
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Dr. Holger Drescher (links) und Ingo Stolzheise informierten die rund 50 Besucher wechselweise.

Bürgerversammlung mit 50 Besuchern

Hahnstätten: Lebensdauer der Kalk-Steinbrüche bis 2065

  • VonRolf-Peter Kahl
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Schäfer Kalk informierte über Neuigkeiten am Standort an der Aar

Hahnstätten -In regelmäßigen Abständen informiert das Unternehmen mittels solcher Veranstaltungen interessierte Anwohnerinnen und Anwohner aus Hahnstätten und den umliegenden Ortschaften. Nachdem die Bürgerversammlung coronabedingt in den letzten Jahren nicht stattfinden konnte, freuten sich Dr. Holger Drescher (Bereichsleiter Technik) und Ingo Stolzheise (Werksleiter Hahnstätten) am Donnerstagabend rund 50 Besucher begrüßen zu können.

Dr. Drescher informierte zunächst über den geplanten Abbau in Lay- und Merschelbruch. Derzeit werde der benötigte Kalkstein parallel aus beiden Brüchen gewonnen (vorrangig aus dem Merschelbruch).Um überlagernde Erdschichten abtragen zu können, wird im kommenden Jahr eine Abraum-Kampagne gefahren. In den Folgejahren sind dann noch maximal drei Abraum-Kampagnen im Abstand von jeweils drei bis vier Jahren erforderlich.

Nachhaltiger Kalksteinabbau

Durch eine selektive und nachhaltige Abbauplanung rechnet das Unternehmen mit einer Lebensdauer beider Steinbrüche bis 2065. Auch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes setzt Schaefer Kalk dabei mehr und mehr auch auf den Absatz ungebrannter Produkte.

Für den anfallenden Abraum stehen Schaefer Kalk die Halde Silberfeld und die Grube Waldsaum zur Verfügung. Die Halde Silberfeld wird 2030 endverfüllt sein. Trotz sorgfältiger Planungen reicht das genehmigte Haldenvolumen der Halde Silberfeld nicht aus. Das Unternehmen und die zuständige Genehmigungsbehörde prüfen deshalb eine Erhöhung der Halde um maximal elf Meter. Eine flächenmäßige Erweiterung sei nicht geplant. Parallel wird ab dem kommendem Jahr Abraum planmäßig auch in die Grube Waldsaum verbracht. Die Firma Faber hat für die Halde Waldsaum eine Erweiterung beantragt. Die Genehmigung durch die zuständige Behörde steht hier noch aus.

Minimaler Energieeinsatz

Schaefer Kalk hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Hierzu verfolgt das Unternehmen unter anderem eine Energie- und Klimapolitik innerhalb derer es sich verpflichtet, seine Produkte mit minimalem Energieeinsatz zu produzieren. Außerdem arbeitet Schaefer Kalk intensiv an verschiedenen technischen Ansätzen, die zur Dekarbonisierung beitragen können. Bereits im kommenden Jahr wird auf der alten Abraumhalde auf einer Fläche von sieben Hektar eine Photovoltaik-Anlage mit einem Potential von bis zu sieben MWp (Megawatt Peak) errichtet.

Über das Jahr können somit rund 18 Prozent des Strombedarfs des Unternehmens gedeckt werden. Parallel prüft man den Einsatz von Holzpellets als Brennstoff und treibt diese Entwicklung voran. Auch die Stromerzeugung durch Abwärmenutzung wird geprüft. Die Ofentechnik hat sich ebenfalls weiterentwickelt. So wird bei Neuinvestitionen der Einsatz von modernen Oxyfuel-Öfen untersucht, die mit reinem Sauerstoff brennen und damit eine nachträgliche Aufkonzentration von CO2 für eine weitergehende Verwertung überflüssig machen, erklärte Ingo Stolzheise.

Dr. Drescher stellte dann das Forschungsprojekt Bioball vor. Schaefer Kalk arbeitet seit Anfang 2021 zusammen mit InfraServ, der Provadis Hochschule und weiteren Unternehmen an diesem Projekt. Prozess-CO2 soll dabei zur Herstellung von Methanol verwendet werden. Methanol ist ein Grundstoff der chemischen Industrie und möglicher Grundstoff in künftigen, umweltfreundlicheren Kraftstoffen, erklärte Drescher.

Geplante

Investitionen

In den nächsten Jahren wird Schaefer Kalk weiter zukunftsweisende und nachhaltige Investitionen vornehmen. So werde die PCC-Absackung, Lagerung und Verladung auf dem technisch neuesten Stand gebracht. Außerdem erfahre die Wasserhaltung und -Versorgung eine Erneuerung, so Ingo Stolzheise. Ein besonderer Fokus im Unternehmen liege nach wie vor auf dem Beschwerdemanagement. Ziel sei die nachhaltige Bearbeitung und Dokumentation eingehender Beschwerden, zum Beispiel zu Erschütterungen, Verkehr, Lärm oder Staub aus den umliegenden Gemeinden.

Diese können wahlweise telefonisch unter (0 64 32) 50 32 22 oder per E-Mail an buergerhotline@schaeferkalk.de herangetragen werden. Das Unternehmen überprüft jede Beschwerde sachgerecht und zeitnah, um wo immer möglich Abhilfe zu schaffen. Der Beschwerdeführer wird hierüber informiert. Zusätzlich werden Beschwerden sowohl intern, aber auch extern, gemeinsam mit der Überwachungsbehörde, regelmäßig ausgewertet. Rolf-Peter Kahl

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