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Vater vergeht sich an Tochter (12) - Pädophile Neigungen streitet er ab

In 30 Fällen

Vater missbraucht Tochter (12)

Schockierende Tat: Ein Familienvater missbraucht seine Tochter beim gemeinsamen Fernsehabend.

Diez - Die Familie in Trümmern, die Eltern getrennt, der Kontakt weitgehend abgebrochen. Zurückgeblieben ist ein Scherbenhaufen mit enormer Belastung für alle Beteiligten. Was den Vater von vier Kindern dazu bewogen hat, seine Tochter im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2017 immer wieder unsittlich zu berühren, das vermag der Angeklagte dem Richter in der Verhandlung nicht zu erklären. Pädophile Neigungen habe er nicht, bezieht sich der 56-Jährige in seiner Aussage auf die eigene psychotherapeutische Therapie.

Vater missbraucht Tochter: Streicheln im Intimbereich

Die Familie bewohnte ein Eigenheim, bei gemeinsamen Fernsehabenden setzte sich die heute 14 Jahre alte Tochter zum Vater - auf den Schoss. Aus den Streicheleinheiten am Bauch, so schildert es der Angeklagte, wurden schließlich sexuelle Berührungen im Schambereich. Die Handlungen, mindestens 30 Fälle sollen es gewesen sein, endeten erst, als die Tochter das nicht mehr wollte und dies dem Vater im Oktober 2017 auch erklärte. Und das Mädchen wollte noch etwas: Die Mutter sollte von den Vorgängen wissen.

Nach Darstellung des Angeklagten vor Gericht hat er selbst die Ehefrau informiert. Zunächst sei das "Verhältnis noch normal geblieben", doch dann habe die Tochter einen Waschzwang entwickelt und unter Panikattacken gelitten. Noch heute ist das Mädchen in Therapie. Als eine Anzeige droht, erstattet der Familienvater Selbstanzeige und zieht aus. Zu seiner Tochter und seinen zwei Söhnen hat er keinen Kontakt mehr, zur Ehefrau und einem weiteren Sohn hin und wieder. Dem Mann ist bewusst, dass er "die ganze Familie zerstört" hat. Wie es weitergeht, davon hat er "keinen Plan". Wie alles angefangen hat, kann er nicht sagen.

Vater missbraucht Tochter: Lange Leidenszeit

Missbrauch - für die Oberstaatsanwältin ist dies für ein "Kind in der Entwicklung das Schlimmste, was passieren kann". Vor allem, "wenn das durch eine Person passiert, die es beschützen soll". Noch sehr, sehr lange werde das Mädchen eine Therapie benötigen, befürchtet die Vertreterin der Anklage eine andauernde Leidenszeit.

Dass der "Angeklagte schon bestraft ist, weil alles in Scherben liegt", ändert nichts an der strafrechtlichen Konsequenz. Mit "sehr viel Bauchweh" fordert die Oberstaatsanwältin eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, und eine Geldauflage, obwohl das für den Missbrauch "eigentlich zu niedrig ist". Den langen Tatzeitraum und die hohe Anzahl der Verfehlungen hat sie ebenso berücksichtigt wie das Geständnis. Ehefrau und Tochter bleibt damit eine Aussage vor Gericht erspart. Aber: Der Juristin stellt sich durchaus die Frage, ob die Taten überhaupt noch bewährungsfähig sind. Eine Haft hätte jedoch Folgen für die Familie, die regelmäßig Unterhalt vom Vater erhält.

Der Verteidiger hält die Forderung wegen der "Taten im niederschwelligen Bereich" für zu hochgegriffen und eine einjährige Freiheitsstrafe mit Bewährung für ausreichend. Die eigentliche Strafe für seinen Mandanten sei doch das weitere Leben mit der Situation, argumentiert der Anwalt.

Eckhard Krahn bleibt im Urteil für den Ersttäter unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Keine Vorstrafen, geständig und durch die Folgen der Tat enorm belastet, begründet der Richter am Mittwoch seine Entscheidung für eine Freiheitsstrafe von 21 Monaten mit zweijähriger Bewährung und einer Geldauflage von 2000 Euro an den Kinderschutzbund.

VON HEINZ BURKHARD WESTERWEG

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