CDU-Neujahrsempfang Diez
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CDU-Neujahrsempfang Diez

Klares Votum für freie Presse beim CDU-Neujahrsempfang

„Die Wahrheit ist weniger sexy als ein Gerücht“

  • VonRolf-Peter Kahl
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Beim Neujahrsempfang der CDU Rhein-Lahn und des Diezer CDU-Ortsverbandes in der Diezer Helios-Klinik liefert Gastredner Christian Lindner ein klares Bekenntnis für eine freie, unabhängige und vielfältige Medienberichterstattung ab.

Zum 19. Mal richteten die Christdemokraten diesen Empfang nun aus. Dieses Mal ging es um das Thema „Fels in der Brandung oder Lügenpresse? Die Medien in Zeiten von Populismus und Umbrüchen“.

In der Helios-Klinik für Mutter, Vater und Kind hatte Jeska Middelhaufe als Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Diez gemeinsam mit dem Kreisverbandsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Matthias Lammert rund 80 Gäste begrüßt, allen voran den Bundestagsabgeordneten Andreas Nick, den 1. Beigeordneten der Stadt Diez, Edgar Groß, die Verbandsgemeinde-Bürgermeister aus Diez, Hahnstätten, Katzenelnbogen, Loreley und Nassau sowie viele Vertreter aus den Bereichen Sport, Kultur, Wirtschaft und Kirche. Jeska Middlehaufe nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Anwesenden für ihr auf vielen Ebenen erbrachtes Ehrenamtsengagement zu bedanken. Gleichwohl appellierte sie, dass sich noch weitaus mehr Menschen einbringen müssten, denn „die so zwingend benötigte Ehrenamtsarbeit verteilt sich auf den Schultern immer weniger, meist der gleichen Bürger.“

Enttäuschende Wahl

Matthias Lammert, der im Rückblick auf 2016 nicht verhehlte, dass das Ergebnis der Landtagswahl für ihn persönlich enttäuschend gewesen sei („Opposition kann ich jetzt“), erwartet für das angelaufenen Jahr einen der härtesten Bundestagswahlkämpfe, die die Bundesrepublik je erlebt habe. „Es wird hart und spannend. Für uns Christdemokraten sehe ich Angela Merkel als großen Stabilisator.“

Angesichts der aktuellen Geschehnisse rings um den feigen Terroranschlag in Berlin, den Turbulenzen seit der Präsidentschaftswahl in Amerika, der populistischen Meinungsmache der AfD, der jüngsten Zugangsverweigerung verschiedener Medienvertreter beim Treffen der Fraktion „Europa der Nationen und Freiheit“ (ENF) des Europäischen Parlaments in Koblenz stufte Lammert die unabhängige Presse- und Meinungsfreiheit von Journalisten als ein zwingend zu bewahrendes Grundrecht ein. Die Staatsform Demokratie sei das einzige System, das Menschen politische und bürgerliche Freiheiten und das Recht auf politische Teilhabe garantierten. Keine Staatsform habe sich als erfolgreicher, menschlicher und entwicklungsförderlicher erwiesen. Und Demokratie brauche auch immer eine freie, unabhängige Presse. Mit dem Zitat des früheren kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro „Es gibt keinen Zweifel, dass die freie Presse der erste Feind der Diktaturen ist“, bat er den Gastreferenten Christian Lindner, Chefredakteur der Koblenzer Rhein-Zeitung, ans Rednerpult.

Für Lindner steht fest: „Der Ton im Land wird rauer. Der Populismus befindet sich auf dem Vormarsch.“ Umso mehr gelte es, eine freie, unbeeinflussbare, vielfältige und bestens recherchierte Berichterstattung aufrechtzuerhalten. Den Menschen, die behaupten, die freie Presse sei von Berlin aus gelenkt, um die Bevölkerung ruhigzustellen, gelte es, entschieden und überzeugend zu begegnen.

Nachrichten gewichten

Angesichts populistischer Agitation und Desinformation müssten Journalisten dabei ihre Worte genau wählen und die Nachrichtengewichtung sorgsam abwägen. Und eine Berichterstattung dürfe nie spekulativ sein, müsse sich stets an Fakten halten. „Eine Berichterstattung mit erhobenem Zeigefinger darf es nicht geben.“

Als unseriös betrachtete Lindner die „einseitige Berichterstattung“ durch die sozialen Medien, hier speziell Facebook. Dort werde in großem Umfang Stimmungsmache betrieben. „Es wird nicht gefragt, es wird behauptet!“ Den Betreibern von Facebook ginge es in erster Linie darum, Kasse zu machen. Eine Zensur finde nur sehr zögerlich statt. Es falle den Betreibern schwer, Hetzer, Faker und Falschmelder zu löschen. „Die Wahrheit ist anscheinend nicht so sexy wie das Gerücht.“

In einer sich anschließenden Fragerunde sprachen sich alle Anwesenden dafür aus, dass eine seriöse Berichterstattung der Medien dazu dienen soll, dass Leser sich aufgrund der Darstellung aller Fakten, eine eigene Meinung bilden können. Erstrebenswert wäre zudem, dass es nicht nur die negativen Geschehnisse auf die Titelseiten schaffen dürften, sondern dort auch gute Nachrichten abgedruckt werden, denn leider würde derzeit durch viele Menschen alles „schlecht geredet“.

(rpk)

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