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Saniert, aber nicht ohne Probleme: Die Lahnblickhalle.

Sporthalle

Nach der Sanierung der Lahnblickhalle stören schlimme Gerüche

Im Dezember schwärmte Ortsbürgermeister Thomas Kessler beim Seniorentag noch in höchsten Tönen. Neuer Anstrich, neue Vorhänge, neuer Bodenbelag. Inzwischen bereitet in Altendiez die energetisch sanierte Lahnblickhalle weniger Freude. Nach Klagen über Ausdünstungen wurde sogar das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Im Januar platzte Liesel Heymann der Kragen. Die 80-Jährige, seit sechs Jahrzehnten Übungsleiterin beim VfL, musste montags vor der Turnstunde erstmal kräftig durchlüften. In der Halle stand ein ausgesprochen unangenehmer Geruch, Teilnehmer klagten über Atemnot, kündigten an, nicht mehr zu kommen. „Man kann keinen Gesundheitssport betreiben, wenn diese Probleme da sind“, suchte die Übungsleiterin zunächst Hilfe im Ort, um sich dann doch an die Kreisverwaltung zu wenden. Denn erst, wenn die Fußbodenheizung abgeschaltet ist, ist es vorbei mit der Geruchsbelästigung, schildert sie ihre Erfahrungen.

Heymann, die 40 Jahre lang den Leistungssport der Geräteturnerinnen verantwortete, betreut montags 20 bis 25 Personen in der Gruppe 65plus und freitags mehr als 20 Senioren in der Gruppe Fit im Alter. Die Rückenschule mit 30 Teilnehmern, aufgeteilt in zwei Gruppen, hat sie aus Altersgründen abgegeben. Die Probleme mit dem im Herbst verlegten Hallenboden beschäftigt auch die Ortspolitik.

Fachmännisch verlegt

„Gesundheitsgefahren bestehen nicht“, begegnet Thomas Kessler zunächst einmal anderslautenden Vermutungen, gleichwohl muss der Ortsbürgermeister einräumen, dass die Gemeinde ein paar Nachteile in Kauf zu nehmen hat. In der Mehrzweckhalle wurde, so betont es der als Malermeister nicht unkundige Ratsvorsitzende, ein Schwing-Sportboden verlegt, und zwar fachmännisch. Während die Linoleum-Böden werkseitig generell an der Oberfläche versiegelt werden, fehlt den Belägen für Sporthallen diese Beschichtung wegen der noch aufzubringenden Spielfeld-Markierungen.

Folglich wird die Versiegelung nachträglich manuell aufgetragen, aber hier beginnen für die Gemeinde unangenehme Verzögerungen. Als „Kommunikationsproblem mit der Firma“ beschreibt Kessler das Dilemma, dass im Berliner Unternehmen auf den zuständigen, aber schlecht zu erreichenden Geschäftsführer verwiesen wird… Hinsichtlich der nachlassenden Geruchsbelästigung durch Ausdünstungen verweist der Ortsbürgermeister auf den hohen Leinöl-Anteil des im Herbst verlegten Produkts. Das Gesundheitsamt des Landkreises nahm zu dem Sachverhalt nicht weiter Stellung.

Kein Wirt

Als echtes Problem erweist sich die Neuverpachtung der „Bimbes Stubb“ in der Lahnblickhalle. Seit geraumer Zeit sucht die Ortsgemeinde nach einem Betreiber der Speisegaststätte mit Clubraum, Kegelbahn und Gastraum, hängt davon doch die Gastronomie bei Veranstaltungen ab. Wer – wie der SPD-Ortsverein am vergangenen Wochenende – die 300 Quadratmeter große Halle mit ihren bis zu 260 Sitzplätzen nutzen möchte, der muss selbst für die Bewirtung der Gäste sorgen.

VON HEINZ BURKHARD WESTERWEG

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