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Hoffnungen auf Zukunft für den Kletterwald

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Von: Rolf Goeckel

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Zukunft ungewiss. Aber möglicherweise geht es mit dem Diezer Kletterwald doch weiter.
Zukunft ungewiss. Aber möglicherweise geht es mit dem Diezer Kletterwald doch weiter. © na

Ältestenrat will am Montag mit Betreiber Stefan Heiland reden

Diez -Gibt es doch noch Hoffnung auf eine Fortführung des gekündigten Diezer Kletterwalds? Andeutungen in diese Richtung machte der Erste Stadtbeigeordnete Marco Rosso (CDU) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, und auch Kletterwald-Betreiber Stefan Heiland aus Kaltenholzhausen gab sich nach einem Treffen mit Rosso und Förster Johannes Betz gegenüber dieser Zeitung vorsichtig optimistisch, dass es weitergehen könnte im Diezer Hain.

"Am kommenden Montag wird die Lage vielleicht eine andere sein", sagte Rosso, als Ausschussmitglied Roman Roßbruch das Thema Kletterwald ansprach und sich für einen Erhalt der beliebten Einrichtung einsetzte. Es werde ein Gespräch zwischen dem Ältestenrat der Stadt Diez und Kletterwald-Betreiber Stefan Heiland geben, kündigte Rosso an. Nach dem Treffen mit Heiland und Betz vorigen Freitag gebe es jetzt "neue Standpunkte". "Seit 2018 haben alle Fehler gemacht", sagte Rosso, "die Verwaltung, der Stadtrat und auch der Betreiber." Gegenüber dieser Zeitung sagte der Erste Beigeordnete, dass es wohl das beste sei, einen Schlussstrich unter alles zu setzen, was in Sachen Kletterwald seit vier Jahren kommuniziert worden sei. "Wir sollten ganz neu beginnen. Dafür werde ich mich einsetzen."

So habe er beispielsweise vor dem Gespräch vom letzten Freitag gar nicht gewusst, dass der Betreiber sehr wohl Maßnahmen ergriffen habe, um die Bäume, auf denen Kletter-Plattformen installiert sind, zu schützen, sagte Rosso. "Das hat er uns allerdings nicht mitgeteilt, so dass im Stadtrat der Eindruck entstanden war, dass nichts geschehen ist." Dafür war Heiland vor allem von Stefan Holl (FWG) kritisiert worden.

Förster Johannes Betz habe seine Zustimmung zu einer eventuellen Fortführung des Kletterwaldes signalisiert, so Rosso weiter, auch wenn unstreitig sei, dass einzelne Bäume geschädigt wurden und der Wald insgesamt aufgrund der Trockenheit der zurückliegenden Jahre stark gelitten hat. Sollte der Kletterwald - die Zustimmung des Stadtrats vorausgesetzt - bestehen bleiben, müssten die Bedingungen für den Weiterbetrieb, vor allem der Umgang mit den Bäumen, schriftlich festgehalten werden, erläuterte Rosso. Der bisherige Vertrag könne allerdings nicht fortgeführt werden, da er gekündigt wurde. Heiland müsste also einen neuen Bauantrag stellen. Die jetzige Baugenehmigung endet am 31. Dezember 2023.

"Bäume sind so grün wie alle anderen"

Stefan Heiland bedauerte "Missverständnisse und mangelnde Kommunikation" in der Vergangenheit. "Das hat sich dann intern hochgeschaukelt." So habe er nicht gewusst, dass sein Vorgänger dem Stadtrat regelmäßige Berichte über Prüfungen der Bäume im Kletterwald versprochen habe. Andererseits seien diese Berichte bei ihm auch nie angefordert worden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er dem Ältestenrat seinen Standpunkt am Montag so darstellen kann, dass eine Fortführung des Kletterwalds möglich ist. "Die Arbeit macht wahnsinnig Spaß, und es wäre schade, wenn diese Einrichtung wegen Missverständnissen baden geht."

Bei der Ortsbesichtigung vergangenen Freitag habe sich noch einmal bestätigt, dass die Bäume des Kletterwalds nicht stärker geschädigt sind als alle anderen Bäume im Diezer Hain auch. "Sie sind genauso grün", so Heiland, dem der Gedanke des Walderlebnisses für Kinder besonders wichtig ist, wie er betont. "Wenn wir die Kinder aus dem Wald heraushalten, werden sie kein Verständnis für ihn entwickeln", ist er überzeugt.

In der Sitzung des Bauausschusses brach auch Roman Roßbruch noch einmal eine Lanze für die Fortführung des Kletterwaldes. Er erinnerte daran, dass die Stadt vor zehn Jahren diese "schöne Attraktion" vor dem Verwaltungsgericht erkämpfen musste. Aufgrund der bisher vorliegenden Informationen könne er nicht erkennen, dass der "böse Betreiber" den Wald geschädigt hat. Roßbruch appellierte an den Stadtrat noch einmal über den Kletterwald-Vertrag nachzudenken.

Einen Antrag der CDU, der auf eine Alternative zum Kletterwald abzielte, gab der Bauausschuss zur Entscheidung in den Stadtrat zurück. Der FWG-Fraktionsvorsitzende Stefan Holl erklärte, dass im Falle einer Fortführung des Kletterwalds nichts gegen eine zusätzliche touristische Attraktion in Diez spreche, beispielsweise eine Pumptrack. Claudia Fuchs (CDU) schlug den alten Sportplatz als Standort für eine neue Kletter-attraktion vor. Rolf Goeckel

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