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Verstopftes Wurzel-Chakra in Holzheim

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Hat der Bauamtsleiter von Meseberg jetzt überdreht? FOTO: Rolf-Peter Kahl
Hat der Bauamtsleiter von Meseberg jetzt überdreht? FOTO: Rolf-Peter Kahl © Kahl, Rolf-Peter

Kurzweilig und gut gelaunt bringen die Spieler der Theatergruppe "Fairy Tale" am vergangenen Wochenende die Komödie "Ein Mann spielt verrückt" über die Bühne. Eine weitere Aufführung findet am kommenden Samstag statt.

Holzheim -Nach vier Jahren Pause hieß es am Freitagabend: Vorhang auf für die Komödie "Ein Mann spielt verrückt" von Winnie Abel. Vor ausverkauftem Haus war es Theaterchefin Monika Birlenbach persönlich, die den Vorhang öffnete und die Premiere zu diesem Dreiakter freigab.

Und sie gab den Blick frei, auf ein Wohnzimmer, wie man es sich im eigenen Zuhause vorstellen könnte. Ein Bild der Ruhe und Zufriedenheit. Und genau diese Stimmung möchte Bauamtsleiter Karl-Heinz von Meseberg (Andreas Lenhard) jetzt genießen - denn er hat Urlaub. Schnell ist es jedoch vorbei mit seiner guten Laune, als er per Telefon vom Bürgermeister erfährt "dass er ganz schön tief in der Scheiße steckt". Die von ihm entgegengenommene Schmiergeldzahlung für den Bau eines Bordells am Ortsrand von Holzheim ist ans Tageslicht gekommen. Das bringt von Meseberg ganz gehörig ins Schwitzen und setzte ein Stück in Gang, in dem eine Pointe die nächste jagen sollte. Meseberg weiß sich nicht anders zu helfen, als seinen Freund und Arzt Dr. Richard Schmeichel, verkörpert durch Matthias Lammert, zur Hilfe zu holen.

Gerthilde (Carina Dresler) fühlt sich bislang in ihrer Rolle als Golf spielende "Frau Bauamtsleiterin" sichtbar wohl, befürchtet jedoch nun, dass es um die Gattin eines korrupten Bauamtsleiters schlecht bestellt sein dürfte. Kurzerhand macht sie sich an Richard ran. Der soll als Arzt nicht nur den gesellschaftlichen Stellenwert sichern. Tochter Charlotte (Jaqueline Bodewing) fühlt sich zur esoterischen Energieberaterin berufen, wandelt mit einer Wünschelrute (oder war es eine Schleuder?) auf der Bühne umher und ist sich sicher, dass überall negative Energieströme existent sind. Als kurz darauf Journalistin Klara Kleber (Lisa Euler) eine fette Schlagzeile wittert, wird es eng für den Bauamtsleiter. Zumal die von Mara Lenhardt hervorragend dargestellte Prostituierte Mandy ihn auch noch als Freier wiedererkennt.

Gestelzte Sprüche

des Anzugträgers

Es ist zum Verrücktwerden, denkt sich von Meseberg und setzt diese Idee sogleich auf höchst anschauliche Weise um, indem er ausgelassen auf der Couch herumhüpft und wirres Zeug von sich gibt. Während der eingeweihte Freund und Hausarzt Schmeichel ein schweres Trauma diagnostiziert, liegt für Tochter Charlotte die Ursache ganz woanders: "Sein Wurzel-Chakra ist total verstopft."

Nicht minder durchgeknallt ist der von Gregor Kilian phantastisch dargestellte Versicherungsvertreter "Herr Akte". Markenzeichen des stocksteifen Anzugträgers sind mächtig gestelzte Sprüche. Mandy ist der Ansicht, dass er dringend Entspannung benötigt und zerrt ihn auf die Couch. Hat aber keinen Zweck, denn Herr Akte vertraut seine Chakras längst der Tochter des Hauses an.

Dann sind da noch Marta Münch (Daniela Euler) als fürsorgliche Pflegerin und ihr Sohn Rudi (die kurzfristig eingesprungene Patricia Hies). Diese überzeugt als Autistin mit Asperger-Syndrom und erklärt so wichtige Begriffe wie "Versicherungsvertreter, Synonym für Halsabschneider", oder "raumübergreifendes Großgrün gleich Baum".

Ob es Karl-Heinz von Meseberg gelingt, seine Frau und ganz Holzheim hinters Licht zu führen? Wird der Entspannungsurlaub zum Albtraum und welch ungeahntes Geheimnis führt Dr. Richard Schmeichel mit sich? Schafft es, die Esoterik-Tochter Charlotte, ihre Eltern zur Weißglut zu bringen oder wird es ein Happy End für sie geben? Welches Ende die Geschichte nimmt, kann man sich in der dritten Aufführung am kommenden Samstag anschauen. Kartennachfrage: Hotline: 0 15 73 35 53 29 7 oder E-Mail theamobi@t-online.de.

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